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1:1 gegen Kroatien - Schüttler so gut wie nie - Stich stolz auf seine Spieler

Kiefer verliert gegen "blinden" Ivanisevic

Zagreb - Allen Unkenrufen zum Trotz hat die deutsche Tennis- Nationalmannschaft ihre hauchdünne Chance beim Daviscup in Kroatien nach den beiden Auftaktmatches gewahrt. Zwar kassierte Nicolas Kiefer trotz starker Gegenwehr am Freitag in Zagreb die erwartete 6:7 (3:7), 3:6, 4:6-Niederlage gegen den 28 Asse schlagenden Wimbledon-Sieger Goran Ivanisevic, doch Rainer Schüttlers couragiert und nervenstark erkämpfter 5:7, 7:6 (7:3), 6:3, 7:6 (7:5) gegen Ivan Ljubicic lässt einen Funken Hoffnung auf das Viertelfinale im April gegen Argentinien oder Australien. "Ich bin sehr stolz auf meine Spieler", sagte der debütierende Kapitän Michael Stich.

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Rainer Schüttler jubelt

Aus den noch ausstehenden zwei Einzeln am Sonntag und dem Doppel am Samstag zwischen David Prinosil/Michael Kohlmann und Ivanisevic/Ljubicic müssten das ohne Pokal-Verweigerer Thomas Haas angetretene Team des vom Anfeuern heiseren Stich allerdings noch zwei Siege holen. Dann wäre der neuerliche Erfolg gegen Kroatien perfekt, das den bislang einzigen Vergleich 1995 in Karlsruhe (mit Stich und Boris Becker) 1:4 verloren hat.

"Ich bin glücklich, den ersten Punkt gemacht zu haben", so Schüttler. "Es ist etwas ganz Besonderes, für das Team zu spielen, und unheimlich schön, wenn alle hinter einem stehen. Ich habe um jeden Ball gefightet und gar nicht gemerkt, dass ich zuletzt drei Satzbälle abwehren musste", meinte der so gut wie noch nie im Daviscup spielende Hesse und ergänzte mit dem Lächeln des Siegers: "Es war ein hartes Stück Arbeit."

Kiefer gut, aber ohne Glück gegen den kroatischen Volkshelden

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Spiel-Pause: Kapitän Michael Stich (li.) und Nicolas Kiefer

Hart gearbeitet hat auch Nicolas Kiefer. "Er hat sich nie aufgegeben und immer 100 Prozent gegeben", meinte Stich: "Ich habe Ivanisevic lange nicht so stark gesehen." Der zuletzt in einer schlimmen spielerischen Krise steckende Niedersachse hatte kein Glück. Wann immer es der "Herr der Asse" brauchte, konnte er eine Batterie davon abrufen. Kiefer stand dem Aufschlag-Gewitter zumeist machtlos gegenüber und kassierte im zehnten Pokalspiel seine siebte Niederlage. "Ansatzweise habe ich gut gespielt", sagte der 24-Jährige selbstkritisch, "manchmal hätte ich aggressiver sein können."

Kampflos ergab sich der Weltranglisten-44. dem von 3500 Zuschauern im ausverkauften Dom Sportova von Zagreb frenetisch angetriebenen Ivanisevic freilich nicht. Mit Energie und Willen glich er in den ersten beiden Sätzen einen Serviceverlust aus. Doch letztlich reichte es gegen den wie eine Maschine spielenden kroatischen Volkshelden nicht, der sich selbst von Problemen mit seinen Kontaktlinsen nicht irritieren ließ. Als der Durchblick fehlte, machte der 30-Jährige ganz einfach drei Mal eine Pause.

Schüttler ließ sich nicht aus der Ruhe bringen

Auch Schüttler hatte sich vor seinem ersten Auftritt zum Ziel gesetzt: "Ich muss den Aufschlag irgendwie zurückbringen. Wenn ich erst mal ins Spiel komme, sind meine Chancen nicht schlecht." Tatsächlich war genau dies der Schlüssel zum Erfolg. Nach zwei Niederlagen in drei Daviscup-Einsätzen krempelte der 25-Jährige aus Bad Homburg die Ärmel auf und ballte nach dem verlorenen ersten Satz kampfbereit die Faust. Immer sicherer wurde danach auch sein Aufschlag - und die teils dubiosen Entscheidungen der Linienrichter überstimmte der starke Stuhlschiedsrichter gleich im Dutzend.

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Sieger Goran Ivanisevic

"Rainer war supertoll", krächzte Stich: "Er hat jeden Ball so gespielt, als sei es der letzte. So muss es sein." Ljubicic, der von den beiden Vergleichen mit Schüttler den ersten auf Sand in Kitzbühel gewonnen, den zweiten in Wimbledon aber in drei Sätzen verloren hatte, machte erheblich mehr Fehler. Der Druck, vor eigenem Publikum siegen zu müssen, belastete den Weltranglisten-33.

Wie ein Mann stand das Team hinter den Spielern

Kapitän Stich durfte sich über eine zumindest teilweise gelungene Premiere freuen. Die Handschrift des neuen Chefs war erkennbar: Wie ein Mann stand das Team hinter den Spielern, und Stich nutzte jede Möglichkeit, seine Akteure anzufeuern und seinen Einfluss auf den Schiedsrichter geltend zu machen. Ganz anders als es Niki Pilic dereinst bei seinen Daviscup-Triumphen (1988/1989/1993) mit Stich und Becker pflegte - und heute als Erfolgs-Kapitän der aus der Dritten Liga durchmarschierten Kroaten.

Von Andreas Bellinger, dpa


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Zuletzt geändert am 8. Februar 2002 20:04 von tea

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