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Höhepunkt der Gewalt in Nahost:

"Wir versinken hier in unserem Blut"

Jerusalem/Gaza/Ramallah - Der 17 Monate alte Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern hat in dieser Woche seine bisher blutigste Phase erreicht. Innerhalb von 48 Stunden starben seit Montagabend in den Palästinensergebieten 29 Palästinenser und zehn Israelis an den Folgen der eskalierenden Gewalt. Politiker beider Seiten sprachen am Mittwoch offen vom "Krieg".

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Palästinensische Jugendliche werfen mit Steinen auf einen israelischen Panzer in Ramallah.

Angesichts der dramatischen Zuspitzung der Lage billigten der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon und seine wichtigsten Minister noch härtere Maßnahmen der Armee im Kampf gegen militante Palästinenser. Scharon betonte allerdings, er werde "Israel nicht in einen umfassenden Krieg" führen. Frühestens am Donnerstag will er sich eingehend zur Sicherheitslage äußern.

Der palästinensische Kabinettssekretär Ahmed Abdel Rachman rief am Mittwoch im palästinensischen Rundfunk dazu auf, "jeden Tropfen palästinensischen Blutes zu rächen". Scharon verhalte sich wie eine "verwundete Katze". Die Palästinenser stünden "zehn Minuten vor der Unabhängigkeit", internationale Vermittlungsbesuche seien gegenwärtig "bedeutungslos", sagte Rachman. Er äußerte Verständnis für die Aktionen der "Al Aksa-Brigaden", des militärischen Flügels der Fatah- Bewegung Arafats, die am Dienstagabend an einem Armeeposten bei Ramallah sechs israelische Soldaten getötet hatten.

Massive Vergeltungsangriffe

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Bei massiven israelischen Vergeltungsangriffen in Gaza und im Westjordanland wurden in der Nacht zum Mittwoch mindestens 17 Palästinenser getötet. Die Luftwaffe bombardierte unter anderem die Hauptquartiere von Palästinenserführer Jassir Arafat in Gaza und erstmals auch in Ramallah (Westjordanland).

Vier Mitglieder der palästinensischen Eliteeinheit "Force 17" starben bei einem Angriff israelischer Kampfflugzeuge und Schnellboote auf Arafats Hauptquartier in der Stadt Gaza. Zunächst war von fünf Toten die Rede gewesen. Elf weitere Palästinenser, darunter ein Jugendlicher, kamen bei israelischen Panzerangriffen und Zusammenstößen beider Seiten in Ramallah und Nablus ums Leben. Am Nachmittag töteten israelische Soldaten nach Rundfunkberichten bei Kissufim im südlichen Gazastreifen zwei Palästinenser, die Mörsergranaten abfeuern wollten.

Arafat blieb unversehrt

Nach palästinensischen Angaben beschossen die Israelis auch einen Gebäudekomplex in Ramallah mit Raketen, in dem Arafats Büro liegt. Der Palästinenserführer, der seit Dezember in Ramallah praktisch unter Hausarrest steht, blieb unversehrt. Scharon deutete nach Medienberichten während einer Sitzung des Kernkabinetts an, er werde künftig Besuche internationaler Politiker bei Arafat verbieten. Bundesaußenminister Joschka Fischer hatte Arafat erst am Samstag in Ramallah getroffen.

Arafat sagte Besuchern am Mittwoch, Israel könne die Palästinenser mit seinen Angriffen nicht einschüchtern. "Die Panzer, die Raketen und Kampfflugzeuge machen uns keine Angst", sagte er. Er betonte, die Palästinenser seien dem Friedensprozess weiter verpflichtet. "Die Israelis setzen ihre sture Verweigerungshaltung gegenüber dem Friedensprozess fort, aber wir werden unsere Flaggen auf den Mauern Jerusalems hissen", sagte Arafat.

Sitzung des UN-Sicherheitsrates gefordert

Arafats Berater Nabil Abu Rudeineh sagte, die Palästinenser forderten angesichts der Eskalation der Gewalt eine dringende Sitzung des UN-Sicherheitsrates. Der ehemalige palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erekat sagte, Scharon wolle nun seinen "großen Plan" in den Palästinensergebieten umsetzen. Er forderte eine sofortige Intervention der USA und Europas. "Wir versinken hier in unserem eigenen Blut", sagte Erekat.

Im Rahmen eines neuen israelischen Aktionsplans sind nach Rundfunkberichten Schläge gegen Extremisten im gesamten Norden des Westjordanlandes geplant. Die israelische Armee verschärfte ihre Blockade palästinensischer Städte am Mittwoch weiter. Sie verbot den Palästinensern Fahrten zwischen den größten Städte und Dörfern im gesamten Nordabschnitt des Westjordanlandes. Die Zahl der Soldaten an bestimmten Militärsperren wurde nach dem blutigen überfall bei Ramallah verstärkt. Besonders gefährdete Positionen sollen möglicherweise geräumt und durch "mobile Straßensperren" ersetzt werden.

dpa - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 20. Februar 2002 15:57 von aj

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