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Stimmung verkannt: CDU-Basis will Eberhard Diepgen nicht mehr

Gnadenloses Ende einer Karriere

Berlin - Das Ende von Eberhard Diepgens politischer Karriere kam schnell und gnadenlos. Mit so großer Mehrheit ließ die Berliner CDU den früheren Regierenden Bürgermeister und langjährigen Landesvorsitzenden auf seinem Weg in den Bundestag durchfallen, dass Diepgen umgehend die Konsequenzen zog. Er verzichtete auf einen zweiten Wahlgang für den Spitzenplatz der Landesliste und schmiss zugleich nach mehr als 18 Jahren den Landesvorsitz hin.

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Am Ende: Eberhard Diepgen.

Nach 40 Jahren in der CDU und über 15 Jahren an der Spitze des Senats hatte Diepgen die Stimmung in der Partei nach den Affären, Querelen und Niederlagen des vergangenen Jahres verkannt. Sein Rückhalt in den Führungsgremien der CDU war stark geschrumpft. Nur nach mehrfachen Probeabstimmungen konnte im Landesvorstand eine knappe Mehrheit für seine Spitzenkandidatur organisiert werden.

Applaus wurde verweigert

Doch der Zorn der Parteibasis über die fehlende Erneuerung der CDU nach der Banken- und Spendenaffäre ließ sich während der Parteiversammlung nicht übersehen. Als Diepgens Name für den Spitzenplatz genannt wird, verweigert die Basis den Applaus.

Steffel setzte sich vergeblich für Diepgen ein

Überraschend meldet dann mit Georg Eickhoff ein Unbekannter der Landes-CDU Ansprüche auf den ersten Platz der Liste an. Doch der farblose Auftritt stellt sich als Scheingefecht heraus, das mit dem stillen Rückzug des Kandidaten endet. Von einem taktischem Manöver der Diepgen-Gegner ist später die Rede. Eine Diskussion sollte erzwungen werden, heißt es. Auch der lautstarke Einsatz des Fraktionsvorsitzenden Frank Steffel kann dann das Ruder für Diepgen nicht mehr herumreißen.

Desaströses Wahlergebnis

Mit versteinertem Gesicht steht Eberhard Diepgen eine halbe Stunde nach Bekanntgabe des desaströsen Wahlergebnisses von nur 123 Ja- Stimmen bei 161 Gegenstimmen vor dem Mikrofon. "Das Ergebnis ist eine legitime demokratische Entscheidung", beginnt der 60-Jährige mit der ihm eigenen Sachlichkeit, die ihm oft den Beinamen "blasser Eberhard" eingetragen hat. "Es ist eine Entscheidung gegen mich persönlich." Er trete nicht noch einmal als Bundestagskandidat an. Pause. "Und ich trete auch als Landesvorsitzender zurück."

Es war nicht das erste Mal, dass Diepgen sich verschätzte. Viel zu spät reagierte er vor einem Jahr, als die CDU und ihr damaliger Fraktionsvorsitzender, sein alter Weggefährte und Freund Klaus Landowsky, durch nicht verbuchte Parteispenden in heftige Turbulenzen gerieten. Als der Abstieg Landowskys schon nicht mehr zu stoppen war, wollte ihn Diepgen noch zum stellvertretenden Landesvorsitzenden machen. Dies gilt als ein entscheidender Fehler Diepgens. Auch als Landowsky schließlich von allen Ämtern zurückgetreten war, ließ sich der Absturz der Christdemokraten nicht mehr stoppen. Die SPD kündigte die große Koalition auf. Diepgen wurde von Klaus Wowereit gestürzt. Bei der folgenden Neuwahl sackte die CDU von mehr als 40 Prozent auf knapp 24 Prozent.

dpa - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 16. Februar 2002 19:39 von sab

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