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Eine Frage bewegt die Nation:

Kann ein Bayer Bundeskanzler sein?

München - Angela Merkel oder Edmund Stoiber? Wochenlang hat die K-Frage die Nation bewegt. Seit feststeht, dass CSU-Chef Stoiber für die Unionsparteien ins Rennen gegen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geht, steht eine neue Frage im Raum, die B-Frage: Kann ein Bayer Bundeskanzler werden?

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Gerne wird der Bayer mit übermäßigem Bierkonsum gleichgesetzt, in Lederhosen und Sepplhut mit Gamsbart gesehen, er schlägt sich beim Schuhplatteln jodelnd auf die Schenkel und neigt zu Wirtshausraufereien. Außerdem gilt er als rückständig. Bayern sind eben anders, heißt es oft nördlich des Mains.

Bayern lehnten Grundgesetz zunächst ab

Es kommt nicht von ungefähr, dass die Deutschen spätestens seit Kriegsende die Nase über das Alpenvolk rümpfen. Schließlich lehnte Bayern als einziges Land im Mai 1949 das neue Grundgesetz ab. Und es gibt genug weitere Beispiele für bayerische Sonderwege. Kaum hatte das Bundesverfassungsgericht 1995 die Regelung zum Anbringen von Schulkreuzen aufgehoben, erließ Bayern ein neues Kruzifix-Gesetz: Es schreibt Kreuze weiter vor, wenn auch mit Einschränkungen. In der Abtreibungsfrage allerdings scheiterte der Freistaat 1998 vor den Karlsruher Verfassungsrichtern mit seinem Versuch, Frauen den Schwangerschaftsabbruch zu erschweren.

Von keinem lassen sich die Bayern in ihr Nationalgetränk spucken, schon gar nicht von den Preußen: Als vor drei Jahren das Bundesverwaltungsgericht Berlin die bayerische Biergartenverordnung mit Öffnungszeiten bis 23.00 Uhr kippte, kam es an der Isar fast zur Revolution. Flugs musste eine neue Biergartenverordnung her. Sie genehmigt den Freiluft-Bierkonsum nun genauso lange wie zuvor, nur etwas leiser. Einen Sonderweg beschreitet Bayern auch bei der "Homo- Ehe". Einzig in weiß-blauen Landen müssen Schwule und Lesben ihre Partnerschaft vor dem Notar beurkunden lassen, in den anderen Bundesländern genügen Standesamt oder andere Behörden.

Schon vor zehn Jahren untermauerte der damalige Ministerpräsident Max Streibl (CSU) das weit verbreitete Vorurteil, die Bayern seien ein besonders rauflustiges Volk. Als die Polizei beim Weltwirtschaftsgipfel 1992 in München rund 500 lärmende Demonstranten einkesselte und stundenlang festhielt, verteidigte Streibl das unverhältnismäßig harte Vorgehen der Beamten mit dem berühmt gewordenen Satz: "Wenn einer glaubt, er muss sich mit Bayern anlegen, muss er wissen, dass hartes Hinlangen bayerische Art ist." Alle Nicht-Bayern schüttelten den Kopf. Handfester Ministerpräsident weiterblättern
 

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Zuletzt geändert am 11. Januar 2002 16:55 von jo

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