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Die Macht in der Hand eines Mini-Menschen

Der Böse in der Welt des J.R.R. Tolkien ist der dunkle Herrscher Sauron. Er hat sich einen Ring geschmiedet, der ihm gewaltige Macht verleiht über all die anderen, viel netteren Wesen von "Mittelerde" (kein ferner Planet, sondern ein Land vor unserer Zeit). In einem ersten großen Krieg wird der grausame Finsterling dennoch geschlagen. Der "eine Ring" geht verloren. Das ist 3000 Jahre her. Aber der Ring taucht wieder auf und gerät an den kleinen Hobbit Bilbo, einen Mini-Menschen aus dem beschaulichen Auenland.

So weit die Vorgeschichte. Inzwischen ist Bilbo alt - selbst für Hobbit-Maßstäbe. Und der Herrscher der Finsternis ist erwacht. Er sucht seinen Schatz, "sie zu knechten, zu finden, zu treiben, zu binden". Und der Ring sucht ihn. Ein jüngerer Ringträger muss her: Frodo. Ihm ist auferlegt, den Ring zu vernichten und die Welt vor dem wieder erstarkten Schattenkönig zu retten.

Schwieriger Weg ins Heimatland des Bösen

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Das Werk von Regisseur Peter Jackson tritt einen Siegeszug um die Welt an: Kinoplakat in Los Angeles.

Dazu muss der kleine Mann mitten hinein in das Heimatland des Bösen. Ständig bedroht von den grausamen, gesichtslosen Ringgeistern und Horden blutrünstiger Kampfmaschinen namens Ork oder Uruk Hai. Natürlich zieht Frodo nicht alleine los. Acht mehr oder weniger verlässliche Freunde gehen mit: "Die Gefährten", Buch/Film Nr. 1.

Wer den "Herrn der Ringe" gelesen, seine Detailverliebtheit und Nebengassen kennen gelernt hat, wundert sich nicht, dass es bisher erst einen Versuch gab, die Trilogie auf die Leinwand zu bringen: Der Trickfilm von Ralph Bakshi blieb 1978 allerdings auf halbem Wege stecken.

Dieses Schicksal wird dem Regisseur Peter Jackson erspart bleiben - und nicht nur, weil er alle drei Teile gleichzeitig gedreht hat. Denn der Neuseeländer hat außerdem noch ein Wunder vollbracht: Er hat den "Herrn der Ringe" behutsam gekürzt, redigiert und verändert. Und gleichzeitig hat er den Geist des grandiosen Ring-Kampfes bewahrt. Sein Film ist ein Konzentrat, eine "Herrn der Ringe"-Essenz.

Die Kamera stürzt sich ins Schlachtengetümmel

Jackson erzählt dicht, ohne auf Details zu verzichten. Seine Kamera gleicht einem Raubvogel: Mal hoch droben über der malerischen Landschaft (meist Neuseeland, oft Computer), mal ernsthaften Gesprächen lauschend, mal Schwindel erregend über den Schluchten der Zwergenfestung Moria, immer bereit, sich in ein Schlachtengetümmel zu stürzen und Blut zu lecken.

Dagegen ist der andere gerade aktuelle Zauberer-Film ein Film-chen, bei dem man am Ende noch nicht begriffen hat, was denn nun die Bedrohung war. Beim "Herrn der Ringe" ist das ruckzuck geregelt. Es gilt, die Welt zu retten, einen wirklich üblen Typen und seine mächtigen Vasallen fertig zu machen: einen ganzen Bestien-Kämpfer-Zoo. Das langt für dreimal drei Stunden. Sobald die ersten Ringgeister auftauchen, schnappt die Spannungsfalle zu und lässt einen nicht mehr aus ihren Fängen.

Achtung: Brutal! - Perfekte Kulissen und Tricks

Aber Achtung: Anders als Harry P. ist "Der Herr der Ringe - Die Gefährten" ein brutaler Film, in dem Kinder nichts zu suchen haben. Die offizielle Freigabe ist ab 12 Jahren. Der Regisseur kann seine Herkunft nicht leugnen: Jackson begann mit billigen Horror-Streifen. Und auch im "Herrn der Ringe" fühlt er sich sichtbar wohler in den finsteren Kulissen. Dagegen sehen die eher freundlichen Orte aus wie eine Mischung aus Gartenlaube, Trödelmarkt und Disneyland.

Ansonsten sind Kulissen und technischen Tricks perfekt (ausgeführt von Jacksons eigenen Computer-Zauberern). Und sie sind völlig glaubwürdig verwoben mit der echten Landschaft - Wunder der Natur und Wunder wie Natur. Aber sie wären nichts ohne die hervorragend agierenden menschlichen Schauspieler.

Kitschige Kuss-Szene kommt zu früh

Überzeugend der Held des Films, der eigentlich kein Held sein, sondern nur seine Ruhe haben will: Elijah Wood als Frodo geht mit großen Augen, barfuß, erdverbunden und digital verkleinert durch die Welt - vom Schicksal geführt wie eine Marionette. Ihm zur Seite steht Aragorn, der königliche (Viggo Mortensen), der sichtbar widerstrebend die Bürde des Schicksals annimmt. Da hilft auch nicht, dass schon im ersten Teil seine künftige Gattin Arwen (Liv Tyler) in einer kitsch-as-kitsch-can-Szene küssen darf und nicht - buchgetreu - bis zum Schluss warten muss.

Das "Böse" fordert alle Sinne

Links:

  • RZ-Online Kinoseiten
  • Deutsche Filmseite
  • Tolkien-Gesellschaft

  • Beeindruckend (auch - bzw. gerade! - im Vergleich zu Hogwarts) sind Gandalf, der Zauberer und Führer der Gefährten (Ian McKellen), und sein abtrünniger Kollege Saruman (Christopher Lee). Sie alle leben die wichtige Botschaft Tolkiens: In jedem steckt das Böse. Der Ring macht es nur sichtbar und verstärkt es.

    Über die Zeitalter hinweg gelingt es dem Einen, die Menschen zu finden, ins Dunkel der Kinos zu treiben und zu binden - nicht ewig zwar, aber drei rasend schnelle Stunden lang. In einem Film, der nicht - wie übliche Hollywood-Schocker - das Hirn unter Action-Müll begräbt, sondern alle Sinne fordert. Fast drei Stunden lang.

    Von Joachim Türk (RZ) - Fotos: dpa, AP

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    Zuletzt geändert am 19. Dezember 2001 13:30 von aj

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