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Legendäre lange Nacht verhilft Rot-Rot in Berlin zum Durchbruch

Verhandlungsmarathon mit positivem Ende

Berlin - Ohne die legendäre lange Nacht klappen Koalitionsverhandlungen in Berlin offenbar nicht. Den inhaltlichen Durchbruch erzielten die künftigen rot-roten Regierungspartner in der Hauptstadt erst nach über elfstündigen Verhandlungen in der Nacht zum Donnerstag.

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Will mit eisernem Besen kehren: Bürgermeister Klaus Wowereit.

Um 3.13 Uhr traten graugesichtige und erschöpfte, aber zufriedene und ein wenig stolze Verhandlungsführer von SPD und PDS vor die Presse. "Wir haben ein Ergebnis erzielt, um eine gemeinsame Regierung für die nächsten fünf Jahre zu bilden", erklärte der SPD-Landesvorsitzende Peter Strieder.

Spannende Nacht

Die Nacht hatte an Spannung einiges zu bieten. Die Verhandlungen zogen sich nach Mitternacht wesentlich länger hin, als die strahlende Zuversicht der SPD zuvor vermuten ließ. Gegen 0.35 Uhr erschienen überraschend der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und SPD-Fraktionschef Michael Müller unter den seit Stunden ausharrenden Journalisten, um bester Laune zu verkünden: "Der Weg ist frei". Man habe sich inhaltlich in den noch ausstehenden Punkten in kleiner Runde geeinigt.

Ein Glas Rotwein zur Auflockerung

Bei der SPD habe auch bereits die große Verhandlungsdelegation zugestimmt. "Wir sind fertig mit den Ergebnissen", erklärte Wowereit. Die PDS berate noch intern. Aber er sei ganz sicher, dass die Linkssozialisten die Beschlüsse ebenfalls billigten. Beschwingt von Rotwein, den Schulsenator Klaus Böger (SPD) den SPD-Unterhändlern spendiert hatte, plauschte der Regierungschef ausgiebig mit den Journalisten, gab nächtliche Interviews und studierte schon mal die druckfrischen Zeitungsberichte.

Haushaltskonsolidierung als Streitpunkt

Zweieinhalb Stunden später musste Wowereit an gleicher Stelle einräumen: "Mein Optimismus war wohl verfrüht. Die PDS tut sich schwer mit Entscheidungen, die wir getroffen haben." Kurz zuvor hatte die PDS die zweite Auszeit genommen und sich wieder zu internen Beratungen zurückgezogen. Es hakte offenbar am größten Brocken Finanzen und Personaleinsparungen. "Es geht um das große Thema Konsolidierung des Haushaltes", verriet Wowereit nur. Man streite um "fiskalische Einnahmeerhöhungen", wusste ein anderer Teilnehmer zu berichten.

"Kompromiss ist beiden nicht leicht gefallen"

Kurze Zeit später war hinter den verschlossenen Türen des Verhandlungssaales im Roten Rathaus lautes Klatschen zu hören: Die Einigung war offenbar geschafft. Den Punkt, an dem es bei der PDS am meisten gehakt habe, wolle die Führungsriege partout nicht offenbaren. "Das ist nicht unser Spiel, den einen oder anderen Punkt jetzt hier breit zu treten", beschrieb der PDS-Politiker Gregor Gysi das Erfolgsrezept von Rot-Rot.

Alle Punkte seien in der Gesamtschau schwierig gewesen. Die Kompromisse seien beiden Parteien nicht leicht gefallen, würden aber jetzt gemeinsam getragen. "Wir haben uns beherrscht bei der Nachrichtengebung", meinte Gysi. An den heftig in der Öffentlichkeit ausgetragenen "Dissenspunkten" waren zuvor die Ampel-Verhandlungen in Berlin gescheitert.

Von Kirsten Baukhage, dpa - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 20. Dezember 2001 08:48 von sab

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