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Gartenlokale locken am Sonntag:

Sonne und Wärme bis zu 20 Grad

Offenbach - Selbst eingefleischte Stubenhocker wird es am Sonntag wohl kaum noch in der Wohnung halten. Sonne und Wärme bis zu 20 Grad locken zu Fahrradtouren und in vorzeitig geöffnete Gartenlokale, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Samstag mitteilte. "Was die Temperaturen betrifft, erleben wir den oberen Rand dessen, was physikalisch überhaupt möglich ist", sagte DWD-Meteorologe Jens Hoffmann. Dazu kommt strahlender Sonnenschein, den auch ein paar dünne Wolkenfelder hier und da nicht beeinträchtigen.

DWD-Satellitenfoto

Auch am Samstag gab es vielerorts fast frühlingshafte Temperaturen. Dabei steckten viele Wintersporturlauber und Heimkehrer auf den bayerischen Fernstraßen stundenlang in Staus. Besonders betroffen war die Autobahn A 8 Salzburg-München. Dort meldete die Polizei am Mittag zwischen Chiemsee und Hofoldinger Forst auf einer Länge von 60 Kilometern stockenden Verkehr. Auch im weiteren Verlauf auf der Ostumfahrung München, der A 99, sowie auf der A 9 München- Nürnberg kam der Verkehr immer wieder zum Erliegen. Ursache war unter anderem der Beginn der Winterferien in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen.

Zwischen 14 und 18 Grad liegen die Höchstwerte am Sonntag in fast ganz Deutschland. Im Alpenvorland, am Oberrhein und am Nordrand einiger Mittelgebirge kann es sogar 20 Grad warm werden. Mit höchstens 9 bis 13 Grad bleibt es auf den Inseln, in Küstennähe und in den Hochlagen der Mittelgebirge frischer.

Große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht

Ungewöhnlich für den Februar sind nach Auskunft Hoffmanns auch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Besonders extrem ist die Spanne im Süden Deutschlands. Im bayerischen Oberstdorf beispielsweise zeigte das Thermometer noch in der Nacht zu Samstag leichten Frost an, sollte am Sonntag aber auf mindestens 17 Grad hoch klettern. Im Norden Deutschlands dagegen liegen Tag und Nacht voraussichtlich nur um sechs bis zehn Grad auseinander.

Anzeichen für eine beginnende Klimaänderung

Der Grund für die warmen Temperaturen ist nach Auskunft der Offenbacher Meteorologen subtropische Luft, die zwischen einem Orkantief über Island und einem Hoch über dem Balkan nach Mitteleuropa strömt. Der Rostocker DWD-Meteorologe Reiner Tiesel sah in den warmen Temperaturen aber sogar ein weiteres Anzeichen für eine beginnende Klimaänderung.

Hier gehe es nicht mehr nur um einfache Klimaschwankungen, die zu allen Zeiten vorkamen, sagte Tiesel. Exakte Statistiken belegten, dass es auch in Norddeutschland während der zurückliegenden 10 bis 15 Jahre eine "markante Erwärmung" gegeben habe. Temperaturrekorde und Änderungen bei Luftdruck, Niederschlag oder Wind machten deutlich, "dass sich bei uns eine leichte Verschiebung von der gemäßigten hin zur subtropischen Klimazone vollzieht."

dpa - Satellitenbild: DWD


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Zuletzt geändert am 10.06.2013 19:27 von aj

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