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Ende des Zicken-Zoffs: Gold-Pechstein und Friesinger schließen Frieden

Bayrischer Busserl auf die Berliner Wange

Faire Geste: Anni Friesinger (rechts) gratuliert Claudia Pechstein.  

Salt Lake City - Claudia Pechstein wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln. Einmal, zweimal, dreimal. "Der Blick direkt in die vielen Gesichter, die Menge, die sich vor einem wie eine Wand aufbaut - das war der Hammer", schilderte die Berlinerin ihre aufgewühlte Gefühlswelt, als das im emotionsgeladenen 3000-m-Duell mit Eisschnelllauf-Seriensiegerin Anni Friesinger gewonnene Gold um ihren Hals baumelte. Die Nationalhymne für den ersten deutschen Olympiasieg in Salt Lake City erklang auf der mit 20.000 Zuschauern gefüllten Medal Plaza erklang. Pechstein im Glücksrausch.

Im Überschwang der Gefühle schloss die jetzt dreimalige Olympiasiegerin mit der auf Rang vier abgestürzten Rivalin aus Inzell ihren Frieden. "Ich denke, dass es gut für unsere Sportart in Deutschland ist, dass Anni auch außerhalb der Arena so viel in der Presse ist", meinte Pechstein.

"Ich will Anni nicht kopieren"

Die 29-Jährige will nun selbst von der allgemeinen Popularitätssteigerung des Eisschnelllaufs profitieren: "Das ist jetzt Sache des Managements. Aber ich gehe nicht den gleichen Weg wie Anni, ich will sie nicht kopieren." Auch weil Pechsteins zurückhaltende Art bislang mehr sportlichen Erfolg bringt: "Die Aufmerksamkeit war ständig auf Anni. Sie war die haushohe Favoritin, das war mein Vorteil."

Friesinger lobt Fabel-Weltrekord

Friesinger zollte der Kollegin Anerkennung: "Es war ein Fabel-Weltrekord und den respektiere ich", äußerte die 25-Jährige, die Pechsteins sensationelle 3:57,70 Minuten mit einer Umarmung und einem bayerischen Busserl auf Berliner Wange belohnte. "Ich denke, das war ernst gemeint von ihr", sagte Pechstein. Kein Thema mehr der Zicken-Zoff, mit dem die Rivalinnen nach Friesingers EM-Triumph Anfang Januar in Erfurt für Schlagzeilen gesorgt hatten.

Mit einem Redeschwall versuchte Friesinger ihre Enttäuschung zu verbergen, hielt nur mit Mühe die Tränen zurück. Ihr Fazit: "Schwamm drüber, vorbei, abhaken. Jetzt habe ich noch drei Chancen. " Trainer Markus Eicher meinte: "Ich bin froh, dass jetzt zuerst die 1000 m kommen, weil Anni da nicht die Favoritin ist." Und Friesingers Bruder Jan: "Sie ist mit dem Druck nicht fertig geworden."

Zum dritten Mal auf den Punkt topfit

Claudia Pechstein schaffte wie schon 1994 in Lillehammer und 1998 in Nagano eine Punktlandung. "Ich habe die ganze Saison über gesagt, dass nur Olympia zählt", erinnerte sie und bedankte sich für das "Händchen des Trainers", Joachim Franke. Auch dessen Jubel kannte nach Pechsteins insgesamt drittem Olympiasieg kaum Grenzen.

Friesinger brach am Ende ein

Friesingers Schocktaktik verpuffte. "Es war meine einzige Chance, brutal schnell anzugehen", erklärte die in dieser Saison über 3000 m noch ungeschlagene Oberbayerin, die zwei Laufpaare vor der Berlinerin an der Reihe war. Drei Sekunden lag die Allround-Weltmeisterin nach halber Distanz unter der Durchgangszeit von Pechsteins altem Weltrekord, brach auf der letzten Runde jedoch extrem ein und verspielte trotz ihrer ersten Zeit unter vier Minuten (3:59,39) eine Medaille. Hinter Pechstein, die Bronzegewinnerin Cindy Klassen aus Kanada (3:58,97) erst auf der Schlussrunde enteilte, sicherte sich die Niederländerin Renate Groenewold (3:58,94) im letzten Laufpaar die Silbermedaille.

Einen Tag nach ihrem 30. Geburtstag kann Claudia Pechstein am 23. Februar mit dem Gold-Hattrick über 5000 m Sportgeschichte schreiben und zur erfolgreichsten deutschen Winter-Olympionikin aufsteigen. Bislang sind Jahrhundert-Eisschnellläuferin Gunda Niemann-Stirnemann und Karin Kania mit dreimal Gold, viermal Silber und einmal Bronze die Rekordhalterinnen.

Mit Eishockeyspielern gefeiert

"Ich will mich nicht darauf versteifen. Wenn es nicht klappt, geht die Welt nicht unter. Ich möchte keinen unnötigen Druck aufbauen, sondern zuerst mal ein bisschen feiern", sagte Pechstein, die gegen Mitternacht im Deutschen Haus mit den deutschen Eishockeyspielern mit Sekt anstieß. Die effektivste deutsche Eisschnellläuferin bei Olympia ist sie bereits. Ihre Zwischenbilanz: 7 Starts, 6 Medaillen, davon 3mal Gold.

Von Berthold Mertes, sid - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 11. Februar 2002 09:44 von sab

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