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Durch 31:33 nach Verlängerung im Finale gegen Schweden:

Deutsche Handballer verpassen EM-Gold

Stockholm - Deutschlands Handballer haben bei der 5. Europameisterschaft in der "Höhle des Löwen" den größten Erfolg einer DHB-Auswahl nach dem WM-Titel 1978 nur knapp verpasst, aber den Sprung zurück in die Weltspitze geschafft. Das Team von Bundestrainer Heiner Brand verlor in einem wahren "Handball-Krimi" das Finale gegen Gastgeber und Titelverteidiger Schweden vor 14.000 Zuschauern in der ausverkauften Globen Arena mit 31:33 nach Verlängerung (26:26, 14:13), sicherte sich aber 18 Jahre nach Platz zwei bei Olympia in Los Angeles erneut Silber.

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Der Schwede Magnus Wislander (in gelb) versucht, an Klaus- Dieter Petersen (l) und Volker Zerbe (R) vorbeizukommen.

Sieben Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit hatten die Deutschen noch 26:25 geführt, bevor der Kieler Staffan Olsson die Gastgebern noch in die Verlängerung rettete. Dort setzten sich die Schweden mit ihrer größeren Routine durch.

"Ich bin einfach nur stolz"

"Ich bin einfach nur stolz auf diese Mannschaft. Für mich hat sich mit dem Endspiel gegen Schweden ein lange gehegter Traum erfüllt", meinte Brand, dem die vierjährige Durststrecke mächtig zugesetzt hatte, dennoch. Trotz der zweiten Turnierniederlage im achten Spiel binnen zehn Tagen schaffte der WM-Achte von 2001 die direkte Qualifikation für die WM 2003 in Portugal sowie die EM 2004 (Austragungsort noch offen). Den dritten EM-Titel in Folge für die mit neun Bundesliga-Legionären angetretenen Schweden konnten auch die Treffer von Marc Dragunski (Tusem Essen/6) und Daniel Stephan (TBV Lemgo/6/1) nicht verhindern.

Doch vier Jahre nach dem dritten EM-Platz in Südtirol bewies die deutsche Mannschaft im auf 16 Teams aufgestockten Teilnehmerfeld ihre Zugehörigkeit zur Weltspitze. "Ich bin glücklich. Wir haben ausgerechnet bei einem gemessen an der Stärke der Teams noch nie dagewesenem Turnier den Sprung zurück nach ganz oben geschafft", betonte DHB-Präsident Ulrich Strombach nach der ersten Finalteilnahme seit der EM vor vier Jahren.

"Einer hat für den anderen gekämpft"

Brand hatte im linken Rückraum auf den 21 Jahre alten EM-Debütanten Pascal Hens aus Wallau-Massenheim gesetzt und den Lemgoer Block um Spielmacher Markus Baur gesprengt. Das zahlte sich aus. Aus einem 8:11 (20.) machte die DHB-Auswahl eine Pausenführung, die die Deutschen bis zur 43. Minute auf 20:17 ausbauten. Danach kamen die Schweden, die der künftige Bad Schwartauer Torhüter Thomas Svensson mit einer Weltklasseleistung vor einem höheren Rückstand bewahrt hatte, zunächst auf 21:21 heran (50.) und zogen dann nach in Überzahl nach einem deutschen Wechselfehler auf 23:21 davon. Das Brand-Team kam aber noch einmal ins Spiel zurück.

Sein großes Potenzial hatte der WM-Achte von 2001, der nur sein letztes Hauptrundenspiel gegen Island (24:29) verlor, bereits am Samstag beim 28:23 (13:12) im Halbfinale gegen den EM-Zehnten Dänemark angedeutet. "Einer hat für den anderen gekämpft. So eine Wahnsinnsstimmung habe ich in der Nationalmannschaft noch nie erlebt", lobte Rückkehrer Volker Zerbe, der im Halbfinale 7 Tore erzielt hatte.

Verlierer-Image endgültig abgelegt

Mit dem EM-Triumph hat die deutsche Auswahl nach drei Viertelfinal-"Sekundentoden" bei der WM 2001, Olympia 2000 und den Welttitelkämpfen 1999 das Verlierer-Image endgültig abgelegt. "Ich hoffe, dass wir jetzt endlich die Anerkennung bekommen, die uns eigentlich schon seit langem zusteht", betonte Brand: "Dieser Erfolg wertet die Leistungen der letzten Jahre auf."

Aufgrund der direkten Qualifikationen für die nächsten Großveranstaltungen sowie der möglichen Ausrichtung der WM 2005 besitzt der DHB in sportlicher wie wirtschaftlicher Hinsicht glänzende Perspektiven. Leistungsträger wie Stephan oder Baur befinden sich noch einige Zeit im besten Handball-Alter. Dazu haben Nachwuchsspieler wie Hens oder Christian Zeitz (TSV Östringen) bei der EM bereits ihre großen Fähigkeiten angedeutet. "Ziel ist es jetzt, ohne den Qualifikationsdruck weitere junge Talente an die Nationalmannschaft heranzuführen", sagt Brand, dem zudem die "Perfektionierung der Abwehrarbeit" vorschwebt.

Zerbe will internationale Karriere beenden

Auf Routinier Zerbe wird Brand aber wohl verzichten müssen. Der 33-jährige Linkshänder wird trotz einiger Überredungsversuche (Uwe Schwenker: "Volker muss weitermachen") seine internationale Karriere zum dritten Mal nach 1996 und 2000 beenden. Eine erneute Rückkehr als Aushilfskraft mochte der 2,11 m große Zerbe aber nicht gänzlich ausschließen.

sid - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 3. Februar 2002 20:08 von aj

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