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Karneval in Rio:

Farben und Haut wie nie zuvor

Rio de Janeiro - Der weltberühmte Karnevalsumzug von Rio de Janeiro ist am Dienstag mit großem Jubel, aber auch mit Kritik zu Ende gegangen. Während die meisten Medien und Zuschauer die einmalige Show würdigten, die wie nie zuvor von nackter Haut und Farbenpracht geprägt war, prangerten einige den zunehmenden Kommerz an.

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Entgegen der Tradition ließen sich einige der sogenannten "Samba-Schulen" das Thema des Umzugs erstmals von Sponsoren wie Luftfahrtgesellschaften oder Telefonfirmen diktieren. "Die Parade verkommt zum Werbefeldzug", klagte der Alt-Samba-Star Joasinho Trinta (70).

Während sich 70 000 Menschen die teuren Sambodromo-Karten leisteten, verfolgten zig Millionen die Parade zu Hause und in Kneipen und Restaurants vor den Bildschirmen. Auch der zweite Parade- Tag ging am Dienstag nach rund elf Stunden erst nach Sonnenaufgang zu Ende. Unter den ausländischen Gästen ragte die frühere First Lady Barbara Bush hervor. Die 76-jährige Mutter des jetzigen US- Präsidenten zeigte Stehvermögen, war an beiden Tagen präsent und - wie die Zeitung "O Globo" schrieb - "klatschte und lachte unentwegt". Sie habe viel fotografiert, sogar die Journalisten, hieß es.

Nur Schuhe und Körperfarbe

Der Umzug zur traditionellen Samba-Musik, in Brasilien ein Straßenfeger, war der farbenprächtigste aller Zeiten. Für Furore sorgten eine neue aus Deutschland importierte Beleuchtungsanlage sowie das wieder zugelassene Feuerwerk. Sehr farbig waren auch die Allegorie-Wagen, die riesigen Figuren und vor allem die prachtvollen Kostüme. Nicht wenige der Tänzerinnen verzichteten jedoch auf jegliche Textilien und trugen nur Schuhe und Körperfarbe.

Insgesamt 14 der sogenannten "Sambaschulen", die in den Elendsvierteln Rios ihre Wurzeln und oft noch ihren Sitz haben, nehmen am zweitägigen Umzug mit bis zu 8000 Sängern und Tänzern teil. Die Parade wird in Brasilien ernster genommen als das nationale Fußballturnier. Eine von der Regierung ernannte Jury wird am Mittwoch die Sieger-Schule bekannt geben. Die Parade-2002 ist die teuerste, gleichzeitig aber schon jetzt die gewinnträchtigste in der Geschichte des Karnevals.

"Friedlichster Karneval aller Zeiten"

Der Karneval in Rio ist zwar der berühmteste weltweit, doch auch in anderen Städten Brasiliens wird groß und oft volksnäher gefeiert. In der nordöstlichen Provinzhauptstadt Salvador versammelten sich zum Beispiel bei verschiedenen Straßenumzügen zwischen Donnerstag und Montag jeweils rund zwei Millionen Menschen auf den Straßen.

Die Gewalt, die in vergangenen Jahren den Karneval in Rio so oft überschattete und Menschenleben kostete, ist diesmal so gut wie ausgeblieben. "Das war der friedlichste Karneval aller Zeiten, wir haben nur ein paar vom Alkohol ausgelöste Streitereien gehabt", meinte Sicherheistsekretär Josias Quintal. Rund 30 000 Polizisten waren auf "Sonderpatrouille" geschickt worden.

Dengue-Fieber-Gefahr noch nicht gebannt

Um anderen negativen Folgen der Faschings-Zügellosigkeit vorzubeugen, wurden in ganz Brasilien Dutzende Millionen Kondome kostenlos verteilt. Der Erzbischof von Rio de Janeiro gab derweil den Gläubigen während der tollen Tage Gelegenheit zur Buße. Unweit des Sambodromo in der Sport-Stadthalle Maracanazinho versammelten sich allein an allen Karnevalstagen jeweils mehrere tausend Menschen.

Eine andere Gefahr, die den Behörden Kopfschmerzen bereitet, ist vorerst nicht gebannt: Eine Dengue-Fieber-Epidemie, die in Rio bereits sieben Menschenleben forderte. Die Behörden befürchten durch den Karneval den "Export" der Epidemie ins In- und Ausland. Allein Rio erwartete zu diesem Karneval den Rekord-Besuch von 370 000 ausländischen Touristen, 10 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

dpa - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 12. Februar 2002 16:38 von aj

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