IVWPixel Zählpixel

  Ticker    Wetter    Foto des Tages    Archiv    Übersicht 

Home     Kontakt     Site Map  

Mi 13.02.2002

 Nachrichten

   vom 13.02.02

Von "Sesselklebern" und "Konfusionsräten"
Polizei überwältigt Geiselnehmer (17)
Taliban-Führer
wollen sich stellen

Mord an Vanessa gibt Polizei Rätsel auf
Keine Neuwahl wegen CDU-Schwarzgeld
Sonde Galileo geht
auf Kollisionskurs

Rudolph Giuliani zum
Ritter geschlagen

"Herr der Ringe" für
13 Oscars nominiert

Streit um Sperma von inhaftiertem Mafioso
Wetter: Nachtfrost
und wieder Sonne

Karikatur
Foto des Tages


 Sport



 Magazin



 Internet

[an error occurred while processing this directive]

Jupiter-Kundschafter fliegt noch dichter an größten Planeten heran:

Galileo geht auf Kollisionskurs

Hamburg - Nach dem bisher erfolgreichsten interplanetaren Forschungsflug ist die deutsch-amerikanische Jupitersonde Galileo Ende Januar auf Kollisionskurs mit dem Riesenplaneten gegangen. Im November wird die "Wundersonde" noch einmal dichter als bei ihren 33 vorherigen Jupiter-Runden an den größten Planeten unseres Sonnensystems herankommen, um nur ein knappes Jahr später planmäßig in dessen Atmosphäre einzutauchen.

Anklicken zum Vergrößern
Computergrafik der Sonde "Galileo" vor dem Planeten Jupiter: Die blauen Punkte sollen die Radio- Signale illustrieren, die die Sonde über eine Tochterkapsel von Proben der Jupiter- Atmosphäre empfing.

In diesem Augenblick schließt das Logbuch des kosmischen Kundschafters, der trotz des frühen Ausfalls seiner Hauptantenne 70 Prozent seines Programms abhaken und mit einer großen Zahl astronomischer Erstleistungen eine neue Ära der Planetenforschung einleiten konnte.

Ungewöhnliches wie vieles an diesem Raumfahrzeug geschah schon nach dem Start am 18. Oktober 1989 aus der Ladebucht der Raumfähre Atlantis. Anders als bei einem direkten Zielanflug musste sich Galileo erstmals in der Geschichte der Raumfahrt die Beschleunigung mit einer Reise ins Innere des Sonnensystems holen und gravitative Schleuderkraft durch Umfliegen von Venus und Erde gewinnen. Die dunkelste Stunde des Unternehmens war am 11. April 1991, als sich die zum Wärmeschutz in Sonnennähe zusammengefaltete Hauptantenne nicht öffnen wollte und auch in monatelangen Anstrengungen nicht mehr gelockert werden konnte. Es scheint noch heute wie ein Wunder, dass trotzdem 70 Prozent des Programms mit einer kleinen Hilfsantenne gerettet wurden.

Mission drei Mal verlängert

Am Ziel seiner mehrjährigen Odyssee erreichte das Raumfahrzeug mit seinem damals bei MBB München gebauten Antrieb im Dezember 1995 den Einstieg in den Jupiter-Orbit. Zuvor waren schon der erste Besuch bei einem Asteroiden (Gaspra) und die Entdeckung eines Mondes gelungen. Als Pioniertat werteten die Astronomen auch die erste dokumentierte Kollision von zwei Himmelskörpern im Sonnensystem. Galileo beobachtete im Juli 1994 den zum Medienereignis gewordenen Sturz des Kometen Shoemaker-Levy 9 auf den Jupiter.

Die zunächst bis 1997 geplante Mission im Reich des Jupiters und seiner Monde wurde dann drei Mal verlängert. In diesem Zeitraum schluckte das stabile Fahrzeug dreieinhalb Mal so viel gefährliche Strahlung, wie ihm die Konstrukteure eigentlich zugemutet hatten. Der Auftritt am König der Planeten begann gleich mit Höhepunkten: mit dem Abstieg einer Tochterkapsel durch die dichte Atmosphäre des Himmelskörpers von der 318fachen Masse der Erde und mit der Gewinnung neuer wertvoller Daten. In der Folgezeit sammelte das Raumfahrzeug wissenschaftliche Punkte mit Naherkundungen der vier Hauptmonde Io, Europa, Ganymed und Callisto.

Io als vulkanisch aktivsten Mond entlarvt

Bei ihrer weiteren Tour am Jupiter fand die Sonde heraus, dass Ganymed ein eigenes Magnetfeld hat. Sie entlarvte in teils gefährlichen Kamikazeflügen Io als den vulkanisch aktivsten Mond im Sonnensystem. Dabei erwies sich der silikatisch-schwefelige Vulkanismus als so heiß, wie es vor zwei Milliarden Jahren auf der Erde gewesen sein mag. Als Überraschung entpuppte sich bei Europa und Callisto die Vermutung von Salzozeanen unter gefrorenen Oberflächen. Diese Erkenntnisse, verbunden mit Spekulationen um primitive Lebensformen, haben zur Planung einer eigenen Europa-Mission geführt.

Insgesamt haben Tausende von Menschen an dem 1,4 Milliarden US- Dollar (1,6 Milliarden Euro) teuren Unternehmen gearbeitet. Von deutscher Seite waren drei Experimente, mehrere Versuche und herausragend das 150 Millionen Mark teure Antriebssystem der Firma Astrium-Infrastruktur beteiligt.

Mond Europa soll nicht verseucht werden

Link:

  • Galileo-Seite der Nasa

  • Durch die Strahlung am Jupiter wurden Teile der Sonde in Mitleidenschaft gezogen. Wegen der Gefahren, die von einer unkontrolliert in der Umgebung des Planeten taumelnden Sonde ausgehen, haben die Wissenschaftler auf ihren ursprünglichen Plan verzichtet, Galileo am Ende frei durch das Jupiter-System geistern oder im Sonnenkarussell rotieren zu lassen. Vor allem soll vermieden werden, dass der Mond Europa, auf dem möglicherweise primitives Leben herrscht, verseucht wird.

    Wenn der Jupiter-Kundschafter im September 2003 auf den Planeten stürzt, sind rund 30 Jahre seit Beginn des vom Laboratorium für Strahlantriebe (JPL) in Pasadena (Kalifornien) entwickelten Programms verstrichen. Aber auch noch lange danach wird die Forschungsarbeit über Galileos Entdeckungen und die von ihm aufgegebenen Rätsel andauern.

    dpa - Foto: dpa


    Zum SeitenanfangZum Seitenanfang

     Suche in RZ-Online

     RZ

    Web


    Olympia bei RZ-Online
    Olympia bei RZ-Online


    Sonderteil zur Bundesliga
    Sonderteil zur Fußball-Bundesliga



    Zuletzt geändert am 13. Februar 2002 11:51 von aj

    » Artikel druckenDruckversion
    » Schriftgröße einstellen
    » Impressum