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Zwei Jahre auf Bewährung für Ex-Vulkan-Chef Hennemann:

850 Millionen Mark Aufbauhilfe veruntreut

Bremen - Der Ex-Chef des Bremer Vulkan-Verbundes, Friedrich Hennemann, ist in einem der größten Wirtschaftstrafverfahren seit 1945 zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Bremer Landgericht verurteilte ihn am Freitag wegen vorsätzlicher gemeinschaftlicher Veruntreuung von 850 Millionen Mark Aufbauhilfen für Ostwerften. Auch gegen zwei Mitangeklagte verhängte das Gericht jeweils eine zweijährige Bewährungsstrafe. Es habe nicht festgestellt werden können, dass Hennemann "eine wesentlich herausgehobene Rolle" gespielt habe, hieß es in der Begründung.

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Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des einst größten deutschen Werftenverbundes, der Bremer Vulkan Verbund AG, Friedrich Hennemann, verlässt nach dem Urteilsspruch das Bremer Landgericht.

Die Verteidiger kündigten Revision gegen das Urteil an und erklärten, sie wollten Freisprüche erreichen. Mit seinem Urteil blieb das Gericht deutlich hinter der Forderung der Staatsanwaltschaft zurück. Die Ankläger hatte vier Jahre Haft für Hennemann sowie dreieinhalb und drei Jahre für zwei weitere Vorstandsmitglieder gefordert. Staatsanwalt Burkhard Quick ließ offen, ob er eine höhere Instanz anrufen wird.

Beim Vulkan-Prozess, eines der größten Wirtschaftsstrafverfahren seit 1945, ging es um die Folgen der Privatisierung der Meerestechnikwerft Wismar und der Volkswerft in Stralsund. Um den Vulkan-Verbund als Käufer zu gewinnen und den Bestand der Werften zu sichern, hatte die damalige Treuhandanstalt Anfang der 90er Jahre mit Aufbauhilfen für Modernisierung und Umstrukturierung der Werften bereitgestellt. Ein Teil des Geldes ging beim Konkurs des Vulkan-Verbundes im Mai 1996 verloren.

Kein "wirtschaftskriminelles Gangsterstück"

In seiner Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende Richter Eduard Scotland, bei dem Verfahren sei es nicht um ein "wirtschaftskriminelles Gangsterstück" sondern das persönliche Versagen der Angeklagten gegangen. Sie hätten die Pflicht gehabt, das Vermögen der Ostwerften zu betreuen. Dies sei "für jeden seriösen Kaufmann" aus den Verträgen ersichtlich gewesen. Die Angeklagten hätten jedoch vorsätzlich ihre Pflicht verletzt und Mittel der Werften für den Gesamtkonzern verwandt, obwohl deren Rückzahlung seit Sommer 1994 nicht mehr gewährleistet gewesen sei.

Bei der Strafbemessung sei "der immense wirtschaftliche Schaden" zu berücksichtigen, betonte Scotland. Als strafmildernd wertete das Gericht, dass die Angeklagten "den Zusammenbruch des Vulkan und den Verlust der Ostgelder nicht gewollt" und für den Erhalt des Konzerns gekämpft hätten. Auch müssten die Angeklagten mit hohen Schadensersatzzahlungen rechnen, erklärte der Richter. "Allen ist der Lebensabend gründlich vergällt".

Zivilverfahren dauert an

Der Vulkan-Prozess hatte im September 1999 begonnen. Mit der Revisionsentscheidung rechnen die Verteidiger erst im Jahr 2003. Das Zivilverfahren gegen Hennemann und weitere Mitangeklagte dauert unterdessen an. Der Bundesgerichtshof hatte im September 2000 eine Entscheidung des Bremer Oberlandesgerichts aufgehoben, das Schadensersatzansprüche verneint hatte.

AP - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 21. Dezember 2001 15:25 von aj

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