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"Menschliche Psyche so tief nicht zu durchleuchten"

Amokläufe meist ohne Vorwarnung

Gegen Amokläufer gibt es kein Allheilmittel. Experten sehen in ihrem Handeln kein Muster und in ihren Persönlichkeiten keine Regelmäßigkeiten. Der Bund Deutsche Psychologen betont, dass es nur bei etwas mehr als der Hälfte der Amok-Fälle Hinweise auf schwere psychische Schäden gibt. "Die deutschen Gefängnisse sind voll von ganz normalen Menschen, die ohne Vorwarnung zum Mörder geworden sind", gibt der Bielefelder Psychotherapeut Werner Wilk zu bedenken.

Ein Amokläufer handelt zwar abnorm, er ist deshalb aber nicht automatisch krank, sagt Arthur Kreuzer, Professor und Direktor des Kriminologischen Instituts an der Universität Gießen. Fast immer handele es sich aber um einen psychisch unausgeglichenen Menschen. Dabei könne er zuvor sowohl als "typischer" Choleriker oder auch als ganz schüchterner Mensch aufgefallen sein - etwa jemand, der ungelöste Konflikte lange Zeit wegschluckt. "Bei der Mentalität finden Sie alles", sagt Kreuzer.

Wenn sich Frustrationen in Gewalt entladen

Wenn sich aufgestaute Frustrationen in Gewalt entladen, gibt es vorher häufig keine Warnzeichen. Selten sind daher Fälle wie der des vorbestraften Zahnarztes, der im Juli 2001 im oberbayerischen Miesbach verhaftet wurde: Offenbar für einen Racheakt hatte er eine Waffe mit 120 Schuss Munition und mehrere gefüllte Benzinkanister vorbereitet. Der Psychotherapeut Wilk kennt dagegen einen Fall, in dem ein Amokschütze vorher noch mit seinem Wagen zum Tanken gefahren sei und sich dort mit den Leuten ganz normal unterhalten hatte: "Man kann die Psyche jedes Menschen so tief nicht durchleuchten", gibt Wilk zu bedenken.

"Täter ahmen bewusst oder unbewusst nach"

Allerdings gibt es äußere Umstände, die solch schreckliche Taten begünstigen - so etwa die Ausgrenzung von gesellschaftlichen Randgruppen: "Typen, die keine Chance sehen, legal zu ihrem vermeintlichen Recht zu kommen" kommen laut Kreuzer oft vor. Häufig sei als Motiv auch "pure Rache" festzustellen. Als anderen Faktor bringt der Kriminologe die Verfügbarkeit von Waffen ins Spiel, womit vor allem die Vielzahl von Amok-Meldungen aus den USA zusammenhingen. Auch die Vorbildfunktion früherer Taten sei nicht zu unterschätzen - "die Täter ahmen manchmal bewusst, manchmal ganz unbewusst vergangene Vorfälle nach", sagt Kreuzer.

Therapieprogramme aus den USA

Auf die Frage nach Heilungschancen verweist Psychotherapeut Wilk auf ein weiteres Phänomen aus den USA: Nach dem Vietnamkrieg hatten überdurchschnittlich viele Veteranen Gewaltverbrechen begangen - meist wegen unbewältigter Traumata aus ihrer Kriegserfahrung. Für solche Fälle seien gute Therapieprogramme entwickelt worden, sagt Wilk. Doch für die meisten Amokschützen kommt Therapie nicht in Frage, weil sie sich - wie der 20-jährige Täter von Freising - anschließend selbst umbringen.

AP


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Zuletzt geändert am 19. Februar 2002 15:28 von aj

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