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Bad Religion mit neuem Album und frischem Schwung

Punkrock vom Unidozenten

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Deutschland ist für Bad Religion eine zweite Heimat - schon wegen der treuen Fangemeinde, wie Sänger Greg Graffin im Interview erzählt. Das aktuelle Album der Punkrock-Veteranen "The Process of Believe" (Epitaph) stieg auf Platz 13 der deutschen Charts ein - in den USA war es nur Platz 49.

In Deutschland bekomme die Band mehr Öffentlichkeit, die Medien seien liberaler als in den USA. Wenn es hier nur nicht so schwer wäre, koffeinfreien Kaffee zu bekommen, klagt Graffin.

"Raise Your Voice" - ein Duett von Graffin und Tote-Hosen-Sänger Campino ist der bislang wohl bekanntester Bad-Religon-Song in Deutschland, aber nicht unbedingt ihr bester. Die Songs der kalifornischen Band sind meist schnell, kurz und melodisch, so dass man die Band schnell als einfach gestrickte Punkrocker abtun könnte - wären da nicht die Texte. Graffin beschäftigt sich in den Zwei-Minuten-Stücken des neuen Albums wie immer mit politischen und philosophischen Fragen. Meist ziemlich plakativ wie etwa in "Kyoto Now!", einem Appell an die US-Regierung zum Klimaschutz.

Im Hörsaal oder auf der Bühne - ganz egal!

"Mein zentrales Thema ist der Konflikt zwischen Evolution und Religion", sagt der Bad-Religion-Sänger. Darüber singt er nicht nur, er hat über dieses Thema auch seine Doktorarbeit geschrieben. Fast sieben Jahre lang lehrte er an Universitäten. "Für mich ist der Unterschied gar nicht so groß. Im Hörsaal und auf der Konzertbühne stehst du vor einem Publikum und präsentierst deine Ideen. Das hat mir immer gefallen."

Still geblieben ist die Band allerdings nach den Terroranschlägen vom 11. September. Keine Statements auf der Homepage, keine Benefizkonzerte. "Wir können als Band nichts sagen, um die Tragödie zu mindern. Und wenn die Menschen trauern, ist es nicht angemessen, über Philosophie zu sprechen", erklärt Graffin. "Aber jetzt, da sich der Staub gelegt hat, sollten wir überlegen, was zu tun ist, um so etwas künftig zu verhindern."

Musik geht nur an die Gefühle - nicht in die Politik

Den Einfluss seiner Musik sieht Graffin dabei eher begrenzt. "Ich kann Gefühle bei den Menschen hervorrufen oder ändern. Viele Fans haben mir das geschrieben, und ich habe das selbst mit Musik von anderen Künstlern erfahren. Aber direkt die Politik kann ich damit nicht ändern."

Familienzusammenführung und Verjüngungskur

Für die bedeutendste Veränderung für den Sound des neuen Albums sorgte die Rückkehr von Gitarrist Brett Gurewitz. Bereits als Teenager hatten Graffin und Gurewitz gemeinsam Songs geschrieben und dann Bad Religion gegründet. Gurewitz gründete das Label Epitaph, das zunächst nur Bad Religion verlegte, später aber auch Bands wie The Offspring, Pennywise und NOFX unter Vertrag nahm und so zu einem der bedeutendsten unabhängigen Punklabel der Welt wurde.

1995 unterschrieb Bad Religion bei Sony. Gurewitz verließ die Band ein Jahr später, kurz nach der Veröffentlichung des bislang erfolgreichsten Bad-Religon-Albums "Stranger Than Fiction", um sich ganz um Epitaph zu kümmern. Nachdem die Band ihren Vertrag bei Sony erfüllt hatte, kehrte sie jetzt zu Epitaph zurück und Gurewitz zur Band.

Songs klingen kraftvoll wie lange nicht mehr

Tournee sowie einige Festivalauftritte in Deutschland sind für den Frühsommer geplant.
Hörprobe: "Supersonic"
http://www.badreligion.com
http://www.epitaph.com

Um die Rückkehr hat es laut Graffin aber keinen Handel mit Gurewitz gegeben. "Das war einfach ein perfektes Timing." Der Band hat es gut getan. Die Songs klingen kraftvoll wie lange nicht mehr. "Wir wollten ein Album schreiben mit vielen Elementen aus der Vergangenheit, das aber trotzdem modern klingt. Die Musik, die ich schreibe, kann für sich alleine stehen. Aber wenn ich mit Brett schreibe, bekommt alles eine höhere Qualität. Seine Rückkehr ist wie eine Familienzusammenführung, eine Verjüngungskur."

Stephan Köhnlein, AP


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Zuletzt geändert am 6. Februar 2002 15:03 von to

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