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Fassenachtskrimi: "RosenmonTod" von Claudia Platz

Morde schocken das närrische Mainz

Mainz - Plötzliche Todesfälle und Mordversuche erschüttern einen Karnevalsverein in Mainz. Im Narrenkrimi "RosenmonTod" der rheinhessischen Autorin Claudia Platz (39) kämpft die begeisterte Fassenachterin und ambitionierte Büttenrednerin Luiza mit alles anderen als närrischen Mitteln um Anerkennung und prestigeträchtige Auftritte.

Die Altherrenriege des Karnevalvereins hatte sie trotz ihres Talents und anfänglicher Erfolge auf den Bühnen der "fünften Jahreszeit" ausgebremst und durch einen mäßig begabten Büttenredner ersetzt. Nach den Demütigungen sinnt Luiza auf Rache. Mit einem Anschlag auf ihren Ersatzmann schürt sie Angst und Selbstzweifel unter den Narren.

Im Rhein-Mosel-Verlag erschien bereits Claudia Platz´ erster Mainzer Krimi "Die Lubberer"

"Mein Roman ist keine Abrechnung mit der Fassenacht", betont Autorin Platz. Dafür liebe sie die närrischen Tage und die "Määnzer Fassenacht" viel zu sehr. Sie sieht sich auch nicht als Nestbeschmutzerin, obwohl sich der Krimi auch aus persönlichen Erfahrungen speise, die sie selbst als aktive Fassenachterin gemacht habe. Für ihren heimischen Karnevalsverein der "Fidelen Brüder" in Gau-Bischofsheim (Kreis Mainz-Bingen) sei sie 1993 erstmals mit einem Musik- und Textbeitrag aufgetreten, berichtet Claudia Platz. Ein Jahr später stieg sie in die Bütt.

Zeitungsartikel über den zunehmenden "Einheitsbrei der Büttenvorträge" hätten den Anstoß für ihr Buch geliefert. In den vergangenen Jahren habe sich bei den großen Karnevalsvereinen ein "wahrer Redner-Tourismus mit immer den selben Vortragenden" entwickelt. Das mache es dem Nachwuchs nicht leicht, sein Potenzial überhaupt zu präsentieren. Vor allem Frauen mit politischen Beiträgen hätten es schwer, sich einen Platz in der Bütt zu erkämpfen.

Ihr Roman erhebe zwar keine emanzipatorische Forderungen, kritisiere aber das rigide Funktionärsdenken und die Männerdominanz in den meisten Vereinshierarchien, sagt Platz. Der Blick hinter die Kulissen zeige, wie sich Machtstrukturen innerhalb der Vereine ausbildeten und ineinander griffen. In Fassenachtskreisen habe man ihr Vorhaben, einen satirischen Kriminalroman innerhalb des Karnevalsmilieus spielen zu lassen, mit Interesse aufgenommen.

Als Schauplatz des fiktiven Geschehens habe sie die rheinland- pfälzische Landeshauptstadt inspiriert: "Ohne Mainz hätte man den Roman gar nicht schreiben können", betont Platz. "Weil hier im Gegensatz zu anderen Karnevalshochburgen wie Köln oder Düsseldorf nicht nur Tanznummern oder Witze erzählen, sondern die Vortragskunst politisch kritischer Büttenreden im Vordergrund stehen."

In der diesjährigen Fastnachtszeit sei sie wegen des Korrekturlesen von "RosenmonTod" nicht dazu gekommen, eine Büttenrede zu verfassen. "Mit meinem Ehemann, der als Protokoller in der Vereinssitzung auftritt, sind wir aber trotzdem gut vertreten." Von den drei Kindern zeigten die beiden Söhne auch schon Ansätze als Nachwuchsfassenachter. (Claudia Platz: "RosenmonTod", Rhein-Mosel-Verlag ( http://www.ahouben.de/Buchverlag/Regionalromane/Lubberer.html, Alf/Mosel, 200 Seiten, 8,90 Euro)

Florian Bittler, dpa


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Zuletzt geändert am 30. Januar 2002 16:40 von to

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