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Der Countdown läuft: Deutsche Soldaten starten am Dienstag

Scharping gibt Marschbefehl für Afghanistan

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Der Leiter des Heereskontingentes in Afghanistan, Carl Hubertus von Butler, verabschiedet in Oldenburg Soldaten zu ihrem Einsatz in Afghanistan.

Bonn - Der Countdown für die Entsendung des Bundeswehr- Vorauskommandos nach Afghanistan hat begonnen. Ein erster Teil des deutschen Vorauskommandos für die Internationale Schutztruppe in Afghanistan (ISAF) soll am Dienstagmorgen aufbrechen.

Das teilte Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) am Sonntag in Bonn mit. Zunächst würden rund 70 deutsche und 30 niederländische Soldaten nach Afghanistan abfliegen. Der ursprünglich für Montag geplante Abflug musste wegen des schlechten Wetters über dem Fluggebiet Türkei verschoben werden. Deswegen stehe auch noch nicht endgültig fest, wann die Soldaten in Afghanistan eintreffen werden. Fest steht, dass die Truppe ihr Quartier in einem Stützpunkt nahe der Hauptstadt Kabul beziehen wird.

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Ein Soldat der Luftlandebrigade 31 verlässt die Oldenburger Donnerschwee- Kaserne in Richtung Köln. Von Köln aus werden die Soldaten per Flugzeug zu ihrem Einsatz nach Kabul in Afghanistan starten.

Dazu fehle es noch am Nötigsten, sagte der Leiter des deutschen Erkundungsteams in Kabul, Oberst Reinhold Schmidt. "Was wir vor allem erst einmal brauchen, sind ganz grundlegende Dinge: Zelte, Betten, Küchengerät". Das Bundeswehr-Kontingent wird den Angaben zufolge voraussichtlich auf dem 40 Kilometer nördlich von Kabul gelegenen Flughafen Bagram eintreffen.

Für den Transport von Fahrzeugen und Material seien sowohl Bundeswehrmaschinen als auch private Charterjets und Militärmaschinen der anderen ISAF-Nationen denkbar. "Wir denken da an Maschinen vom Typ Transall und Hercules", erklärt Schmidt. Auch zwei russische Transportflugzeuge vom Typ Antonow-24 stehen theoretisch zur Verfügung. Über die konkrete Verwendung ist jedoch weder vor Ort in Kabul noch im Berliner Verteidigungsministerium entschieden, heißt es auch Militärkreisen.

"Aufbau der Kräfte" in mehreren Stufen

Der geplante "Aufbau der Kräfte" solle in mehreren Stufen verlaufen, die auch von den Transportmöglichkeiten abhängen, betont Schmidt. "Im ersten Schritt kommen die Kräfte, die die Voraussetzungen für die nachfolgenden schaffen können."

Zur Vorbereitung auf den Einsatz gehört aus Sicht der sechs deutschen Erkundungsoffiziere, die derzeit vor Ort sind, nicht nur die Einschätzung der vorhandenen Infrastruktur. "Wir haben uns natürlich auch auf die hiesige islamische Kultur eingestimmt", berichtet Schmidt, der schon bei Friedensmissionen in Kroatien, Bosnien, im Kosovo und in Mazedonien im Einsatz war. "Das passierte überwiegend aus privater Initiative." Dazu recherchierte Schmidt im Internet, wälzte Bücher und befragte Experten.

"Zustände wie in Somalia werden sich nicht wiederholen"

Für die bevorstehende ISAF-Mission ist Schmidt nicht nur deshalb optimistisch. Dass der afghanische Interims-Regierungschef Hamid Karsai am Freitag bei der formalen Unterzeichnung des Militärisch-Technischen Abkommens zwischen ISAF und Innenminister Junis Kanuni anwesend war, wertet Schmidt als wichtiges Signal. "Das zeigt den Willen der afghanischen Regierung, die Dinge tatsächlich in die Hand zu nehmen." Ein Debakel wie beim UN-Einsatz 1993 in Somalia stehe in Afghanistan bei der ISAF-Mission nicht bevor: "Ich bin mir sicher, dass sich Zustände wie in Somalia nicht wiederholen werden."

Insgesamt 230 Soldtan

Insgesamt wird das Vorauskommando aus etwa 230 Soldaten bestehen. Ihm gehören nach Bundeswehr-Angaben neben den 30 niederländischen Fallschirmjägern auch 15 dänische Experten für Minenräumung sowie ein kleines österreichisches Verbindungskommando. Geführt wird die multinationale Einheit vom Kommandeur der Luftlandebrigade 31, Brigadegeneral Carl Hubertus von Butler (51). Insgesamt soll das deutsche Kontingent der Afghanistan-Schutztruppe nach früheren Angaben Scharpings 800 bis 1000 Soldaten umfassen.

Weiterreise in geschützten Militärmaschinen

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Verteidigungsminister Rudolf Scharping sieht einen "möglichst optimalen Schutz" für die Soldaten gewährleistet.

Gerät und Ausrüstung der Bundeswehr-Soldaten werden nach Angaben Scharpings direkt nach Kabul gebracht. Dagegen sollen die Soldaten nach Angaben eines Sprechers des Ministeriums in die Nähe von Afghanistan geflogen werden und dann für die Weiterreise in geschützte Militärmaschinen umsteigen. Diese sind zu extremen Flugmanövern fähig, mit denen sie einem Raketenbeschuss entkommen könnten. Grund seien Sicherheitsprobleme, sagte der Sprecher. Unter anderem gehe Gefahr von tragbaren Luftabwehr-Raketen (Stinger) aus, die sich in der Hand von Banden befinden könnten.

Scharping sagte, die Soldaten der Schutztruppe hätten einen "klaren Auftrag" auf Grundlage eines robusten Mandats durch den UN- Sicherheitsrat. Ein "möglichst optimaler Schutz" sei damit gewährleistet. Der Einsatz sei auf Kabul und Umgebung sowie den Flughafen Bagram, etwa 40 Kilometer von Kabul entfernt, begrenzt. Die Sicherheit im ganzen Land könne indes nur von der afghanischen Übergangsregierung selbst gewährleistet werden.

Butler: Vorbereitung könnte besser nicht sein

Bei der Verabschiedung der Soldaten sagte von Butler, ihre Vorbereitung und Ausrüstung könnte besser nicht sein. "Ich nehme hervorragende Soldaten mit." Frei von Gefahren sei der Einsatz allerdings nicht. "Mit Vorsicht, Umsicht und durchsetzungswilliger Entschlossenheit im Gepäck" könnten die Soldaten den Risiken und Gefahren jedoch mit Ruhe entgegen sehen. "Wir gehen nicht in einen Krieg", ergänzte der Pressesprecher des Afghanistan-Verbandes, Dietmar Jeserich. Die Bundeswehr sei in einer Friedensmission unterwegs. Ihr Auftrag bestehe in der Sicherung der afghanischen Regierung und nichtstaatlicher Hilfsorganisationen.

Ein logistisches Problem sind auch die Landemöglichkeiten auf dem relativ kleinen Flughafen Bagram. Dieser wird auch vom US-Militär genutzt. Das Bundesverteidigungsministerium will deshalb in den nächsten Tagen ein Erkundungsteam in die nördlichen Nachbarrepubliken Afghanistans entsenden, um dort Flugplätze zu prüfen.

AFP, dpa - Fotos: dpa, AP

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Zuletzt geändert am 6. Januar 2002 15:20 von aj

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