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Berlinale-Ehrenbär geht an US-Regisseur Robert Altman

"Der Goya Amerikas"

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Brillanz im Entwerfen scharf konturierter Gesellschaftsbilder: Robert Altman

Berlin - "Goya Amerikas", so wurde der US-Regisseur Robert Altman einmal genannt. Das Kompliment zielt auf Altmans Brillanz im Entwerfen scharf konturierter Gesellschaftsbilder. Seine besten Spielfilme zeichnen sich neben packenden Storys, exzellentem Schauspiel, virtuoser Inszenierung immer auch durch einen genauen, kritischen Blick auf die soziale Wirklichkeit aus.

Ein Mann der Traumfabrik ist Altman, gerade für seinen jüngsten Spielfilm "Gosford Park" mit einem Golden Globe ausgezeichnet, nie geworden. Am Sonntag (10.2.) erhält der Regiestar für sein Lebenswerk den Ehrenbären der 52. Berlinale.

Erst Hunde-Tätowierung - dann "Bonanza"

Altman wurde am 20. Februar 1925 in Kansas City in eine englisch- irisch-deutsche Familie geboren. Der Sohn eines erfolgreichen Versicherungskaufmanns versuchte sich nach dem Zweiten Weltkrieg, den er als Bomberpilot der US-Armee erlebte, zunächst mit einem Ingenieursdiplom in der Tasche als Geschäftsmann. Damit jedoch hatte er relativ wenig Erfolg. Auch als Erfinder, so geht etwa eine Hunde- Tätowierungsmaschine auf eine Idee von ihm zurück, kam er nicht sonderlich gut voran. Erste entscheidende Schritte Richtung Hollywood waren zahlreiche Industriefilme, Dokumentationen sowie Werbung, die er für ein Industrieunternehmen realisierte. Mit dem Schreiben von Geschichten für das Fernsehen und das Kino fand er endgültig zu seiner Profession. Dem folgte von Ende der 50er bis Mitte der 60er Jahre eine harte Schule als TV-Regisseur. Altman erlernte das Handwerk des Inszenierens, beispielsweise anhand zahlreicher Episoden der Western-TV-Serie "Bonanza".

"Mash"-Macher als unerbittlicher Chronist des "American way of life"

Sein dritter Spielfilm für das Kino, die Militärsatire "M*A*S*H" wurde 1970 mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet und begründete seinen Ruf als unerbittlicher Chronist des "American way of life". Altman, der 1996 zum Ritter der Französischen Ehrenlegion geschlagen wurde, hat mit bisher mehr als 30 Spielfilmen immer wieder seine diesbezügliche Meisterschaft unter Beweis gestellt. Gleichsam nebenbei hat er viele Schauspieler bei ihren ersten, wichtigen Schritten zum Starruhm gelenkt, zum Beispiel Shelley Duvall, Keith Carradine, Lily Tomlin, Jeff Goldblum, Sally Kellerman, Louise Fletcher, Michael Murphy und Cher.

Seine populärsten Spielfilme sind etwa "Drei Frauen" (1977), "Eine Hochzeit" (1978) und "Short Cuts" (1993), der den Goldenen Löwen von Venedig gewann. Sie erzählen meist anfänglich wie skizziert anmutende Geschichten, die sich in einem raffinierten Geflecht von assoziationsreichen Bildern und hintergründigen Dialogen stets zu psychologisch fesselnden Charakterporträts vor dem Hintergrund feinsinnig gestalteter Gesellschaftspanoramen steigern.

DutzendePersonen und Schicksale zueinander und aneinander vorbei

Formal und inhaltlich ist jedoch wohl "Nashville" (1975) Altmans wichtigste Produktion. Seine inzwischen zum Markenzeichen gewordene Vorliebe, Dutzende von Personen und Schicksale zueinander und aneinander vorbei zu führen und dabei von Szene zu Szene die Spannung zu steigern, reifte hier erstmals zur Vollendung. Ohne vordergründige Fingerzeige offenbarte Altman so die schattenreiche Wahrheit hinter gefälligen Masken und oberflächlichem Geplapper, seziert dabei gnadenlos die Neurosen der so genannten Westlichen Welt.

Gefällig anmutende Komödien mit hohesmsatirischen Potenzial

In den vergangenen Jahren dominierte eine leise Ironie die Arbeiten Altmans. Doch auf den ersten Blick gefällig anmutende Komödien wie "Cookie's Fortune" (1999) und "Dr. T. und die Frauen" (2000) haben stets auch ein hohes satirisches Potenzial. So auch "Gosford Park", ein 1932 in England spielender Thriller mit Stars wie Maggie Smith und Kristin Scott-Thomas, der auf der Berlinale am Sonntag zu Ehren Altmans im Wettbewerbsprogramm außer Konkurrenz zu sehen sein wird.

Peter Claus, dpa


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Zuletzt geändert am 8. Februar 2002 11:18 von to

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