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CNN-Video: Bin Laden drohte in Interview vom Oktober mit neuem Terror

"Krieg wird USA in die Hölle führen"

Washington - Osama bin Laden hat in einem Interview vom Oktober vergangenen Jahres den USA mit neuem Terror gedroht. Der Kampf sei jetzt in die USA hineingetragen worden, sagte Bin Laden in dem Video, das teilweise vom US- Nachrichtensender CNN gezeigt wurde. Der Chef des Terrornetzwerks El Kaida habe in dem Gespräch Terroranschläge gerechtfertigt, hieß es bei CNN.

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Warnt vor weiteren Anschlägen: US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.

Demnach waren Atomkraftwerke und Stauseen offenbar Ziele weiterer Terroranschläge in den USA. Schriftstücke, Karten und Fotos, die US-Truppen in Afghanistan fanden, wiesen darauf hin, sagte ein hochrangiger Vertreter des US-Verteidigungsministeriums. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte zuvor vor neuen Terroranschlägen gewarnt. In den kommenden Jahren müssten sich die USA vermutlich "neuen Feinden stellen, die in unerwarteter Weise zuschlagen könnten".

Aufenthaltsort weiter unbekannt

Es sei das einzige Fernsehinterview Bin Ladens nach den Anschlägen vom 11. September. In dem Gespräch von Ende Oktober mit einem Reporter des arabisch-sprachigen Fernsehsenders El Dschasira kündigte Bin Laden zudem an, der Krieg gegen den Terrorismus der USA werde die Amerikaner "in eine unerträglich Hölle" führen. Bin Laden sprach im Oktober von einer Fortsetzung des Kampfes bis zum Sieg oder "bis wir Gott treffen". Das Interview ist nach CNN-Angaben eine Stunde lang. Der Aufenthaltsort von Bin Laden ist unbekannt. Unklar ist überdies, ob der Terroristenführer überhaupt noch lebt.

Inhalt war Regierungschefs bereits bekannt

El Dschasira hatte das Video nicht ausgestrahlt, da der Inhalt keinen Neuigkeitswert besitze. CNN sendete das Video trotz des Widerstands von El Dschasira. Als Reaktion darauf beendete der arabische Sender seine Beziehungen zu CNN, gab der US-Sender bekannt.

Der Inhalt des Bandes war Regierungen und Nachrichtendiensten in vielen Ländern offenkundig bereits seit langem bekannt. Der britische Premierminister Tony Blair hatte im November in einer Rede vor dem Parlament aus dem Interview mit Bin Laden zitiert. El Dschasira teilte nicht mit, wo das Interview geführt wurde.

"Vverheerender" als die Anschläge vom 11. September

Die USA müssen sich nach den Worten von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld auf mögliche Überraschungsangriffe vorbereiten, die noch "weitaus verheerender" sein könnten als die Anschläge vom 11. September. Rumsfeld sprach von einer "neuen Form" von Terror, der die USA "verwundbar" mache.

Als Beispiele nannte er so genannte Cyber-Attacken, das heißt, die Lahmlegung von Computern durch Viren, Angriffe auf Militärstützpunkte im Ausland und den Beschuss amerikanischer Städte mit ballistischen Raketen. Der Chef des Bundeskriminalamts FBI, Robert Mueller, äußerte die Vermutung, dass sich in den USA mehrere "Schläfer" der Terroristen-Organisation El Kaida befinden könnten.

Terroristen sollen angeblich Nicht-Araber rekrutieren

Zugleich schreckten neue Berichte über mögliche Terrorpläne die US-Bevölkerung auf. So wurde ein Brief der nuklearen US- Aufsichtsbehörde (National Regulatory Commission) an die 103 Atomkraftwerke des Landes bekannt, nach dem möglicherweise ein neuer Angriff mit einem entführten Flugzeug geplant ist - diesmal auf einen Atommeiler. Das Memorandum, das bereits vom Dezember stammt und versehentlich in der vergangenen Woche erneut verbreitet wurde, beruht auf FBI- Erkenntnissen, die sich auf Angaben eines in Afghanistan gefangenen El-Kaida-Kämpfers stützen. In dem Brief ist von drei Terroristen die Rede, die in den USA unterwegs sein könnten, um Nicht-Araber für den Anschlag zu rekrutieren.

NBC zufolge fanden US-Soldaten in afghanischen Verstecken Fotos des Gebäudes und anderer Bauwerke. Auch der Grand- Coulee-Damm des Columbia River, einer der größten Staudämme der Welt, sei Ziel gewesen. Wie am Freitag bekannt wurde, verschickte das FBI inzwischen eine Warnung an verschiedene Staudamm-Betreiber. In dem Schreiben wird auf Zeichnungen verwiesen, die in El-Kaida- Unterschlupfen gefunden worden seien.

Werbung für eine drastische Aufstockung des Verteidigungsetats

Sicherheitskreise versicherten am Freitag, dass in allen genannten Fällen kein Anhaltspunkt für eine unmittelbare Bedrohung vorliege. Es sei unklar, ob die Terroristen nur Informationen über mögliche Ziele gesammelt oder die Anschläge bereits geplant hätten. Es sei auch offen, ob etwaige Pläne von den Teroristen derzeit weiterverfolgt würden oder fallen gelassen worden seien.

Rumsfeld verband seine Warnung vor noch verheerenderen Anschlägen mit der Werbung für eine drastische Aufstockung des Verteidigungsetats, wie sie auch Präsident George W. Bush wünscht. Er hatte kürzlich angekündigt, zusätzliche Mittel von 48 Milliarden Dollar (55,6 Milliarden Euro) beim Kongress zu beantragen. Rumsfeld sagte, Ziel und Pflicht des Militärs sei es, Terroristen so wenig Angriffsfläche zu bieten wie möglich.

Der Minister fuhr fort, der Krieg in Afghanistan habe Stärken und Schwächen der militärischen Ausstattung offenbart. So hätten sich unbemannte Aufklärungsflugzeuge als sehr wirksam erwiesen. Zugleich sei aber ein Mangel an bemannten Aufklärern wie AWACS festgestellt worden. Auch bei der Ausrüstung zur Verteidigung gegen chemische und biologische Angriffe gebe es Mängel, sagte der Pentagon-Chef.

dpa - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 1. Februar 2002 16:38 von aj

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