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Umweltministerium zweifel an Zuverlässigkeit des Betreibers:

Kritk nach Panne im AKW Brunsbüttel

Berlin - Nach einer verspätet gemeldeten Panne im schleswig- holsteinischen Atomkraftwerk (AKW) Brunsbüttel hat das Bundesumweltministerium Zweifel an der Zuverlässigkeit des Betreibers geäußert. In einem Bericht an den Umweltausschuss des Bundestages kritisierte das Ministerium am Mittwoch in Berlin, die Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW) hätten den Reaktor nach der Panne Mitte Dezember weiterbetrieben und seien erst zwei Monate später zu einer Sonderinspektion bereit gewesen.

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Laut Umweltministerium wirft der Vorfall im AKW Brunsbüttel "sehr komplexe Sicherheitsfragen auf". Eine Rohrleitung mit zehn Zentimetern Durchmesser, die Teil des Reaktordruckbehälter- Sprühsystems sei, war "über eine Länge von zwei bis drei Metern völlig zerborsten".

Das Bundesumweltministerium (BMU) hält der HEW vor, sie habe nach der Störfallmeldung nur die harmloseste Variante unterstellt. Bevor der Reaktor wieder in Betrieb genommen wird, verlangt das Ministerium Maßnahmen, die eine Wiederholung eines solchen Störfalls auch in anderen sicherheitstechnisch wichtigen Bereichen "mit hinreichender Sicherheit ausschließen".

Im AKW Brunsbüttel war am 14. Dezember im Sicherheitsbehälter Dampf freigesetzt worden. Menschen kamen nicht zu Schaden, auch wurde keine radioaktive Strahlung gemessen. Das Personal sperrte den Bereich mit einer fernbedienbaren Armatur ab und hielt das Problem laut BMU-Bericht damit für beseitigt. Die drei Tage später informierte Aufsichtsbehörde in Schleswig-Holstein habe sich damit nicht zufrieden gegeben. Aber erst nach mehreren Wochen Hin und Her sei die HEW am 18. Februar bereit gewesen, eine Inspektion zu ermöglichen. Das Unternehmen habe damit bis zum regulären Termin im Mai warten wollen.

Rohrleitung "völlig zerborsten"

Die Untersuchung zeigte laut BMU, dass eine Rohrleitung mit zehn Zentimetern Durchmesser, die Teil des Reaktordruckbehälter- Sprühsystems sei, "über eine Länge von zwei bis drei Metern völlig zerborsten war". Nach dieser Entdeckung sei die Anlage heruntergefahren worden.

Die genaue Ursache für die Zerstörung des Rohrs sei noch nicht ermittelt. Der Betreiber vermute eine Wasserstoffexplosion im Innern. Man sei bisher davon ausgegangen, dass bei Siedewasserreaktoren im Kühlkreislauf entstehender Wasserstoff und Sauerstoff durch so genannte Rekombinatoren entfernt werde. Dies sei aber - falls die Explosion wirklich die Ursache war - in Brunsbüttel nicht der Fall, meint das BMU.

Ministerium: Schlimmere Folgen möglich

Das Ministerium macht geltend, schlimmere Folgen hätten möglicherweise eintreten können, wenn das Rohr an anderer Stelle - nämlich drei bis vier Meter weiter in Richtung Reaktordruckbehälter - geborsten wäre. Dies hätte zu einem Kühlmittelverlust geführt und die Notkühlung hätte einsetzen müssen.

Nach Ansicht des BMU wirft der Vorfall im AKW Brunsbüttel "sehr komplexe Sicherheitsfragen auf". Sie seien zum Teil in dieser Form neu, auch wenn weltweit schon verschiedentlich Wasserstoffexplosionen aufgetreten seien. Deswegen habe die Aufsichtsbehörde in Schleswig- Holstein vom Betreiber umfangreiche Untersuchungen und Bewertungen verlangt. Die Bundesaufsicht werde dafür sorgen, dass die mögliche Entstehung von Wasserstoff in den übrigen Siedewassereraktoren in Deutschland nicht zu ähnlichen Schadensfällen führt. Dies sind die Reaktoren Gundremmingen I und II, Philippsburg I, Krümmel und Isar I.

dpa - Grafik: obs/Greenpeace


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Zuletzt geändert am 27. Februar 2002 13:40 von aj

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