IVWPixel Zählpixel

  Ticker    Wetter    Foto des Tages    Archiv    Übersicht 

Home     Kontakt     Site Map  

Mi 27.02.2002

 Nachrichten

   vom 27.02.02

Orkan wütete in Deutschland: 3 Tote
Filmstarts: Kino von seiner dunklen Seite
Wolf setzte Killer
auf Frau an: 5 Jahre

WM-Übertragung in ARD/ZDF gefährdet
Polizei auf Spur zu Millionen-Räubern
Kritik nach Störfall
im AKW Brunsbüttel

Leiser Abschied: Letzter Tag der Mark
Bundesweite Heroin- startete in Bonn
Sicherheitsrat für Nahost-Friedensplan
Brandanschlag
auf Zug: 50 Tote

Weltumradler wurde Fahrrad gestohlen
Wetter: Der März
kommt mit Wolken



 Sport



 Magazin



 Internet

[an error occurred while processing this directive]

Ein leiser Abschied ohne Feiern:

Der letzte Tag der D-Mark

Frankfurt/Main - Leise und ohne große Feiern verabschiedet sich die Mark am Donnerstag nach 130 Jahren endgültig und unwiederbringlich. Seit Anfang Januar galt sie schon nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel. Der Euro hatte ihren Posten übernommen. Doch Handel und Banken hatten sich bereit erklärt, das alte Bargeld weiterhin zu akzeptieren. Jetzt ist die größte Geldumtausch-Aktion in der Währungsgeschichte ohne größere Probleme weitgehend abgeschlossen.

Anklicken zum Vergrößern
Ihre buchstäblich letzte Mark hält Mirjam Keil in der Hand, die sie nur noch bis zum Donnerstag ausgeben kann.

Dennoch ergaben einige Umfragen, dass nahezu jeder zweite Bundesbürger die D-Mark zurück haben möchte. Den Großteil der Mark- Nostalgiker stellen mit 54 Prozent die Frauen, während nur 40 Prozent der Männer der ehemaligen Währung nachtrauern. In den Köpfen ist die Umstellung auf den Euro nach neuesten Erhebungen sowieso noch nicht abgeschlossen, denn die Mehrheit der Bundesbürger rechnet auch heute noch alle Euro-Beträge in D-Mark um.

Begraben mit "letzten Groschen"

Einen gebührenden Abschied für die alte Währung planen Krefelder Künstler, die der D-Mark an ihrem letzten Tag mit einer Performance das letzte Geleit geben wollen. Unter dem Motto "DM - AD" werde die gute alte Mark mit einem Vorschlaghammer auf einem Amboss "plattgemacht". Die platte Mark soll dann in einem Grabkübel gemeinsam mit den "letzten Groschen" beigesetzt werden. Auf dem Grab werde anschließend eine Eiche gepflanzt und mit den Tränen der Versammelten begossen.

Trotz des endgültigen Abschieds sind D-Mark-Schätze, die noch zwischen Bücherseiten oder unter Matratzen wiedergefunden werden, nicht wertlos. Die 127 Zweigstellen der Landesbanken tauschen sie unbegrenzt in das Gemeinschaftsgeld um. Die nächstgelegene Filiale ist im Internet auf der Seite der Bundesbank (www.bundesbank.de) zu finden.

Einige Banken tauschen weiter um

Anklicken zum Vergrößern
Nur ein unechter Schein wird hier zum Abschied verbrannt: Echte DM-Scheine werden von den 127 Zweigstellen der Landesbanken noch unbegrenzt in Euro umgetauscht.

Zudem wollen einige Banken die alten Scheine weiterhin akzeptieren. Großzügig sind vor allem die Sparkassen: Hier können Kunden noch bis Ende Juni ihre D-Mark loswerden. Auch die Dresdner Bank will sich kulant zeigen - vor allem in ländlichen Regionen, wo die nächste Landeszentralbank-Zweigstelle in weiter Ferne ist. Die meisten anderen Geschäftsbanken wollen nur noch in den ersten März- Tagen die veralteten Geldscheine akzeptieren.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels kündigte ebenfalls an, dass die D-Mark weiter angenommen wird. Hier sind die Kassensysteme derzeit ohnehin noch auf zwei Währungen eingestellt. Insofern bedeutet es für die Mehrzahl der Händler keine Mühe, den Kunden den Gang zur Landeszentralbank zu ersparen.

"Mit Rucksäcken und Plastikeimern voller Geld"

Allerdings wird allgemein nicht mehr damit gerechnet, dass große Mengen des alten Geldes in den Handel zurückgelangen. Nach dem großen Ansturm in Banken und Geschäften in den ersten zwei Januarwochen ist der Bestand der D-Mark in den Kassen fast auf Null zurückgegangen, heißt es. In den vergangenen Wochen gab es jedoch in Bayern noch einmal einen überraschenden Ansturm von umtauschwilligen Bundesbürgern: "Die Leute sind mit Rucksäcken und Plastikeimern voller Geld in die Banken spaziert", sagte ein Sprecher des bayerischen Sparkassenverbandes. Auch die Banken in Baden-Württemberg rechnen am letzten Tag der Mark nochmal mit Schlangen an den Schaltern.

Zur Erinnerung gehortet

Die D-Mark macht nach Angaben der Bundesbank noch 19 Prozent des derzeitigen deutschen Bargeldumlaufes aus. Die Notenbank glaubt aber, dass davon in den nächsten Wochen nur noch ein Zehntel in Euro umgewandelt wird. Der Rest werde in den privaten Haushalten gehortet - zur Erinnerung an die "gute alte D-Mark".

dpa - Fotos: AP

[an error occurred while processing this directive]
Zum SeitenanfangZum Seitenanfang

 Suche in RZ-Online

 RZ

Web


Formel 1 bei RZ-Online
Formel 1 bei RZ-Online



Zuletzt geändert am 27. Februar 2002 12:27 von aj

» Artikel druckenDruckversion
» Schriftgröße einstellen
» Impressum