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zurückblättern  ... Afghanistan-Mission der Bundeswehr begonnen

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Seine Soldaten "würden sehr schnell erste taktische Aufträge wahrnehmen können", sagte Einsatzleiter Butler vor dem Abflug.

Für einen Direktflug ins Land am Hindukusch fehlt der Bundeswehr das geeignete Gerät. Die mit zwei Turboprop-Triebwerken ausgerüstete C-160 Transall hat nur etwa 1.100 Kilometer Reichweite. Die Ausrüstung der deutschen Einheit, darunter gegen Minen geschütze Fahrzeuge mit der Bezeichnung "Dingo", reist getrennt. Die Bundeswehr charterte von einem ukrainischen Unternehmen zwei riesige vierstrahlige Transporter des in der damaligen Sowjetunion entwickelten Typs Antonow AN-124. Sie sind mit 4.500 Kilometer Reichweite und 150 Tonnen Nutzlast die zweitgrößten Transportflugzeuge der Welt. Die AN-124 sollten noch am Dienstag von Köln/Bonn aus zum Direktflug nach Kabul abheben.

Ausgerüstet, um Stinger-Raketen abzuwehren

Für die deutschen Soldaten ging es zuerst nach Eindhoven. Dort bestiegen sie zusammen mit 32 niederländischen Fallschirmjägern ein dreistrahliges Passagierflugzeug vom Typ DC 10. Zu dem Vorauskommando gehören ferner 15 dänische Minenräumexperten sowie zwei österreichische Verbindungsoffiziere.

Als nächste Station nach den Niederlanden war Trabzon im Nordosten der Türkei vorgesehen. Auf der Luftwaffenbasis an der Schwarzmeerküste sollten die Soldaten in zwei viermotorige Turboprop-Langstreckentransporter des amerikanischen Baumusters Lockheed C-130 Hercules umsteigen. Diese Maschinen können eine Last von 40 Tonnen ohne Nachtanken 4.000 Kilometer weit befördern und sind zudem nach Bundeswehrangaben besonders ausgerüstet, um die gefürchteten, von der Schulter abzufeuernden Flugabwehrraketen des Typs Stinger abzuwehren.

Fast 20 Stunden bis zur Landung in Bagram

Fast 20 Stunden werden die Soldaten unterwegs sein - wenn alles nach Plan läuft -, bevor sie im Morgengrauen am Mittwoch gegen 07.00 Uhr Ortszeit auf dem Flugplatz Bagram bei Kabul landen. Was genau dort zu erwarten ist, weiß das deutsche Vorauskommando nur eingeschränkt.

Der Einsatz ist nicht ungefährlich. Die UN-Friedenstruppe ist vom Weltsicherheitsrat mit einem so genannten robusten Mandat ausgestattet. Das heißt: Waffengebrauch ist nicht nur zur Selbstverteidigung erlaubt, sondern auch zur Durchsetzung des Missionszieles und zur Verteidigung bedrohter Dritter. Der Kommandeur des deutschen Kontingents, Brigadegeneral Carl Hubertus von Butler, unterstrich vor dem Abflug Vorsicht, aber auch Entschlossenheit, den Auftrag durchzusetzen.

Verbindung zur Familie über Satellitentelefon

Neben dem Risiko sei die große Entfernung von zu Hause ein Erschwernis des Auftrags, sagten die Soldaten. Der Abschied von den Familien sei "immer schwierig", meinte Butler. Seine Familie kenne das, es sei nicht sein erster Einsatz, sagte auch Thase. Immerhin sei der Kontakt in die Heimat während des auf sechs Monate angesetzten Mandats nicht auf die Feldpost beschränkt: "Es ist sichergestellt, dass eine Verbindung über Satellitentelefon möglich ist", freute sich Thase.

Gefahren durch Minen und direkte Angriffe

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Die Besatzungen gepanzerter Transportfahrzeuge der Bundeswehr vom Typ "Dingo" neben ihren Fahrzeugen: Die Soldaten in der Afghanistan- Schutztruppe werden zunächst mit dem Soldatentransporter "Dingo" und dem Kleinpanzer "Wiesel" ausgestattet.

Vor dem Abflug betonte der Leiter des Einsatzes, Claus Hubertus von Butler, seine Zuversicht. Seine Soldaten seien "sehr gut vorbereitet", sagte der Brigadegeneral im ZDF. Allen sei bewusst, das in Afghanistan Gefahren durch Minen und direkte Angriffe drohten. Seine Soldaten "würden sehr schnell erste taktische Aufträge wahrnehmen können", sagte von Butler. "Wir werden sehr vorsichtig, umsichtig und entschlossen sein, den Auftrag mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln durchzusetzen", erklärte er. Mitgeführt würden auch speziell geschützte Flugzeuge.

Gertz: Defizite bei Ausrüstung

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, Bernhard Gertz, kritisierte im Südwestrundfunk, dass es Defizite bei der Ausrüstung der deutschen Soldaten gebe. Das betreffe beispielsweise die Satelliten-Kommunikation. Sorgen bereite ihm auch die hohe Anzahl von militärischen und paramilitärischen Kräften in Kabul, sagte Gertz.

Gertz betonte, die 800 bis 1000 Mann, mit denen sich die Bundeswehr an der Mission beteiligten, "seien wirklich das letzte Aufgebot". Zudem blieb er bei seiner Einschätzung, dass der Einsatz nicht wie vorgesehen nach sechs Monaten beendet sein könne. Allein der im Petersberg-Abkommen festgelegte Friedensprozess sei auf zwei Jahre angelegt, vorher werde auch die ISAF-Truppe das Land nicht verlassen können. Darauf müsse sich auch die Bundeswehr einstellen und entsprechend planen.

AP, dpa - Fotos: dpa, Archiv


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Zuletzt geändert am 8. Januar 2002 15:25 von aj

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