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Vierer-Bob: Lange beerbt Langen und rettet Medaillenwertung

Dritter Lauf war die Goldfuhre

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Das hat geklappt: Andre Lange, Enrico Kuehn, Kevin Kuske und Carsten Embach (v.li)

Salt Lake City - Als André Lange die Thronfolge von Christoph Langen antrat, erteilte der verletzte deutsche "Chefpilot" seinem Nachfolger den Ritterschlag: "Auch ich hätte André hier nicht bezwingen können", applaudierte der Zweier-Olympiasieger dem Steuermann aus Oberhof.

Mit ihrem Sieg in der "Königsklasse" des Bobsports fuhren Lange und seine Anschieber Enrico Kühn, Kevin Kuske und Carsten Embach am vorletzten Tag der Olympischen Winterspiele in Salt Lake City die zwölfte deutsche Goldmedaille ein und das Team damit endgültig an die Spitze der Medaillenwertung.

"Wahnsinnsfuhre - das Ding ist mir einfach passiert"

Der Thüringer Crew war dies im Augenblick ihres Triumphs gleichgültig. 9/100 hatte Lange nach dem ersten Tag hinter dem Amerikaner Todd Hays zurückgelegen. Mit einer Wahnsinnsfuhre im dritten Durchgang nahm er dem Silber-Gewinner 38/100 ab. "Den hat er runterzelebriert", beschrieb Heimtrainer Matthias Trübner das Unfassbare. "Ich kann es nicht begreifen, das Ding ist mir einfach passiert", sagte der Pilot und schämte sich seiner Tränen nicht.

Kuske und Kühn schüttelten konsterniert immer wieder den Kopf, Embach zeigte stolz sein T-Shirt mit einem Foto von seiner Freundin und Töchterchen Lea, das er unter seinem Rennanzug getragen hatte.

Mehr Raum im Bob schaffte Platz für Gold

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Beim Höllenritt hautnah dabei: Freundin und Kind von Bremser Carsten Embach

Nicht immer war im Lange-Bob Platz für "Unterwäsche". Der Prototyp des superschnellen Gefährts aus dem Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) war so schmal geschnitten, dass nicht einmal Luft für eine Armbanduhr war und die Mannschaft nur in einer bestimmten Besetzung hinein passte. Der Schlitten mit "verbessertem Raumangebot" in der blauen Farbe der erfolgreichen DDR- Bobs sowie die in Berlin überfrästen Uralt-Kufen waren die halbe Miete zum Olympiasieg. "Ohne die FES hätten wir hier nicht gewonnen", schickte Lange einen Dank an die Tüftler aus der Hauptstadt, die wie Kühn und Kuske in Salt Lake City ihr Olympia-Debüt feierten. Sie hatten bereits Sandra Prokoff und Ulrike Holzner zu Silber verholfen.

Zuletzt 1984 gab´s Gold im Zweier und Vierer

Olympia-Gold im Zweier und Vierer für eine Nation, das gab es zuletzt 1984, als Wolfgang Hoppe in Sarajevo für die DDR Doppel- Olympiasieger wurde. Am erfolgreichsten Piloten der Welt, von dem Lange Fanclub und Sponsor übernommen hat, wird der zweifache Familienvater nun gemessen. Lange war vor zwei Jahren immerhin schon Vierer-Weltmeister, dennoch scheut er den Vergleich mit den ganz Großen der Branche: "Es ist sicherlich genauso schwierig, das Erbe von Christoph anzutreten wie das von Wolfgang Hoppe", erklärte er und vergaß seinen tatenlos zusehenden Kontrahenten in dessen schwärzester Stunde nicht. "Dass Christoph hier ausgeschieden ist, war eine halbe Tragödie, aber wir haben es ja Gott sei Dank gerettet."

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Nur drei Monate Pause: Christoph Langen will`s weiter wissen

Sehenanriss stoppte Langen

Auf Rang sechs liegend musste der Vierer-Olympiasieger von 1998 nach dem ersten Tag die Segel streichen. Ein Anriss der Plantarsehne im rechten Fußgewölbe verhinderte Langens Griff nach einer weiteren Medaille bei seinen vierten und letzten Winterspielen. "Zwei Fahrten wie Brian Shimer hätte ich mir auch noch zugetraut", meinte der knapp 40-jährige Bob-"Dino" zum Bronze-Gewinner, nachdem er einen Tag zuvor noch mit den Tränen kämpfend sein Olympia-Aus verkündet hatte. Drei Monate Pause gönnt sich Langen, dann will er die Konkurrenz weiter ärgern: "Die EM in Winterberg ist ein neues Ziel."

Bundestrainer: Guter Mix aus Alt und Jung

Bundestrainer Raimund Bethge freut sich, dass er mit dieser gelungenen Mischung als Alt und Jung weiterarbeiten darf. "Das ist die beste Mannschaft der Welt, das stärkste Team, das ich je hatte", suchte der 54-Jährige nach Superlativen für den ganzen Betreuer-Stab. 69 Medaillen bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften haben die deutschen Bob-Fahrer seit 1990 unter seiner Regie gewonnen.

Kleinster Verband gewann 15 Medaillen

Die Vertragsverlängerung für den erfolgreichsten Bundestrainer im Wintersport steht außer Frage. Klaus Kotter hat außerdem handfeste Argumente für den Erhalt der vier deutschen Kunsteisbahnen im Gepäck: "Ich bin unheimlich froh, dass unser Verband einen kleinen Beitrag für den deutschen Medaillenspiegel geleistet hat", sagte der Präsident des Bob- und Schlittensportverbandes für Deutschland. "Von 29 Athleten fahren 15 mit Medaillen nach Hause. "

Ines Reichelt und Gunnar Meinhardt, dpa


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Zuletzt geändert am 24. Februar 2002 09:10 von to

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