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"Niemand kann hier rein oder raus ohne amerikanische Kontrolle"

USA wollen Kriegsgefangene nach Kuba bringen

Washington - "Niemand kann hier rein oder raus ohne amerikanische Kontrolle." Der Sicherheitsexperte vom Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) in Washington, Anthony Cordesman, preist die Vorzüge der US-Militärbasis Guantánamo auf Kuba. Dorthin will die US-Regierung in den kommenden Wochen afghanische Kriegsgefangene verlegen; vornehmlich jene acht mutmaßlichen Taliban- und El-Kaida-Kämpfer, die das US-Militär auf dem Kriegsschiff "Peleliu" im Golf von Oman gefangen hält. Nach bisherigen Angaben werden weitere 62 Gefangene in der südafghanischen Stadt Kandahar festgehalten.

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Was der kubanische Fidel Castro (l) dazu meint, ist Washington "gleichgültig": Die USA wollen afghanische Kriegsgefangene auf ihren kubanischen Stützpunkt Guantánamo bringen.

"Total kontrollierbar" sei das künftige Lager. Cordesman ist sich mit anderen US-Experten einig: Die Nähe zu Washington und die Unzugänglichkeit für Beobachter seien große Vorzüge. Außerdem lasse der hoheitsrechtliche Status eine Rechtssprechung jenseits der "Feinheiten" zu, wie sie in den USA selbst gepflegt würden.

Rund 850 Kilometer liegt Guantánamo von Miami entfernt. Damit sei es zwar der US-Küste nahe, aber eben nicht Teil des US-Territoriums, sagt Verteidigungsexperte Ivan Eland vom Cato Institute, einer konservativen Denkfabrik in Washington. Das bedeute auch weniger Journalisten und öffentliche Beachtung, stimmen Cordesman und Eland überein. Und nicht zuletzt, fügt Eland hinzu, lasse sich durch das geplante Gefangenenlager die Existenz der US-Militärbasis rechtfertigen, die ansonsten zu nichts anderem mehr diene, als den kubanischen Staatschef Fidel Castro zu ärgern.

"Castro kann nicht viel machen"

Auch Washington ist inzwischen von den Vorzügen der kleinen Militärbasis vor der eigenen Haustür überzeugt: US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bestätigte Ende Dezember, dass die USA die Verlegung von Gefangenen des Afghanistan-Krieges nach Guantánamo vorbereiteten. Guantánamo sei "die am wenigsten schlechte Wahl." Jedoch habe Washington nicht vor, dort "Gerichte, welcher Art auch immer" einzurichten, fügte er hinzu. Probleme mit dem kubanischen Staatschef Fidel Castro erwartet er nicht. Die Experten sehen zwar Proteste Castros voraus. Das werde den USA aber "gleichgültig" sein, lautet der Tenor. "Castro kann nicht viel machen", sagt Eland. Ohnehin seien die Beziehungen zwischen den USA und Kuba so schlecht, dass die Aussicht auf einen neuen Affront nicht sehr beunruhigend sein könne, sagt sein Kollege, Lateinamerikaexperte William LeoGrande von der Universität in Washington.

In Kuba formierte sich schnell Widerstand

In Kuba formierte sich schnell Widerstand gegen das geplante Lager. Mehrere kubanische Abgeordnete lehnten Presseberichten zufolge die US-Pläne schon Ende Dezember ab. Die kubanische Regierung erklärte, sie wolle zu der Entscheidung erst Stellung beziehen, wenn sie darüber genügend Informationen habe. Castro, der seit 42 Jahren das letzte kommunistische Land auf dem amerikanischen Kontinent führt, hatte die Anschläge in den USA vom 11. September zwar verurteilt; die US-Angriffe auf Afghanistan hatte er gleichwohl angeprangert.

Den rund 1000 Kilometer südlich der Hauptstadt Havanna gelegenen Stützpunkt hatte Kuba den USA Anfang des 20. Jahrhunderts überlassen. Auf dem Gelände mit zwei Flughäfen sind rund 500 US-Soldaten mit ihren Familien untergebracht. Versorgt werden sie mit Schiffen aus den USA. Schon bald soll ein Schiff mit einer anderen Fracht anlegen.

AFP - Archivfoto: AP


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Zuletzt geändert am 6. Januar 2002 11:50 von aj

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