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Berlinale-Wettbewerb: Irisch-britischer "Bloody Sunday" beeindruckt

Packender Film über nordirische Tragödie

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"Bloody Sunday" (Szenenfoto mit James Nesbitt): Das Massaker blieb ungesühnt

Berlin - Der 30. Januar 1972 ist in die nordirische Geschichte als `blutiger Sonntag" eingegangen. `Bloody Sunday" heißt auch der Film des englischen Regisseurs und Drehbuchautors Paul Greengrass, der am Donnerstag als zweiter Wettbewerbsbeitrag der 52. Berlinale gezeigt wurde.

Der emotional sehr bewegende, die tragischen Ereignisse jenen Tages dabei aber minutiös rekonstruierende Streifen zeigt, wie sich aus einer friedlichen Demonstration von Bürgerrechtlern ein Massaker entwickelte. 13 Menschen starben durch die Kugeln britischer Militärs, 14 weitere wurden verletzt. Nach dem 30. Januar entbrannte in Nordirland ein bewaffneter Bürgerkrieg, der noch immer, wenngleich mit unterschiedlicher Intensität, andauert.

Verzicht auf Zugeständnis an Hollywood-Dramaturgie

Greengrass hat die dramatische Chronik des `Bloody Sunday" in packender Szenenfolge unter Verzicht auf jedes Zugeständnis an die gewohnte Hollywood-Dramaturgie fast dokumentarisch inszeniert. Immer wieder wird mit Handkamera gearbeitet, der Zuschauer wird gefangen und eingesogen in die Dynamik des Geschehens, das auf dem blutigen Höhepunkt keine Seite mehr im Griff hat.

Film nimmt Partei für die katholischen Demonstranten

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Pressekonferenz mit Zeugen: Regisseur Paul Greengrass, li, und sein Hauptdarsteller James Nesbitt, re, flankieren den irischen Augenzeugen des Massakers von 1972, Ivan Cooper, auf der Berlinale

Der Film nimmt durchaus Partei für die katholischen Demonstranten und ihren damals jungen, inzwischen 58-jährigen Anführer Ivan Cooper. Aber gezeigt wird auch die andere Seite, also Offiziere und Soldaten der britischen Einheiten, die von London beauftragt waren, an diesem verhängnisvollen Sonntag hart durchzugreifen. Besondere Brisanz bekommt die britisch-irische Koproduktion mit der Verkörperung der Cooper-Rolle durch den nordirischen Schauspieler James Nesbitt. Der ist nämlich Protestant und gilt nun vielen seiner Glaubensgenossen als `Nestbeschmutzer".

Hartes Kontrastprogramm zum poetisch ambitionierten Auftakt

Nesbitt zeigt in einer beeindruckenden Studie, wie der damalige Parlamentsabgeordnete Cooper versucht, den Protest gewaltlos zu halten. Doch nach dem mörderischen Eingreifen der britischen Militärs steht er ratlos und gebrochen inmitten der verzweifelten Angehörigen der vielen sehr jungen Opfer des `blutigen Sonntags". Der Film von Greengrass war ein hartes Kontrastprogramm zu dem poetisch ambitionierten Berlinale-Auftakt mit dem Melodram `Heaven" von Tom Tykwer. Aber weit mehr als dessen arg konstruierte Geschichte ging diese schnörkellose Chronik eines schrecklichen Tages unter die Haut.

Wolfgang Hübner, AP


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Zuletzt geändert am 8. Februar 2002 10:57 von to

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