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Verhinderter Attentäter angeblich in Afghanistan ausgebildet:

Täter profitierte von Schlampereien

Der verhinderte Attentäter des American Airline-Fluges von Paris nach Miami am vergangenen Samstag ist nach Angaben britischer, französischer und amerikanischer Ermittler kein Einzeltäter und stand unter dem Einfluss militanter Islamisten. Dies berichtete am Donnerstag die französische Zeitung "Le Parisien" unter Berufung auf französische Untersuchungsbeamte.

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Nach Angaben aus Geheimdienstkreisen wurde Reid in Terroristenlagern in Afghanistan ausgebildet, meldete die US- Fernsehgesellschaft NBC. Gefangene in Afghanistan hätten Richard Reid auf Fotos erkannt. Falls sich die Berichte bestätigen, wäre es der erste konkrete Hinweis auf eine Verbindung Reids mit dem Terroristen- Netzwerk Osama bin Ladens.

In Tel Aviv aufgefallen

Reid sei bereits im Juni israelischen Sicherheitskräften am Ben- Gurion-Flughafen bei Tel Aviv aufgefallen und dort vorübergehend festgehalten worden. Nach einer kurzen Überprüfung habe man ihn aber laufen lassen, berichtete die israelische Zeitung "Jediot Achronoth" am Donnerstag. Der Inlandsgeheimdienst Schin Beth untersuche zur Zeit, zu welchem Zweck sich Reid in Israel aufgehalten habe.

Die "Sprengstoff-Schuhe", mit denen Reid am 22. Dezember in Paris- Roissy das US-Flugzeug bestiegen hatte, seien ihm in Amsterdam ausgehändigt worden, schrieb "Le Parisien". Am 16. Dezember sei Reid von Amsterdam aus mit dem Zug nach Paris gereist, wo er sein Flugticket nach Antigua über Miami für 13 000 Francs (3700 DM/1980 Euro) bar bezahlt habe. Der Mann habe vier Tage in Paris verbracht. Da jedoch keine Spuren von Hotelaufenthalten gefunden wurden, vermutet die Polizei, dass er vielleicht bei Komplizen Unterkunft gefunden hat.

Kontakt mit Zacarias Moussaoui in Londoner Moschee

Nach britischen Presseberichten könnte Reid in einer Londoner Moschee Kontakt mit dem angeklagten Terrorismus-Verdächtigen Zacarias Moussaoui gehabt haben, der als der "20. Mann" der Terroranschläge des 11. September gilt. Der 33-jährige Moussaoui war bereits im August im US-Bundesstaat Minnesota festgenommen worden. Er muss sich wegen Verschwörung mit der Terror-Organisation El Kaida und deren Chef Osama bin Laden zum Mord an Tausenden von Menschen vor Gericht verantworten.

Im Gefängnis zum Islam konvertiert

Reid sei ein zum Islam übergetretener Kleinkrimineller, der sich auf der Suche nach dem Heiligen Krieg befunden habe, schrieb am Mittwoch die britische Zeitung "The Times". Der 28-jährige Sohn eines jamaikanischen Vaters und einer Engländerin sei mehrfach wegen Delikten wie Straßenraub inhaftiert gewesen und im Gefängnis zum Islam konvertiert.

In Belgien habe er sich einen neuen Pass ausstellen lassen, "um die Spuren seiner früheren Reisen nach Ägypten zu verwischen", schrieb "Le Parisien". Der verhinderte Attentäter sei im Juli zur "Vorbereitung" mehrmals mit der israelischen Fluggesellschaft El Al geflogen, weil diese für ihre scharfen Kontrollen bekannt sei.

"Einmischung in die Pflichten einer Flugzeugbesatzung"

Reid sitzt zur Zeit in Plymouth bei Boston (Massachusetts) in Haft. Er hatte versucht, am vergangenen Samstag an Bord einer Boeing 767 der American Airlines über dem Atlantik zwei improvisierte Sprengkörper in seinen Schuhen mit einem Streichholz zu zünden. Vorerst wird ihm nur "Einmischung in die Pflichten einer Flugzeugbesatzung" vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahren Haft und eine Geldstrafe von 250 000 Dollar (558 000 Mark/285 300 Euro). Die Anklage könnte erweitert werden.

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Zuletzt geändert am 27. Dezember 2001 13:06 von tea

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