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Olympia-Abfahrt in Snowbasin: Erster Austria-Sieg seit Ortlieb 1992

Strobl stiehlt Eberharter das programmierte Gold

Snowbasin - Fritz Strobl hat dem haushohen Favoriten Stephan Eberharter das programmierte Gold gestohlen und sich an einem Traumtag zum Abfahrts-König der Olympischen Winterspiele gekrönt. Unbeeindruckt von allen Prognosen der Experten zeigte der 29 Jahre alte Kärntner auf der Grizzly-Abfahrt in Snow Basin keine Nerven und bescherte der Skination Österreich den ersten Abfahrts-Olympiasieg seit Patrick Ortlieb vor zehn Jahren in Albertville sowie das 25. Alpin-Gold bei Olympia.

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Österrreicher Fritz Strobl springt an der Abfahrtsstrecke über eine Bodenwelle und direkt zum Gold.

Selig lächelnd stand der stille Bauernsohn aus Steinfeld im Ziel und genoss die Ovationen der 22.000 Zuschauer. "Einfach sensationell, das ist ein wunderschöner Tag, an dem alles gepasst hat", sagte er immer wieder und fügte hinzu: "Ich habe nicht ans Rennen gedacht, sondern nur ans Skifahren. Ich hatte schon heute morgen ein super Gefühl, dass ich es packen kann." Österreichs Abfahrtstrainer Robert Trenkwalder meinte: "Jetzt ist er endgültig ein ganz Großer."

Eine perfekte Fahrt

Mit der Startnummer zehn ging Fritz Strobl ins Rennen, legte auf der eisigen und kurvenreichen "Achterbahn" vom Mt. Allen herab eine perfekte Fahrt hin und verdrängte den vor ihm gestarteten Eberharter locker von der Spitze. In 1:39,13 Minuten siegte der lange Österreicher (1,87 m, 92 kg) mit 0,22 Sekunden Vorsprung vor dem Norweger Lasse Kjus (1:39,35), der schon 1998 in Nagano Silber gewonnen hatte. Stephan Eberharter (1:39,41), mit insgesamt neun Weltcup-Siegen der überragende Skifahrer der Saison, musste sich mit Bronze zufrieden geben, war aber dennoch nicht enttäuscht: "Das war ein guter Start für mich. Ich habe ja noch zwei Chancen."

Rauffer fährt weit hinterher

Das deutsche Ein-Mann-Team spielte unter strahlend blauem Himmel wie erwartet keine Rolle. Max Rauffer (Leitzachtal), der sich in letzter Sekunde in Garmisch-Partenkirchen für Olympia qualifiziert hatte, kam mit der 2.860 Meter langen Piste wie schon im Training nicht zurecht und landete am Ende mit 3,39 Sekunden Rückstand auf Platz 34. "Es ist schlecht gegangen, es hat von oben bis unten nicht gepasst", gestand der 29-Jährige und hoffte auf den Super-G: "Da bin ich in dieser Saison stärker."

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Die Sieger der olympischen Abfahrt, (v. l.) Lasse Kjus (Norwegen, Silber), Fritz Strobl (Gold) und Stephan Eberharter (Bronze) jubeln auf dem Podium

Rauffer verschwand schweigend in der Menge, der Jubel der Zuschauer gehörte Fritz Strobl. Schon mehrmals hatte der 29-jährige Abfahrtsspezialist bei einem Großereignis zu den Favoriten gezählt, immer wieder aber war er an den Nerven gescheitert. Bei der WM 1997 in Sestriere schien er schon auf dem Weg zum sicheren Gold, doch dann unterlief im in der letzten Kurve "Aqua Minerali" ein schwerer Fehler und er musste sich mit Platz vier begnügen. 1998 in Nagano wurde er nur Elfter.

Alles muss passen: "Das Material, das Wetter und ich"

Diesmal hielt Fritz Strobl, mit seinem Teamkollegen Josef Strobl weder verschwägert noch verwandt, dem Druck stand. Schon im letzten Trainingslauf lag er vor knapp vor Eberharter, auch wenn der Franzose Pierre-Emmanuel Dalcin überraschend noch schneller war. "Ich bin nicht der Favorit, aber ich weiß, dass ich Eberharter schlagen kann", sagte Fritz Strobl vor dem Rennen seines Lebens: "Dann muss freilich alles zusammenpassen. Das Material, das Wetter und ich."

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Man hat sich lieb:Fritz Strobl (l, Gold) und Stephan Eberharter

Es passte alles zusammen an diesem Tag, den er später nicht einmal den schönsten seines Lebens nannte: "Das Leben war vorher schön und wird es auch in Zukunft sein." Ruhig und gelassen stand Fritz Strobl unten im Zielraum und schaute gelassen den Konkurrenten zu, wie sie der Reihe nach an seiner Bestzeit scheiterten. Als Eberharter im Ziel abschwang, atmete er erleichtert durch, danach genoss er den goldenen Tag in aller Ruhe.

Ein würdiger Olympiasieger auf einer olympiawürdigen Strecke

Schon zwölf Weltcup-Rennen hatte Fritz Strobl in seiner Karriere gewonnen, darunter 1997 und 2000 in Kitzbühel. In diesem Winter schaffte er den einzigen Saisonsieg in Bormio, die letzte Abfahrt vor Salt Lake City beendete er in St. Moritz hinter Stephan Eberharter auf Platz zwei. Schon da lag er nur 0,18 Sekunden hinter dem österreichischen Dominator und schöpfte Mut: "Wenn ich am Tag X meine beste Leistung bringe, kann ich ihn schlagen."

Fritz Strobl war nicht der Top-Favorit, aber zumindest Favorit Nummer zwei und der würdige Olympiasieger auf einer olympiawürdigen Strecke. Früher galt der Gendarm aus Kärnten als nervenschwach, doch am Sonntag bewies er das Gegenteil. Wenn er seine Karriere eines Tages beenden wird, will der zweifache Familienvater - die Söhne Mario und Simon sind vier Jahre und acht Monate alt - den Bauernhof seiner Eltern in Gerlamoos/Kärnten übernehmen.

Von Markus Seyrer und Thomas Häberlein, sid


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Zuletzt geändert am 10. Februar 2002 21:03 von tea

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