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zurückblättern  ... Menschen sprangen aus brennenden Waggons

"Zuerst habe ich nur Schreie gehört"

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Völlig ausgebrannte Waggons: Die Feuerwehr brauchte einige Stunden, um den Brand zu löschen.

"Zuerst habe ich nur Schreie gehört und dann liefen plötzlich alle diese Menschen auf mich zu", erinnert sich Hamad Abdelhalim (18). "Erst dann roch ich den Rauch." Der junge Mann aus Oberägypten, der mit leichten Verletzungen im Krankenhaus von El Ajat liegt, konnte sich durch einen Sprung aus dem brennenden Zug retten. "Hätte ich noch eine Minute länger gewartet, wäre ich jetzt auch tot, so wie die anderen", sagt er leise.

Den Rettungskräften bietet sich ein Bild des Grauens. In jedem der insgesamt sieben ausgebrannten Waggons liegen die Leichen übereinander. "Man kann sehen, dass sie verzweifelt versucht haben, aus dem Zug zu springen", meinte ein Augenzeuge. Die Fenster der Waggons der dritten Klasse waren alle vergittert, so dass nur diejenigen entkamen, die entweder die Tür öffnen konnten oder durch das kleine Glasfenster in der Tür kletterten.

Brennender Zug fuhr noch zehn Kilometer weit

Das Feuer in dem Zug, der auf dem Weg von Kairo nach Assuan war, brach kurz nach ein Uhr nachts im fünften der insgesamt elf Waggons aus. Der Zugführer bemerkte zunächst nicht, was in den hinteren Wagen vor sich ging und fuhr mit dem brennenden Zug noch etwa zehn Kilometer weit. Entlang der Strecke fanden die Rettungskräfte die Leichen von 44 Menschen.

Doch auch als er den Zug schließlich 70 Kilometer südlich von Kairo zum Stillstand kam, konnte das Feuer zunächst nicht gelöscht werden, da der brennenden Zug an einem Kanal stand, an dem es keine Brücke für die inzwischen eingetroffenen Feuerwehrleute gab. "Der Zug musste erst fünf Kilometer weiter zum Bahnhof von el Rika el Gharbia geschleppt werden", berichtete ein Augenzeuge.

Vermutlich keine Ausländer unter den Toten

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Die meisten Opfer sind arme Ägypter, die auf dem Weg nach Süden waren, um die Ferien bei ihren Verwandten zu verbringen. Ausländer sind wahrscheinlich nicht unter den Toten. Denn mit den langsamen unklimatisierten Zügen der dritten Klasse reisen in der Regel nur Einheimische, die sich den Schnellzug nicht leisten können.

Der wegen des Beginns der Ferien zum islamischen Opferfest Eid el Adha mit mehreren tausend Menschen voll besetzte Zug war in der Nacht in Kairo losgefahren und in Richtung Assuan unterwegs, als die Gasflasche gegen 1.00 Uhr explodierte. Als der Zugführer schließlich merkte, was passiert war, koppelte er die vier vorderen unversehrten Waggons ab und fuhr mit ihnen noch 40 Kilometer weiter bis nach Beni Sueif. Die Verletzten wurden in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht, einige von ihnen auch nach Kairo.

"Meine Gedanken sind bei den Hinterbliebenen, die Verwandte oder Freunde verloren haben, und bei den vielen Verletzten", schrieb Bundespräsident Rau in einem Brief an den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak.

dpa - Fotos: AP


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Zuletzt geändert am 20. Februar 2002 14:53 von aj

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