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Ausbau der Kabelnetze kostet Milliarden - Am Ende zahlt der Kunde

Die schöne neue TV-Welt gibt es nicht umsonst

Berlin - In den kommenden Jahren wollen die Kabelnetzbetreiber die Wohnzimmer ihrer Kunden zur multimedialen Schaltzentrale ausbauen. Neben bis zu 500 Fernsehprogrammen sollen Filme einzeln auf Abruf zur Verfügung stehen und Couch potatoes mit Hochgeschwindigkeit über den Fernseher ins Internet kommen. Der Ausbau kostet Milliarden, am Ende zahlt der Verbraucher.

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Nicht erst der auf der Kippe stehende Verkauf der Telekom-Kabelnetze an Liberty Media zeigt, dass Reichweite und Geschwindigkeit des Ausbaus ein hochbrisantes Thema sind. Liberty weigert sich aus Kostengründen der Forderung des Bundeskartellamt nachzukommen, die Kabelnetze schnell auch für das Internet und normales Telefonieren aufzurüsten. Das Kartellamt hatte dies als eine Möglichkeit gesehen, seine Bedenken gegen ein Quasi-Monopol von Liberty in sechs deutschen Kabel-Regionen mit zehn Millionen angeschlossenen Haushalten auszuräumen.

In puncto Kabel-Ausbau ist Deutschland noch Entwicklungsland. Insgesamt gibt es derzeit 21,8 Millionen Kabelanschlüsse in der Bundesrepublik. Mit dieser Zahl liegt Deutschland weltweit gesehen auf Platz zwei, nur in den USA gibt es noch mehr. Verschwindend gering ist hierzulande aber noch die interaktive Nutzung des Kabelnetzes. Von den dazu notwendigen Kabelmodems gibt es 86.000, die damit gerade in 0,2 Prozent aller Haushalte zu finden sind. In den USA und den Niederlanden werden dagegen schon Reichweiten von sieben Prozent erreicht.

Die meisten Stränge sind Einbahnstraßen

Damit das Kabel zur multimedialen Wundertüte wird müssen auch die Netze selber auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. 170.000 Kilometer Kabel wurden in Deutschland seit Anfang der 80er Jahre verbuddelt. Die meisten Stränge sind Einbahnstraßen - sie können Bilder, Ton und Informationen nur in eine Richtung transportieren, nämlich zum Fernsehzuschauer. Für die neuen Inhalte ist ein Rückkanal notwendig, über den der Kunde Befehle für das Surfen im Internet gibt, Waren oder den nächsten Film ordert oder schlicht und einfach telefoniert.

Der Ausbau der Kabelnetze zu multimedialen Datenautobahnen kostet nach Expertenschätzungen je nach vorhandenem Netz zwischen 300 und 750 Euro pro Kunde. Für die Firmen kommen da schnell Milliarden zusammen. In Nordrhein-Westfalen, wo rund 4,2 Millionen Haushalte am Netz hängen, will der US-Anbieter "ish" rund zwei Milliarden Euro in die neue Technik stecken.

Betreiber müssen sich Milliarden wiederholen

Dieses Geld müssen sich die Betreiber später wieder von den Nutzern wiederholen. Das geht über die Mietgebühren beziehungsweise über die Kosten für den Decoder. Verbraucherschützer fürchten, dass dem Kunden künftig keine Wahl gelassen wird und er auf jeden Fall zumindest einen Teil der neuen Angebote abnehmen muss. Erste Betreiber hätten bereits klargemacht, dass sie die jetzt schon empfangbaren TV-Sender mit digitalen Angeboten zu Paketen schnüren wollten, sagt Michael Bobrowski vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). "Das wird sicherlich ein Trend sein." Rechtliche Hebel, die Anbieter zu einer "Grundversorgung" ohne Aufpreis zu zwingen, gebe es nicht.

Zauberwort "Durchleitung"?

Eine Möglichkeit, den Kunden doch noch aus der Klemme zu helfen, ist ein Modell aus dem Strommarkt. Dort sind Anbieter verpflichtet, Energie von Konkurrenten durchzuleiten, wenn der Kunde das wünscht. Die Landesmedienanstalten halten diese Variante für technisch machbar und haben sie in einer Stellungnahme an das Bundeskartellamt im Fall Liberty vorgeschlagen: Damit würden die regional als Monopolisten auftretenden Kabelbetreiber gezwungen, sich dem Wettbewerb zu stellen und müssten ihre Preise in Grenzen halten, damit die Kunden nicht abspringen.

AFP - Grafik: Reuters


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Zuletzt geändert am 18. Februar 2002 15:24 von aj

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