IVWPixel Zählpixel

  Ticker    Wetter    Foto des Tages    Archiv    Übersicht 

Home     Kontakt     Site Map  

Sa 16.02.2002

 Nachrichten

   vom 16.02.02

Biathlon: Groß gewinnt ersehnte Medaille
England nimmt Abschied von Margaret
Karriere-Ende: CDU
will Diepgen nicht mehr

McDonald´s zieht Hamburger zurück
UN-Schutztruppe in Kabul beschossen
Hans Eichel: Sparen, sparen, sparen
Mordfall Vanessa:
Bild von Tatwaffe

Weltweit erstes Kätzchen geklont
Achtjähriger kletterte aus Wolkenkratzer
Wetter: Es wird
wieder ungemütlich

Karikatur
Foto des Tages


 Sport



 Magazin



 Internet

[an error occurred while processing this directive]

zurückblättern  ... Die Mutter beerdigt die jüngste Tochter

Einzelne Schläge der Totenglocke im Minutentakt hatten den Beginn der Trauerfeier signalisiert, zu der 450 Gäste eingeladen waren - eine Gästeliste, die Prinzessin Margaret selbst festgelegt hatte, bevor sie am vergangenen Samstag im Alter von 71 Jahren an einem Schlaganfall starb.

50 Minuten später war es die klagende Trauermelodie "Der verzweifelte Kampf des Vogels", gespielt von einem Dudelsackspieler der Royal Highland Fusiliers, die den etwa 2000 Wartenden vor Schloss Windsor signalisierte, dass der Gottesdienst vorbei war. Dann trugen schottische Soldaten den von Lilien und Rosen umgebenen Sarg zu einem Leichenwagen, der ihn ins Krematorium des Nachbarortes Slough brachte: Als erstes Mitglied des Königshauses wollte Margaret eingeäschert werden. Anschließend sollte dann die Urne in einer Gruft der St. Georgs-Kapelle unweit des Grabes ihres Vaters beigesetzt werden.

Anklicken zum Vergrößern
Die königliche Familie auf dem Weg zur Trauerzeremonie.

Queen Mum scheute Kameras

Vier Generationen des Königshauses nahmen an der Trauerfeier teil - und die britischen Medien machten aus ihrer Sorge um die beliebte "Queen Mum", die mehr als ein Jahrhundert verkörpert, kein Hehl. Die Königinmutter, die seit November nicht mehr öffentlich aufgetreten war, scheute jetzt erstmals die Öffentlichkeit und die Kameras. "Queen Mum", erst vor zwei Tagen beim Sturz von einem Stuhl verletzt, wollte nicht im Rollstuhl fotografiert oder gefilmt werden. Während alle anderen Trauergäste einschließlich der Königin das Schloss im Blickfeld der Öffentlichkeit betraten, wurde die Königinmutter in einem Kleinbus an einen Nebeneingang fernab der Kameras gebracht. An ihren schwarzen Hut hatte sie eine weiße Blume stecken lassen.

Tschaikowskys "Schwanensee" zum Abschied

Zur Musik von Tschaikowskys "Schwanensee" hatten die Trauergäste in der prachtvollen Kirche gewartet, die als Heimstatt des exklusiven, höchstens aus 24 Mitgliedern bestehenden Hosenbandordens gebaut worden war und wo unter anderem auch König Heinrich VIII. begraben ist. Prinzessin Margaret, eine große Ballett-Liebhaberin hatte sich das ebenso gewünscht wie das Erscheinen bestimmter Gäste. So fanden sich denn in der Kapelle auch die großen Lieben von einst ein: Lord Snowdon beispielsweise, in den sich Margaret verliebte, nachdem sie auf Peter Townsend verzichten musste. Mit Snowdon war sie von 1960 bis 1978 verheiratet - ihre Scheidung war die erste im Königshaus, die die Öffentlichkeit bewegte. Aber auch Roddy Llewellyn war geladen, ihr Liebhaber von 1973 bis 1980, mit dem sie vor allem auf der Karibikinsel Mustique glücklich war und der nach dem Ende ihrer Liebe ein verlässlicher Freund blieb.

Einstige Rebellin des Königshauses

Prinzessin Margaret, die einstige Rebellin, die Aufmüpfige, die "Party-Prinzessin", die heftig trinkende und rauchende Frau, die mit ihrem Lebenswandel keine Rücksicht auf die Gesundheit nahm: Für ihren letzten Auftritt hatte sie einen ganz traditionellen britischen Trauergottesdienst verfügt. Immer war sie gegen "Neumodisches" in der Kirche aufgetreten, Überraschungen blieben den Trauergästen jetzt auch erspart: "Der Herr ist mein Hirte..." beteten sie. Und Margarets Sohn Lord Linley, der gemeinsam mit seiner Schwester Sarah den Trauerzug anführte, las aus der Bibel das Kapitel Römer 8. Der Erzbischof von Canterbury, George Carey, las ein Gebet. Zwei klassische Hymnen des anglikanischen Liederbuches wurden gesungen, dann bliesen Trompeter einen Zapfenstreich.

Sonniger und düsterer Tag zugleich

Es war ein sonniger und düsterer Tag zugleich. Aber auch in Windsor hielt sich die öffentlich erkennbare Trauer über den Tod der Prinzessin in Grenzen. Über dem Palast von Windsor wehte der Stander des Souveräns, also der Königin. Wie immer: Niemals auf halbmast, um die Kontinuität der Erbmonarchie zu demonstrieren. Im Krematorium von Slough wurde Margarets Leiche dann eingeäschert. Gegen 20 Pfund (32 Euro) Aufpreis: Schließlich war Margaret nicht in Slough wohnhaft.

Von Dieter Ebeling, dpa - Fotos: dpa


Zum SeitenanfangZum Seitenanfang

 Suche in RZ-Online

 RZ

Web


Olympia bei RZ-Online
Olympia bei RZ-Online


Sonderteil zur Bundesliga
Sonderteil zur Fußball-Bundesliga



Zuletzt geändert am 16. Februar 2002 11:19 von sab

» Artikel druckenDruckversion
» Schriftgröße einstellen
» Impressum