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Tennis: Haas sagt Daviscup ab - Stich: "Werde kein Trübsal blasen"

Streit mit Funktionären eskaliert

München - Thomas Haas hat im Muskelspiel mit dem Deutschen Tennis Bund (DTB) seine Drohung wahrgemacht und wird beim Daviscup- Erstrundenspiel gegen Kroatien nicht dabei sein. In einer Presseerklärung revidierte der 23-jährige Hamburger seine Team-Kapitän Michael Stich zu Weihnachten gegebene Zusage und sagte sein Mitwirken bei der schweren Auswärtspartie in Zagreb (8. bis 10. Februar) gegen Wimbledonsieger Goran Ivanisevic & Co. ab. "Seit dieser Zusage sind so viele Dinge über mich in die Öffentlichkeit getragen worden, die mich in einem Umfeld des DTB belasten", schrieb Haas.

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Keine Lust auf Daviscup: Tommy Haas.

Der seit Wochen gärende Streit mit DTB-Präsident Georg von Waldenfels eskalierte nun vollends. Zwei Tage vor der Reise in die kroatische Metropole steht der als Chef debütierende Stich vor einer kniffligen Aufgabe. Ohne den Australian-Open-Halbfinalisten ruhen die Hoffnungen nun auf Rainer Schüttler und den in einer tiefen Krise steckenden Nicolas Kiefer.

"Kiefer ist jetzt gefordert"

"Er ist jetzt gefordert, muss Verantwortung übernehmen und in die Bresche springen. Aber ich bin sicher: er kann das." Im Doppel dürfte David Prinosil gesetzt sein. "Ich werde jetzt nicht Trübsal blasen; das lohnt nicht", meinte Stich in München am Rande der Vorstellung des neuen DTB-Nachwuchskonzeptes. "Ich muss die Entscheidung akzeptieren, nur mit dem Respektieren habe ich bei der Begründung so meine Schwierigkeiten."

Streit um Honorar für Physiotherapeuten

Haas führte in dem von seiner Agentur IMG verbreiteten Fax nicht etwa gesundheitliche Probleme an, sondern thematisierte schlicht den Streit um die vom Verband verweigerte Honorierung seines privaten Physiotherapeuten Jürgen Dess in Höhe von jährlich 100 000 Euro. "Ich weiß, dass mein Spiel sowohl mental als auch physisch unter dieser Situation leidet, und deshalb sehe ich mich gezwungen, abzusagen", schrieb der momentan beste deutsche Tennisprofi.

"Tischtuch ist nicht restlos zerschnitten"

Michael Stich schloss Haas ausdrücklich von seiner Kritik aus und bezeichnete ihn als exzellenten Tennis-Fachmann, "den ich vollstens respektiere". Einer Einladung zu einem Daviscup-Spiel in der Zukunft stehe er offen gegenüber. Das Tischtuch ist auch für von Waldenfels nicht restlos zerschnitten. "Aus meiner Sicht nicht", sagte er und reichte damit symbolisch die Hand zur Einigung. Eine Sonderbehandlung könne es freilich für niemanden geben. "Ich bedaure die Absage sehr, aber Geld darf die Mannschaft nicht aufstellen." Diese Meinung teilt Haas offenbar nicht; er fordert mehr als die mögliche Siegprämie, die bei einem Daviscup-Triumph allein für den Spitzenspieler 900 000 Euro hätte bringen können.

Doch damit ist Haas nicht zufrieden. Sogar die Flugkosten nach Kroatien für Thomas Haas' Vater, Peter, sollte der DTB übernehmen. Das jedoch lehnte von Waldenfels angesichts der leeren Kassen des Verbandes ebenso ab wie alle anderen Sonderzahlungen. Das finde er "abartig; Geld darf doch nicht der Grund sein. Dann spiele ich lieber mit einer Mannschaft, die spielen will", meinte der DTB-Chef und fügte auf die Frage nach den Siegchancen trotzig hinzu: "Wir gewinnen - jetzt erst recht."

Von Andreas Bellinger, dpa - Foto: AP


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Zuletzt geändert am 1. Februar 2002 13:28 von sab

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