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Hamburg rümpft die Nase über den Party-Senator:

Schicksalswoche für Schill

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Fällt der Mann an seiner Seite, könnte es auch für Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (vorne) schlecht aussehen.

Hamburg - Bewiesen ist nichts, und selbst die SPD-Opposition bekräftigt: "Es gilt die Unschuldsvermutung." Hat Hamburgs Innensenator Ronald Barnabas Schill nun gekokst oder nicht? Der bedrängte Politiker legt sein Schicksal in die Hände der Wissenschaft. Ein Haartest soll belegen, dass seine Behauptung stimmt: "Ich habe nie Drogen genommen."

Schill begibt sich mit dem Test in eine Reihe mit Prominenten wie Fußballlehrer Christoph Daum und Showsternchen Nadja Abdel Farrag, besser bekannt als Naddel. Und immer mehr Wähler in Hamburg fragen: Ist das die richtige Gesellschaft für unseren Innensenator und Zweiten Bürgermeister?

Wilde Feten, Disco-Nächte, freche Mädchen und Champagner

Bewiesen in Sachen Kokain ist nichts, und das Beispiel Daum zeigt, dass möglicherweise auch der Haartest die Wahrheit nicht zwingend zu Tage fördert. Wie auch immer die Probe ausgeht, und das Ergebnis kann schon in wenigen Tagen vorliegen: Der frühere "Richter Gnadenlos", der den Hamburgern Recht und Ordnung und drogenfreie Straßen versprochen hat, dürfte als Politiker beschädigt sein. Dabei geht es nicht nur um die neue K-Frage - K für Kokain -; Thema ist, was sonst an Alster und Elbe gern vornehm verschwiegen wird: das Privatleben führender Politiker, des "Party-Senators", wie Schill in der Öffentlichkeit schnell genannt wurde.

Wilde Feten, Disco-Nächte, freche Mädchen, Champagner und vielleicht noch mehr. Auch wenn da mit manchem biederen Hanseaten die Fantasie durchgehen mag, man rümpft die Nase: "Damit hat sich der zweite Kopf des neuen Senats auf ein Niveau begeben, das Hamburg bisher fremd war", rügt das "Hamburger Abendblatt", das dem neuen Mitte-Rechts Senat unter Ole von Beust (CDU) durchaus wohlwollend gegenüber steht. Eine "Liaison dangereuse" zwischen Politikern und Halbwelt habe es bisher nicht gegeben.

Massiver Einbruch in der Wählergunst

Schills Problem ist auch, dass er an seinen markigen Sprüchen gemessen wird. Der "Mehltau der Verbrechensfreundlichkeit" habe sich über die Stadt gelegt, Hamburg werde eine "immer größere Bedrohung durch Verbrechen zugemutet", hatte er im Wahlkampf behauptet. Die Angst der Bürger vor Gewalt und Kriminalität bescherte Schill am 23. September 19,4 Prozent der Stimmen und machte nach 44 Jahren SPD- Herrschaft den Machtwechsel in Hamburg möglich.

Doch Umfragen belegen längst einen massiven Einbruch der Schill- Partei in der Gunst der Wähler. Nur noch zwölf Prozent wollen Schill derzeit ihre Stimme geben. Die geplante Ausweitung in andere Bundesländer ist gefährdet. "Schill hat die Wahl mit dem Image des Saubermanns gewonnen. Wenn er jetzt den Ruf des Partylöwen nicht mehr los wird, ist das für ihn gefährlich", sagt der Politologe Michael Greven.

Schill-Partei ohne Schill?

Dabei haben sich an Schill schon vor der Wahl im September 2001 die Geister geschieden. "Demagoge" und "Rechtspopulist" waren die Parolen, er habe "charakterliche Defizite und paranoide Züge", meinte die Grünen-Politikerin Krista Sager. Gegner werfen Schill vor, er sei nicht an der Sache interessiert, sondern nur an der Selbstdarstellung. Das alles ist nicht neu, aber Bürgermeister Ole von Beust hat nun ein Problem: Ohne Schill ist das Überleben der Schill-Partei und damit des ganzen Senats höchst zweifelhaft.

Thomas Lanig, dpa - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 10. Februar 2002 17:10 von mwege

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