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zurückblättern  ... Eine Badewanne voller Freudentränen

"Bisher waren es verrückte Olympische Spiele, jetzt sind sie mit einem Mal wundervoll", meinte Friesinger einige Stunden später nach der Medaillenvergabe: "Die Intensität dieses Moments werde ich nie vergessen." Und wieder stiegen ihr die Tränen in die Augen. Auch die dreimalige Olympiasiegerin Gunda Niemann war tief gerührt: "Ich hatte mir so gewünscht, dass sie das schafft. Sie hat immer an sich geglaubt, obwohl der Druck riesig war. Entscheidend war, dass sie locker geblieben ist."

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Endlich Gold: Anni Friesinger zeigt ihre Medaille her.

"Felsbrocken, der explodiert ist"

Immer wieder nahm Friesinger ihre Goldmedaille in die Hand, so als wolle sie nach all dem Trubel der letzten Tage immer noch nicht an ihren Sieg glauben. "Es ist ein Felsbrocken, der in diesem Moment explodiert ist. Alles ist ab da vergessen, es zählt nur das Jetzt und die Zukunft", sagte die bayerische Frohnatur, deren Triumph daheim in Inzell von etwa 800 Fans in der Stadthalle mitgefeiert wurde: "Ich habe mit meiner Mutter telefoniert und sie kaum verstanden: Man hört nur Musik und Geplärre."

Nerven wie Drahtseile

Im Utah Olympic Oval intonierte zur gleichen Zeit die holländische Blaskapelle "Kleintje Pils" zu Ehren Friesingers "In München steht ein Hofbräuhaus". Zuvor hatte die 25 Jahre alte Weltmeisterin mit der Verbesserung ihres eigenen Weltrekords um 34 Hundertstelsekunden auf 1:54,02 Minuten Nerven wie Drahtseile bewiesen.

Ihr Trainer Markus Eicher war nach den verpassten Medaillen über 3000 und 1000 m vor allem als Psychologe gefragt gewesen: "Ich habe Anni immer nur gesagt: Mach alles wie sonst auch, geh nachmittags Kaffee trinken und abends raus essen", erzählte Eicher. Trost fand Friesinger auch bei dem für Belgien startenden Holländer Bart Veldkamp. Seit kurzem ist sie mit dem Olympiasieger über 10. 000 Meter von 1992 befreundet.

"Am Ende habe ich dann auch gezweifelt"

"Der Druck von außen war riesig. Es wird viel geschrieben, ich versuche, es nicht zu lesen, aber irgendwie wird doch immer etwas an dich herangetragen", erklärte die Inzellerin: "Am Ende habe ich dann auch selbst gezweifelt: Bin ich vielleicht doch nicht so fit? Wenn ich über 3000 m auf dem Podium gestanden hätte, wäre kein Druck da gewesen. So war ich trotz persönlicher Bestzeit natürlich sehr enttäuscht, nachdem ich alle Weltcups der Saison gewonnen hatte."

Image als Sex-Symbol ist zweitrangig

Auf die Frage, ob sie ihr Image als Sex-Symbol störe, meinte sie ganz offen: "Wenn jemand dir sagt, dass du gut aussiehst, dann ist das zunächst doch mal ein Kompliment. Was aber zuerst zählt, sind die Resultate. Nummer eins ist für mich der Sport, alles andere ist nachgeordnet."

Groß war der Jubel auch in Erfurt, weil Sabine Völker (1:54, 97) Silber vor der US-Amerikanerin Jennifer Rodriguez (1:55,32) und damit ihr drittes Edelmetall der Spiele nach Bronze über 500 m und Silber über 1000 m gewann - so viele Medaillen holte keine andere Eisschnellläuferin. "Ich genieße sie alle und gönne Anni das Gold", sagte Völker, die ebenso wie 3000-m-Siegerin Pechstein (6. in 1:55, 93) nicht gerade auf einer Wellenlänge mit Friesinger liegt. Pechstein, die in ihrem achten Olympia-Finale seit 1992 erst zum zweiten Mal ohne Medaille blieb, meinte: "Ich habe Respekt vor Annis Leistung. Meine Angangszeit war zu langsam."

Nächstes Duell über 5000 Meter

Olympia-Duell Nummer drei zwischen Friesinger und Pechstein steigt am Samstag (13.00 Uhr OZ/21.00 Uhr MEZ) über 5000 m. "Der Druck ist jetzt weg und es wäre schön, wenn ich als dritte deutsche Läuferin nach Gunda und Claudia unter sieben Minuten bleiben würde", meinte die 1500-m-Olympiasiegerin: "Ich schaue nur auf mich, und Claudia tut das auch."

Von Berthold Mertes, sid - Fotos: dpa

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Zuletzt geändert am 21. Februar 2002 11:42 von sab

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