IVWPixel Zählpixel

  Kino    Musik    Lifestyle    Reise    Übersicht 

Home     Kontakt     Site Map  

Mo 25.02.2002

 Magazin

   vom 25.02.02

Mailänder Mode: Transparenz & Pelz
"From Hell": Ripper schaurig wie nie
FLASH! -
Bilder des Tages

Nach zwei Jahren: "Cranberries" auf Tour
HipHop-Szene: Im Süden viel Neues
Reise-Tipp: Monaco - mondän und malerisch
La Pompadour: Trendy in Versailles (Expo)
Franka tut es
jetzt mit Frodo



 Nachrichten



 Sport



 Internet

[an error occurred while processing this directive]

zurückblättern  ... Der Ripper mordet schaurig wie nie

Vielleicht hat dem Serienmörder vor allem die Tatsache, dass man ihn nicht gefasst hat, zu seiner Popularität verholfen. Der Fantasie der Zeitgenossen, die aus der Boulevardpresse von den grausigen Morden erfuhren, gab dieser Umstand jedenfalls viel Nahrung.

Grausamkeiten in aller Deutlichkeit

Anklicken zum Vergrößern

Die Brüder Allen und Albert Hughes, die vor Jahren mit dem hyperrealistischen Gettodrama `Menace II Society" schockiert haben, haben sich als Vorlage für ihren Film den neuen Comic-Roman von Alan Moore und Eddie Campbell ausgewählt. In ihrer Interpretation des grausigen Kriminalfalls lassen sie keine Frage offen, als wollten sie mit `From Hell" den Serienmörderfilm des 21. Jahrhunderts ins Leben rufen.

Detailversessen haben sie das London von 1888 nachgebaut, und überdeutlich zeigen sie uns die Hölle des armseligen Prostituiertenviertels mit Frauen, die nur ein Zyniker Freudenmädchen nennen kann. Gehetzt von brutalen Zuhältern und ungehobelten Freiern, versuchen sie sich über Wasser zu halten.

Auch auf der Seite der Ordnungsmacht geht es drunter und drüber. Der für die Aufklärung der Prostituiertenmorde zuständige Inspektor Frederick Abberline (Johnny Depp) muss erst von seinem loyalen Assistenten Godley (Robbie Coltrane, bekannt aus `Auf alle Fälle Fitz") aus einer Opiumhölle geholt werden.

Kauzige englische Theorie

Den sensiblen Abberline, der sich so gut in die Gedankenwelt eines Täters versetzen kann, hat der Tod seiner Frau aus der Bahn geworfen. Er findet in der irischen Dirne Mary Kelly (Heather Graham) eine empfindsame Frau, die er unbedingt schützen will, und in Sir William Gull (Ian Holm), dem Leibarzt der königlichen Familie, einen wichtigen Helfer, der ihn auf die richtige Spur bringt.

Dass sich hinter den Schreckenstaten des wahnsinnigen Jack eine Verschwörung des englischen Königshauses verbirgt, ist eine jener kauzigen Theorien, mit denen Engländer gerne von eingefahrenen Gedankenwegen abschweifen. Diese These macht `From Hell" noch nicht so richtig fragwürdig, problematischer sind da schon die drastischen Bilder.

Der Film tut so, als ob er dem Zuschauer einen Einblick in das kranke Hirn des Mörders geben könnte, wenn er die schiere Gewalt seiner pathologischen Taten, wenn er die grausam zugerichteten Opfer in aller Deutlichkeit zeigt. Das ist aber ein Missverständnis. Denn das Kino ist eine komplexe Illusionsmaschine mit einem `Realteil", den Bildern auf der Leinwand so zu sagen, und einem `Imaginärteil", der sich in den Köpfen der Zuschauer abspielt.

Ein guter Thriller beachtet diese Verhältnis und lässt immer auch Freiräume für die Vorstellungskraft des Betrachters. `From Hell" dagegen drangsaliert sein Publikum. Am Ende stellt sich die Frage, ob wir im Kino den gefühllosen Blick eines Gerichtsmediziners einüben sollen.

Claus Wecker, AP


Zum SeitenanfangZum Seitenanfang

 Suche in RZ-Online

 RZ

Web


 Was läuft im Kino? 

 Was läuft sonst? 




memory Kino-Memory



Zuletzt geändert am 25. Februar 2002 12:51 von to

» Artikel druckenDruckversion
» Schriftgröße einstellen
» Impressum