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Fr 21.12.2001

 Sport

   vom 21.12.01

Sportjahr 2001: Fans zitterten und jubelten
Völler im Interview: "Bayern kommt wieder"
Biathlon: Forsberg
trifft falsche Scheiben

Ski: Nur Hilde Gerg fährt vorne mit
2. Liga: Hannover stürmt an die Spitze
Kleinschmidt fiebert Paris-Dakar entgegen
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Völler im Interview: "Bayern kommt wieder"
Hoffen und Bangen bei WM-Städten 2006: Aus 16 werden zwölf
DFB legt Prämien fest: 180.000 Mark pro Nase für WM-Titel 2002

zurückblättern  ... DFB-Teamchef Rudi Völler im Interview: Lob für Ballack

"Rudi Völler, wie fällt Ihre Bilanz nach dem ersten Saisonabschnitt der Bundesliga aus?"

  • Rudi Völler: "Wir haben teilweise sehr attraktiven und hochdramatischen Fußball gesehen. Auch in der Champions League und im Uefa-Cup haben die deutschen Teams einige gute bis sehr gute Leistungen abgeliefert. In der Bundesliga fällt aber auf, dass die Kluft zwischen den Teams, die ganz oben stehen und denen, die im Keller stehen, größer geworden ist. Die Teams, die oben stehen, haben mehr Punkte als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres und die Teams, die unten stehen, haben weniger. Das kann Zufall sein, ist aber bemerkenswert. Ansonsten ist es spannend wie eh und je."

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    Nach der WM-Qualifikation sorgte er für Klarheit: Rudi Völler bleibt bis 2006 DFB-Teamchef.

    "Gibt es Mannschaften, die Sie besonders positiv überrascht haben?"

  • Völler: "Sicherlich ist Werder Bremen die größte Überraschung, nicht nur von der Punkteausbeute. So wie Werder aufgetreten ist, sich die Punkte erspielt hat, das konnte keiner erwarten. Aber auch der 1. FC Kaiserslautern hat positiv überrascht. Herausheben muss man auch den VfB Stuttgart, der seine Sache unter Felix Magath sehr gut macht."

    "Gab es für Sie auch negative Überraschungen?"

  • Völler: "Eigentlich nicht. Dass es die Aufsteiger traditionell schwer haben, war vorher klar. Aber auch für Nürnberg und für St. Pauli ist nach den jüngsten Leistungen wieder alles möglich."

    "Und was ist mit Tabellenführer Bayer Leverkusen?"

  • Völler: "Leverkusen und auch Borussia Dortmund haben einen tollen Fußball gespielt, das war für die Zuschauer oft eine Augenweide. Vor allem die sensationelle Auswärtsbilanz der Dortmunder ist beeindruckend."

    "Wie erklären Sie sich die ungewöhnliche Durststrecke von Bayern München?"

  • Völler: "Nach den außergewöhnlichen Erfolgen in diesem Jahr und der extremen Verletzungsmisere, die in dieser Form kein anderes Team verkraften musste, war dieser Einbruch zum Jahresende zu erwarten. Das ist für die Bayern aber kein Beinbruch. Nach der Pause werden die meisten Spieler wieder einsatzfähig sein. Dann werden wir wieder eine ganz andere Bayern-Mannschaft erleben."

    "Muss Leverkusen nach der Winterpause möglicherweise doch noch der enormen Belastung in Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal Tribut zollen, zumal die Spieler aus der zweiten Reihe zuletzt nicht die Erwartungen erfüllen konnte."

  • Völler: "Es wäre zu einfach, zu sagen, dass der zweite Anzug nicht passt. Bayer konnte lange Zeit mit 12, 13 Spielern auskommen. Auch Bayern München kann auf gewisse Stammspieler nicht eine längere Zeit verzichten. Ich glaube nicht, dass Leverkusen einen Einbruch erlebt."

    "Wer war für Sie der herausragender Spieler des ersten Saisonabschnitts?"

  • Völler: "Das war sicherlich Michael Ballack. Seine außergewöhnliche Torquote in der Bundesliga und auch in der Nationalmannschaft sprechen eine deutliche Sprache. Er hat mehr Treffer erzielt als so mancher Vollblutstürmer."

    "Ist es für Sie ungewöhnlich, dass wie in den Fällen Huub Stevens und Jürgen Röber frühzeitig Trennungen zum Saisonende bekanntgegeben wurden?"

  • Völler: "Nein, das spricht eher für das gute Vertrauensverhältnis zwischen diesen Trainern und ihren Klubs nach einer langjährigen Zusammenarbeit. Es ist doch besser so, als wenn man im Streit geht."

    "Haben denn die Diskussionen um die anstehenden Wechsel ihrer jungen Nationalspieler Sebastian Deisler und Sebastian Kehl dem Image der Bundesliga geschadet?"

  • Völler: "Dem Image des deutschen Fußballs schadet das nicht. Man muss aber die jungen Spieler schützen. In meiner aktiven Zeit war es sicherlich noch etwas einfacher, aber nun gibt es eine andere Generation und eine andere Zeit. Der Fußball ist viel transparenter geworden. Man kann das Rad der Zeit nicht mehr zurückdrehen, deshalb hilft auch kein Lamentieren."

    "Was erwarten sie vom zweiten Saisonabschnitt?"

  • Völler: "Es gibt fünf Mannschaften, die um den Titel mitspielen. Deshalb wird es bis zum Schluss spannend bleiben."

    "Wie beurteilen Sie aus der Sicht als DFB-Teamchef rückblickend das Jahr 2001?"

  • Völler: "Es war ebenso turbulent wie das Jahr 2000. Es war natürlich enttäuschend, dass wir in der WM-Qualifikation unsere hervorragende Ausgangsposition noch verspielt haben, obwohl mir diese Möglichkeit durchaus bewusst war. Die Zeit nach dem England-Spiel bis zu den Playoffs gegen die Ukraine waren für mich, Michael Skibbe und die Mannschaft sehr schwierig. Im Nachhinein möchte ich diese Zeit aber nicht missen. Denn wir haben daraus alle viel gelernt und sind noch enger zusammengerückt."

    "Wie lauten Ihre Wünsche für das neue Jahr?"

  • Völler: "Unabhängig von sportlichen Dingen wünsche ich mir in erster Linie Gesundheit für meine Familie. Zudem hoffe ich, dass sich die Situation in den vielen Brandherden dieser Erde einigermaßen beruhigt."

    Von Jürgen Zelustek, sid - Fotos. Archiv

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    Zuletzt geändert am 21. Dezember 2001 14:07 von sab

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