|
|
|||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||
Sa 23.02.2002
|
Alternativsoftware Linux soll Microsoft-Monopol brechenGlaubensbekenntnisse der Pinguin-FraktionBerlin - Die SPD-Bundestagsfraktion schwört darauf. Die grüne Bundestagsabgeordnete Grietje Bettin hat ihre Homepage damit eingerichtet. Und vielleicht laufen bald alle 5000 Bundestags-Computer mit ihm. Die Rede ist vom Betriebssystem Linux. Für viele ist die Software mit dem Pinguin als Markenzeichen nicht nur die preiswertere Alternative zum Quasi-Monopolisten Microsoft. Mit seiner basisdemokratischen Struktur hat sich das Betriebssystem längst als Liebling kritischer Computerfreaks etabliert - und auch das Herz so manches Parlamentariers erobert.
Für die meisten Volksvertreter im Bundestag gilt das Computer-Motto: "Hauptsache, er läuft". Die parteiübergreifende Linux-Fraktion tut dagegen alles für einen Neuanfang. Die Gelegenheit ist günstig: Ende des Jahres läuft die technische Unterstützung von Microsoft für das Windows-NT-Betriebssystem aus. Wer seine Microsoft-Programme dann auf dem neuesten Stand halten will, muss auf Windows 2000 oder XP umstellen - zwei Systeme, die mit den Vorgänger-Programmen nicht oder nur begrenzt kompatibel sind. Sparsamer und effizienter Der SPD-Abgeordnete Jörg Tauss ist die Speerspitze der Linux-Verteidiger. Schon wird ihm nachgesagt, er wolle aus dem Bundestag eine "Microsoft-freie Zone" machen. Doch Tauss hält die Alternative schlichtweg für sparsamer und effizienter. Das kostenlose Stück Software kann einfach aus dem Internet heruntergeladen werden. Zahlreiche Kommunal- und Länderverwaltungen sparen bereits auf diese Weise teure Lizenzgebühren. Die Gemeinde Remseck im Rhein-Neckar-Kreis wählte Linux wegen seiner Standhaftigkeit, sagt Verwaltungsmitarbeiter Lothar Barth. "Die Programme stürzen nicht so leicht ab", ist seine Erfahrung. "Die Programme brauchen weniger Speicherplatz", betont SPD-Mann Uwe Küster, Mitglied im Ältestenrat. Gerade im Bundestagsalltag sei das wichtig. "Die SPD-Bundestagsfraktion setzt bereits seit 1995 Open-Source-Software erfolgreich zusammen mit Microsoft-Produkten ein", sagt Küster.
Zeichen weisen auf Kompromisslösung |
|
|||||||||||||
|
Zuletzt geändert am 23. Februar 2002 17:06 von jo |
|||||||||||||||