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Kanadas Eishockey-Millionäre feiern Olympia-Gold - 5:2 gegen USA

Gretzky findet sein Lächeln wieder

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Ein Bild fürs Fotoalbum: Kanadas Eishockey-Stars mit der Goldmedaille.

Salt Lake City - Wayne Gretzky lächelte erleichtert und kramte eine kanadische Dollarmünze aus seiner Hosentasche. "Das war unser Glücksbringer", verriet der beste Eishockey-Spieler aller Zeiten: "Der Eismeister hat sie vor unserem ersten Spiel im Mittelkreis ins Eis gesteckt, und es hat gewirkt: Wir haben Gold gewonnen."

Ein einziger Dollar half den kanadischen NHL-Millionären zum ersten Olympiasieg für das Eishockey-Mutterland seit 50 Jahren.

"Der Eismeister ist Kanadier, und das war eine coole Idee. Ich hoffe, er wird jetzt nicht gefeuert", flachste Gretzky und steckte die Münze schnell wieder ein: "Sie kommt in die Eishockey-Ruhmeshalle." Deutlich war dem 41-Jährigen die Erleichterung nach dem 5:2-Triumph im olympischen Traumfinale gegen die USA anzumerken, die Last der großen Erwartungen war endlich verschwunden.

"Ein schwerer und langer Weg"

"Das war ein ganz schön schwerer und langer Weg", gab "The Great One" zu, der vor vier Jahren in Nagano als Spieler noch gescheitert war: "Es waren zwei belastende Wochen. Ich fühle jetzt nur Erleichterung und Freude." Noch vor knapp einer Woche hatte das kanadische Eishockey-Idol mit einem verbalen Rundumschlag ("Alle hassen uns") für Aufsehen gesorgt, jetzt saß er lächelnd da in der nagelneuen schwarzen Lederjacke mit den nun sieben goldenen Olympia-Aufnähern - mit sich und der Welt zufrieden.

Die richtigen Akteure für die Operation Gold

Der "Größte" hatte alles richtig gemacht und genau die Richtigen für die "Operation Gold" ausgewählt. Zum Beispiel Joe Sakic: Der Stürmerstar des Stanley-Cup-Siegers Colorado Avalanche, schon 1994 mit den "Ahornblättern" Weltmeister, war im hochklassigen Finale mit zwei Toren (39., 59.) und zwei Vorlagen der Matchwinner.

Oder Jungstar Jarome Iginla: Der 24-Jährige, 1997 mit "Team Canada" WM-Champion, erzielte die zwischenzeitliche 2:1-Führung (19. ) und das entscheidende 4:2 (57.), bei dem Gretzky auf der Ehrentribüne einen Luftsprung machte und die Fäuste in die Höhe reckte. Als die letzten Minuten runtertickten, stimmten die 4000 kanadischen Fans im ausverkauften E-Center bereits ihre Hymne "Oh Canada" an.

Lemieux krönt famoses Comeback

Nach der Schlusssirene freuten sich die sonst so abgebrühten Dollar-Millionäre wie die kleinen Kinder. Kapitän Mario Lemieux drehte mit der "Maple Leaf"-Flagge eine Ehrenrunde, Owen Nolan filmte alles mit der Videokamera, und Paul Kariya, der den 1: 1-Ausgleich erzielt hatte (15.), fiel immer wieder seinen Teamkollegen um den Hals.

"Das ist unglaubliches Gefühl", meinte Lemieux nachher: "So eine Chance hat man nur einmal im Leben. Es ist umso unglaublicher, wenn ich mir überlege, dass ich drei Jahre lang in Florida am Strand gesessen habe." Der 36-Jährige hatte im Dezember 2000 nach dreijähriger Pause sein NHL-Comeback gegeben - nicht zuletzt, um sich seinen olympischen Goldtraum zu erfüllen.

Goldenes Happy End blieb US-Coach Brooks verwehrt

Das goldene Happy End blieb Herb Brooks diesmal dagegen verwehrt. Der US-Coach, der 1980 in Lake Placid ein Team aus College-Boys zum "Miracle on Ice" geführt hatte, war aber auch mit Silber zufrieden: "Es war ein begeisterndes Turnier mit den besten Spielern der Welt. Wir haben sehr viel für das amerikanische Eishockey erreicht."

Am Ende mussten die Gastgeber, die durch Tony Amonte (9.) und Brian Rafalski (36.) zu ihren Toren kamen, die Überlegenheit ihrer nördlichen Nachbarn anerkennen. "Die Kanadier haben sehr viel Stolz. Dieses Spiel ist ihr Spiel", meinte Kapitän Chris Chelios und stichelte ein bisschen: "Vielleicht das einzige Spiel, in dem sie gut sind. Naja, vielleicht noch im Curling."

Brooks machte sich derweil schon Gedanken um die Zukunft. "2006 in Turin sollte die NHL wieder ihre besten Spieler schicken. Es sollte wieder eine großartige Show werden", sagte der US-Trainer, der seine dritten Spiele als Trainer nicht ausschließen wollte: "Aber ich gebe ihnen meine Telefonnummer. Rufen sie meine Frau an und fragen sie die."

Von Thomas Lipinski, sid - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 25. Februar 2002 12:06 von sab

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