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Plünderungen und Unruhen - 16 Tote - Notstand ausgerufen

Argentinien am Rande des Chaos

Buenos Aires - Blutige Unruhen mit 16 Todesopfern haben das unter einer schweren Wirtschaftskrise leidende Argentinien an den Rand des Chaos gebracht. Staatspräsident Fernando de la Rúa verhängte den Ausnahmezustand für eine Dauer von 30 Tagen, um die Ausschreitungen und Plünderungen einzudämmen. Alle Minister der Regierung legten am Donnerstag ihre Ämter nieder. Damit drohte im zweitgrößten Land Südamerikas ein Machtvakuum.

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Feuer in Buenos Aires: Die Polizei nahm hunderte Randalierer fest.

De la Rúa nahm zunächst nur das Rücktrittsgesuch des umstrittenen Wirtschaftsministers Domingo Cavallo an, den Teile der Bevölkerung für die schwere Krise verantwortlich machen.

Von Armut und Hunger geplagt

Von Armut und Hunger geplagte Menschenmassen plünderten erneut in verschiedenen Teilen Argentiniens Läden und Supermärkte. Nach einer provisorischen Bilanz wurden dabei in der Umgebung von Buenos Aires sowie in Städten wie Rosario oder Santa Fé mindestens 16 Menschen getötet. Darunter waren auch Plünderer, die von Ladenbesitzern oder Wachleuten erschossen wurden. Mehr als 110 Menschen wurden verletzt, darunter 75 Polizisten. Über 330 Randalierer wurden festgenommen. In anderen Berichten war von mehr als 550 Festnahmen die Rede. Unbekannte beschossen nach Fernsehberichten die Residenz des Ex- Vizepräsidenten Carlos Álvarez.

Ausgerechnet der "Superminister" ausgeschieden

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Zurückgetreten: der umstrittene Wirtschaftsminister Domingo Cavallo.

Mit dem 55-jährigen Cavallo schied ausgerechnet der "Superminister" aus dem Amt, den De la Rúa erst im März dieses Jahres als Retter in der Not in die Regierung geholt hatte. Ob auch die anderen Minister abgelöst werden, war zunächst noch unklar. Trotz des Ausnahmezustands und eines Versammlungsverbots gingen am Donnerstag immer wieder Tausende von Demonstranten auf die Straße, um gegen die Politik des Präsidenten zu demonstrieren. Vor dem Regierungssitz in Buenos Aires ging die Polizei mit Hunden und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. Beamte feuerten Gummikugeln in die Menge.

Läden in Brand gesteckt

Die Plünderer stahlen nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch Elektrogeräte und Kleidung. In einigen Orten setzten sie die Läden vor den Augen der verzweifelten Besitzer in Brand. Die Polizei blieb zumeist untätig. Die Regierung kündigte an, für sieben Millionen Pesos (7,7 Millionen Euro/15,2 Millionen Mark) Lebensmittel zu kaufen, um sie an die Armen zu verteilen. In der nördlichen Provinz Tucumán versprach die Provinzregierung, Lebensmittelpakete an 100 000 Familien zu verteilen.

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Plünderungen sind in Argentinien derzeit an der Tagesordnung. Das Land steckt in einer schweren Wirtschaftskrise.

Vertraute des Präsidenten verhandelten mit der Opposition der Peronisten über einen Ausweg aus der Krise. Die Börse von Buenos Aires eröffnete am Donnerstag trotz der blutigen sozialen Proteste und des Rücktritts von Cavallo mit starken Gewinnen. Etwa eine Stunde nach Handelsbeginn notierte der Merval-Index bei 296,15 Punkten mit 23,39 Punkte oder 8,57 Prozent im Plus.

Schwerste Wirtschaftskrise

Argentinien steckt in einer der schwersten Wirtschaftskrisen seiner Geschichte. Da niemand dem hoffnungslos überschuldeten Land mehr Kredit geben will, versucht die Regierung verzweifelt, durch immer neue Sparmaßnahmen den Staatshaushalt auszugleichen. Damit werden aber die sozialen Spannungen bei inzwischen mehr als 18 Prozent Arbeitslosigkeit noch verschärft. So hatte die Regierung in den vergangenen Wochen bereits die staatlichen Gehälter und Pensionen um 13 Prozent gekürzt und den Zugriff der Bürger auf ihre Bankguthaben auf Barabhebungen von höchsten 250 US-Dollar pro Woche beschränkt.

dpa - Fotos: AP, dpa


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Zuletzt geändert am 20. Dezember 2001 17:37 von aj

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