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CSU schlägt Stoiber als Kanzlerkandidat vor - Warten auf CDU-Klausur:

"Mit allen Risiken und Nebenwirkungen"

Kreuth - In dem offenen Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Unionsparteien hat die CSU den Druck auf CDU-Chefin Angela Merkel deutlich erhöht: Auf ihrer Klausurtagung in Wildbad Kreuth machte die CSU-Landesgruppe ihren Parteivorsitzenden Edmund Stoiber am Dienstag zu ihrem offiziellen Kandidaten für die Kandidatur. r und die Landesgruppe blicken jetzt gespannt nach Magdeburg, wo die CDU-Führung auf ihrer Klausurtagung am Freitag und Samstag zeigen muss, ob sie Merkel mit ihrem Anspruch auf die Kanzlerkandidatur stützt oder im Regen stehen lässt.

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Merkel ist zuversichtlich, die Kandidatenfrage in einem "sehr persönlichen, sehr freundschaftlichen Gespräch" zu lösen. Auch Stoiber will nach eigenen Angaben eine einvernehmliche Lösung. Die CSU schlug ihren Chef aber bereits offiziell vor. Mit Spannung wird jetzt die CDU-Klausur erwartet.

Landesgruppenchef Michael Glos nannte Stoiber als erfolgreichen Ministerpräsidenten Bayerns den geeigneten Mann für einen argumentativen Wahlkampf mit komplizierten Themen wie Wirtschaft und Arbeitsplätze.Der Schritt der CSU- Bundestagsabgeordneten erschien als direkte Antwort auf Merkel, die am späten Montagabend in der ARD-Talk-Show "Beckmann" geschildert hatte, was sie als Bundeskanzlerin nach einem Wahlsieg alles besser machen werde als der derzeitige Amtsinhaber. Ihr Fernsehauftritt hatte die CSU allerdings nicht beeindrucken können. Stoiber und die Landesgruppe waren mit anderen Dingen beschäftigt und hatten ihr gar nicht zugehört.

Der bayerische Ministerpräsident, so war zu hören, studierte zu dieser Zeit bereits wieder Kabinettsakten in seinem Privathaus in Wolfratshausen. Die Landesgruppe diskutierte derweil in dem tief verschneiten oberbayerischen Kurort mit dem jordanischen Prinzen Hassan bin Talal, dem Präsidenten des Club of Rome, über den Nahostkonflikt und den Islam.

Stoiber: Kompetenzauseinandersetzung

Zu noch späterer Stunde, während Merkels Kanzler-Ankündigungen über den Sender kamen, teilte sich die Gruppe. Die einen spielten Schafskopf bis weit nach Mitternacht. Andere plauderten weiter mit seiner Königlichen Hoheit. CSU-Landesgruppengeschäftsführer Peter Ramsauer im schönsten Bayerisch: "Mir san mitm Hassan z'sammeng'hockt. Der hat uns erzählt, wie das mit der Thronfolge in Jordanien war." Merkels TV-Auftritt, von dem ihm berichtet worden war, kommentierte Ramsauer mit einem Achselzucken: "Talk-Shows interessieren doch keinen mehr."

Stoiber selbst ging, als er am Dienstag früh mit der bei ihm üblichen Verspätung in Kreuth erschien, überhaupt nicht auf Merkels Auftritt ein. Allerdings machte er deutlich, dass er sich und seine Erfahrung als Chef der Landesregierung für einen erfolgreichen Unionswahlkampf für unverzichtbar hält: Die Union könne ihr Wählerpotenzial nur für sich mobilisieren, wenn sie als kompetentere Alternative zu einer unfähigen Regierung erscheine. Es werde um eine Kompetenzauseinandersetzung in den wichtigen, die Bevölkerung bewegenden Fragen wie Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesundheitswesen gehen.

Lässt CDU-Führung Merkel im Regen stehen?

Auf Äußerungen zur Kanzlerkandidatur ließ sich Stoiber nicht ein, wich Fragen danach aus und blieb auch der mittäglichen Pressekonferenz fern. Er und die Landesgruppe blicken jetzt gespannt nach Magdeburg, wo die CDU-Führung auf ihrer Klausurtagung am Freitag und Samstag zeigen muss, ob sie Merkel mit ihrem Anspruch auf die Kanzlerkandidatur stützt oder im Regen stehen lässt. In Magdeburg wird sich zeigen, ob die aufmüpfigen Landesfürsten der CDU es wagen, ihre noch auf dem Dresdner Parteitag umjubelte Vorsitzende zu demontieren.

Stoiber, darauf weisen führende CSU-Politiker immer wieder hin, wird als Herausforderer von Bundeskanzler Gerhard Schröder nur dann antreten, wenn er der geschlossenen Unterstützung der CDU und vor allem auch Merkels sicher sein kann. Warnend wird immer wieder auf 1980 verwiesen, als CSU-Chef Franz Josef Strauß, in einer Kampfabstimmung der Bundestagsfraktion zum Kanzlerkandidaten gekürt, seine Wahlniederlage auf mangelnde Unterstützung aus der größeren Schwesterpartei zurückführte.

Vier-Augen-Gespräch "mit dem nötigen Nachdruck"

Eine Kampfabstimmung über die Kandidatur, so heißt es in der CSU, müsse möglichst vermieden werden. Stoiber: "Das wäre kein optimaler Einstieg in die Auseinandersetzung mit Rot-Grün." Auch Stoiber dürfte klar sein, dass die dabei absehbare Niederlage Merkels nicht nur sie zu einer Vorsitzenden auf Abruf machen würde, sondern auch eine Demütigung der größeren Unionspartei wäre.

So wird vieles von Magdeburg und alles von dem Gespräch abhängen, das Stoiber mit Merkel in der kommende Woche führen will. Laut Glos wird Stoiber in dieser Unterhaltung Merkel "mit dem nötigen Fingerspitzengefühl, aber auch mit dem nötigen Nachdruck" zu überzeugen versuchen, dass er der aussichtsreichere Kandidat ist. Ob er Erfolg hat, darf zumindest als unsicher bezeichnet werden. Viele CSU-Mannen erinnern sich noch an Merkels ersten Auftritt vor einem CSU-Parteitag. "Merkel bleibt Merkel - mit allen Risiken und Nebenwirkungen", hatte sie dort ins weiss-blaue Stammbuch geschrieben.

Müller (SPD): "Chauvinismus der CDU duldet keine Frauen"

Der SPD-Vizefraktionschef Michael Müller sagte mit Blick auf Stoiber-Unterstützer in der Union: "Der Chauvinismus der CDU duldet keine Frauen, denen bayerische Männer dann zu folgen hätten."

AP, dpa - Fotos: dpa

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Zuletzt geändert am 8. Januar 2002 12:33 von aj

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