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Martina Ertl nach der Bronze-Fahrt: Erleichterung, aber keine Euphorie

Narben sind noch nicht verheilt

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Auf dem "Stockerl": Martina Ertl.

Snowbasin - Der letzte Schritt war der leichteste. Voller Elan stieg Martina Ertl auf die Stufe mit der "3" vorne drauf, kurz danach stieß sie ihren Blumenstrauß in die Luft als wollte sie sagen: Seht her, ich hab's doch noch geschafft. "Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, ich bin überglücklich", sagte die Lenggrieserin nach dem Gewinn der Bronzemedaille in der Kombination, der ersten deutschen Alpin-Medaille bei Olympia 2002, immer und immer wieder.

Und stolz wie Oskar betonte sie: "Diese Medaille widme ich mir selbst. Ich habe von allen die härteste Zeit durchgemacht".Für die Kombinations-Weltmeisterin ging mit ihrer dritten Olympia-Medaille ein kleines Martyrium zu Ende, die Verantwortlichen waren erleichtert über die erhoffte Platzierung auf dem Treppchen, doch die ganz große Freude wollte nicht aufkommen. "Wir freuen uns, dass wir etwas vorzuweisen haben", sagte Cheftrainer Wolfgang Maier, räumte aber auch ein: "Wir sind jetzt nicht im siebten Himmel wegen Bronze. Bei Gold wäre das etwas anderes gewesen."

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Glänzte vor allem im Slalom: Martina Ertl.

Hausfrieden noch gestört

Bei aller Erleichterung über die erste Medaille war vor allem deutlich zu spüren: Martina Ertl hat in den vergangenen Tagen Narben hinterlassen, die auch durch den wichtigen sportlichen Erfolg nicht verschwinden werden. Durch ihre Forderung nach einem Startplatz beim Abfahrtsrennen hatte sie den Hausfrieden empfindlich gestört. "Ich habe halt eine große Klappe", räumte Ertl ein: "Aber das ist alles vergessen." Wenn sie sich da mal nicht täuscht: Der Chefcoach hatte für sie diesmal nur einen flüchtigen Wangenkuss übrig. Es gab auch schon andere Zeiten - mit stürmischen Umarmungen und "La Ola" der Trainer im Zielraum wie im Vorjahr bei ihrem WM-Gold in St. Anton.

Saison bis dato ein Desaster

Dabei war die Leistung von Ertl auch diesmal beeindruckend. "Es ist schon toll, dass man ausgerechnet bei Olympia zum ersten Mal in der Saison aufs Podium fährt", lobte sie sich selbst. Ihre Freude war mehr als verständlich: Die Saison war bis dahin ein Desaster und fast jedes Rennen eine Qual gewesen. In Berchtesgaden am 19. Januar stürzte die 28-Jährige dann auf den absoluten Tiefpunkt ab: Rang 64 (!) in der einstigen Paradedisziplin Riesenslalom. "Damals hätte ich am liebsten alles hingeschmissen", bekannte Ertl.

Gang zum Mentaltrainer hatte Erfolg

Die Trainer verordneten der entnervten Athletin zwei Wochen Wettkampfpause, intensives Training, ausgiebige Tests beim Material - und den Gang zum Mentaltrainer. Und Ertl, die solche Ratschläge bis dahin stur abgelehnt hatte, ließ sich endlich helfen. "Die Medaille ist die Bestätigung, dass die Trainer alles richtig gemacht haben", sagte Chefcoach Maier nicht ohne Genugtuung. Ertl stieg in dieser Zeit auf eine neue Skischuh-Marke um; sogar der lange Zeit verschmähte Mentaltrainer erzielte Wirkung, wie sie bestätigte: "Ich habe jetzt ein System, mit dem ich die Vorbereitung aufs Rennen besser bewältige. Ich mache mir jetzt bessere Gedanken."

Wie einst in St. Anton

Besonders bemerkenswert: Wieder gewann Ertl ausgerechnet zu einem Zeitpunkt eine Medaille, als es keiner erwarten konnte. Der Auftritt in Snowbasin ähnelte jenem im Februar 2001 in St. Anton, als sie kurz nach einer Knie-Verletzung ohne Erwartungen angereist war und dann überraschend Gold in der Kombination gewann. "Das Gold in St. Anton war ganz anders", versicherte Ertl: "Diese Medaille bei Olympia ist nach meiner schlechtesten Saison von der sportlichen Leistung her mehr wert."

Hilde Gerg träumt jetzt von Medaille im Super G weiterblättern
 


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Zuletzt geändert am 15. Februar 2002 10:52 von sab

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