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Ausstellung: "Madame de Pompadour und die Künste"

Trendsetterin des 18. Jahrhunderts

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Geliebt und gefürchtet: Madame de Pompadour von C. Van Loo

Paris - Nach ihr werden Handtaschen, Pelzkragen und Haarfrisuren genannt, aber auch Möbel und unzählige Bücher. Doch nur wenige kannten Jeanne-Antoinette Poisson wirklich, die am Hofe des Königs von Frankreich den Rang einer Mätresse "en titre" erhielt.

"Madame de Pompadour und die Künste" ("Madame de Pompadour et les arts") heißt die Ausstellung im Museum des Versailler Schlosses, wo Madame de Pompadour auch lebte und starb. Mehr als 200 Werke - Gemälde, Zeichnungen, Stiche, Möbel und Porzellan - werden gezeigt, die die Marquise bei großen Künstlern der damaligen Zeit in Auftrag gegeben hatte. Die Ausstellung, die bis zum 19. Mai dauert, wird danach in der Kunsthalle in München zu sehen sein.

Sie entschied über Krieg und Frieden - und die Mode

Madame de Pompadour war nicht nur eine Frau, die in Europa über Krieg und Frieden entschied, sondern auch eine Frau, die die Kunst und die Modetrends des 18. Jahrhunderts sehr stark beeinflusste. "Unzählige Bücher über ihren Aufstieg am Hof und ihre politische Rolle während der Herrschaft Ludwig XV. sind geschrieben worden, ohne dass man wirklich versucht hat, ihren persönlichen Geschmack und Stil zu erkennen und die Persönlichkeit dieser Frau herauszuarbeiten. Und genau das will die Ausstellung", erklärt der Direktor des Versailler Schlossmuseum, Xavier Salmon.

So werden erstmals fast alle Porträts der offiziellen Geliebte des Königs von Frankreich gezeigt, die von Nattier, François Boucher, Jean-Etienne Liotard und François-Hubert Drouais stammen. "Die Marquise hat keine Werke alter Meister gesammelt, sondern grundsätzlich zeitgenössische Künstler gefördert", erzählt Xavier Salmon.

Viel Licht und viel Schatten um eine schöne Frau

Die Marquise hatte eine schwere Stellung am Hof. Sie war keine Adlige, sondern kam aus bürgerlichen Verhältnissen. Sie wurde am 29. Dezember 1721 geboren und gehörten der Pariser Bourgeoisie an. "Ihre unadlige Herkunft wurde ihr ständig vorgehalten. Sie ließ sich deshalb auch bewusst als sehr elegante und schöne Frau darstellen, was sie ja auch war", meint ein Pariser Kunsthistoriker.

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Aus der Pariser Bourgeoisie ins Bett des Königs - und weiter nach ganz oben

Neben Porträts gab die Marquise mit Vorliebe Gemälde in Auftrag, die Kinder darstellten. "Sie interessierte sich für leichte Themen. Geschichtliche und mythologische Inhalte lagen ihr nicht", sagt Xavier Salmon. Doch die Marquise bevorzugte auch deshalb Kinderszenen, weil sie selbst keine Kinder am Hofe von Versailles groß ziehen konnte. Ihren Sohn aus ihrer Ehe mit Charles Guillaume - von dem sie sich trennte, um die Geliebte Ludwig XV. zu werden - verlor sie bei der Geburt, und die Tochter starb im Alter von 10 Jahren.

Aus der Mätresse wurde die Beraterin

Von 1750 an änderte sich ihre Beziehung zu Ludwig XV. und auch die Sujets der Gemälde und Zeichnungen. Der König hatte viele Liebesaffären und verlor das Interesse an der Marquise. Aus der Mätresse wurde eine Beraterin und Freundin und die Themen nahmen religiösen Charakter an.

  • http://www.chateauversailles.fr/

    Öffnungszeiten: täglich außer montags 11.30 bis 17.30 Uhr

  • Die Marquise war Besitzerin zahlreicher Residenzen unter anderem auch des Hôtel d'Evreux in Paris, des jetzigen Elysee-Palasts und Sitz des französischen Staatspräsidenten. Sie ließ Möbel aus Japan und China kommen und mischte nach Herzenslust europäische und ausländische Stile. Erst viel später entdeckte die Liebhaberin kostbarer Porzellanstücke aus Sèvres und Saxen ihre Vorliebe für einfache und schlichte Formen im griechischen Stil. Die Marquise war nicht nur eine begeisterte Anhängerin des Rokoko-Stils, wie Xavier Salmon erklärt, sondern eine "Frau, die den Entwicklungen und den Tendenzen ihrer Zeit offen gegenüber stand und sie auch förderte".

    Sabine Glaubitz, dpa


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    Zuletzt geändert am 19. Februar 2002 13:10 von to

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