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"Anleitung zum Unschuldigsein" für verschämte Zeitgenossen

Generation Golf ist Vergangenheit

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Florian Illies: "Anleitung zum Unschuldigsein". Argon, 252 Seiten, 17,50 Euro

Die "Generation Golf" ist Vergangenheit, es lebe die Generation der Schuldigen. Bereits in seinem Bestseller "Generation Golf" erkundete Nachwuchsautor Florian Illies das Innenleben der markenbewussten Jugend der 80er. Zunächst schwärmerisch mit den damaligen Trendsettern - dem Zweier- Golf sowie einer Levis 501 - verwoben, skizzierte Illies diese Jahre letztlich als belanglose Ära.

Die Dekade der "Generation Golf" war in der Retrospektive nicht mehr als eine Wattebausch- Zeit für Kids, die sich für Äußerlichkeiten wie den Wandel von "Raider" zu "Twix" interessierten, sonst aber für nix. In seinem neuen Werk "Anleitung zum Unschuldigsein" inspiziert Illies nun die Generation derjenigen, die ständige Schuldgefühle haben. Peinlich berührt schlittert er minütlich in unangenehme Gefühlslagen.

Leben eines gewöhnlichen Deutschen mit gewöhnlichen Schuldgefühlen

Er trennt den Müll nicht ökologisch sinnvoll, wirft Lebensmittel nach dem Ablauf des Verfallsdatums samt Verpackung weg. Illies lässt Tramper am Straßenrand stehen und kann in der Folge keinen klaren Gedanken fassen, weil das Schuldgefühl gegenüber dem armen Mitfahrgelegenheits- Sucher ihn vereinnahmt hat. Er ernährt sich falsch, schämt sich der Menschen, die sich in den verschiedenen Talk- Shows blamieren. In 23 mitunter sehr kurzen Kapiteln umreißt der Feuilleton- Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung das Leben eines gewöhnlichen Deutschen mit gewöhnlichen Schuldgefühlen.

Ein wenig platt, vielleicht etwas banal

Manchem Leser mag die Art der Darstellung sprachlich zu platt, der Gesamteindruck des zweiten Werk von Florian Illies zu banal erscheinen. Doch scheint dem 30- jährigen Hessen der Anschluss an seinen Bestseller "Generation Golf" gelungen.

Der Leser nickt mit breitem Grinsen

Der Autor überzeichnet die einzelnen Alltagssituationen derart, dass der Leser mit breitem Grinsen nickt. Illies schildert nicht die eigene Scham, er führt, sprachlich flott, das Schuldempfinden des Deutschen im Allgemeinen vor Augen. Jedes Kapitel schließt überdies mit einer jeweils situationsbezogenen Anleitung zum Unschuldigsein. Ob es ratsam ist, der Empfehlung des Autors nachzukommen und in einem feinen italienischen Restaurant in Bundeswehr- Kleidung die drei Strophen des Deutschlandliedes zum Besten zu geben, um das Schuldgefühl, Deutscher zu sein, abzulegen, sei dahingestellt. Ratsam ist es jedoch, die "Anleitung zum Unschuldigsein" in Etappen zu genießen. Sonst ähneln sich die einzelnen Kapitel womöglich zu sehr.

Volker Boch


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Zuletzt geändert am 14. Februar 2002 11:22 von to

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