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Böen deckten Dächer ab - Tote und Verletzte:

Orkan wütete in Norddeutschland

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Ein umgestürzter Anhänger liegt auf der Levensauer Hochbrücke zwischen Kiel und Gettorf. Orkanartige Böen mit bis zu 180 Stundenkilometer fegen über Schleswig- Holstein.

Hamburg - Tote, Verletzte und Schäden von mindestens 25 Millionen Euro: Mit Spitzengeschwindigkeiten von 180 Stundenkilometern wütete der Orkan "Anna" über dem Norden Deutschlands und versetzte die Bewohner der Region in Angst und Schrecken.

Der nach Einschätzung von Meteorologen stärkste Sturm des Winters in Norddeutschland deckte am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch Dächer ab, wirbelte Schilder durch die Luft, entwurzelte Bäume und blockierte Straßen und Bahngleise. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben. Im Laufe der Nacht ließ der Sturm zunächst zwar deutlich nach, doch gab der Deutsche Wetterdienst am Mittwochvormittag eine Sturmflutwarnung für die Nordseeküste heraus.

Mit rund 25 Millionen Euro (48,9 Millionen Mark) habe das Orkantief "Anna" etwa doppelt so hohe Schäden angerichtet wie der letzte schwere Sturm im Norden Ende Januar. Das sagte der Sprecher der für Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern zuständigen Provinzial Nord Versicherungsgruppe, Günther Jesumann, nach einer ersten Bilanz in Kiel.

Von umstürzenden Bäumen erschlagen

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Der Autofrachter "Hannover" treibt bei Sturm im Hafen von Emden, nachdem er sich durch heftige Orkanböen losgerissen hat.

Zwei Frauen wurden in Hamburg von einem umstürzenden Baum erschlagen, als sie aus ihrem Auto stiegen. In Niedersachsen stürzte ein Baum auf einen fahrenden Wagen. Dabei wurde der Fahrer getötet, seine beiden Kinder überlebten. In Hannover deckte der Wind ein Dach auf 100 Metern Länge ab, auf der ICE-Strecke Hannover-Hamburg war der Zugverkehr behindert. Vor allem in Schleswig-Holstein hatte der Orkan am Abend Feuerwehren und Polizei in Atem gehalten. In Elpersbüttel waren die heftigsten Böen mit Geschwindigkeiten von 180 Stundenkilometern gemessen worden; ab 118 km/h sprechen Meteorologen von einem Orkan.

Auch Schäden in NRW

Auch in Nordrhein-Westfalen richtete der Wind Schäden an: So stürzte ein Giebel ein, ein Hoteldach wurde abgedeckt. In Düsseldorf fielen Scheiben aus einem Bürogebäude am Hauptbahnhof. Viele Autos wurden durch umstürzende Bäume beschädigt.

Pegel-Stände stiegen an

Nach den starken Niederschlägen stieg der Pegelstand des Rheins bei Köln am Mittwochmorgen auf 7,94 Meter an, Tendenz weiter ansteigend. Der erwartete Maximalstand von 8,35 bis 8,65 Meter werde am Donnerstag erreicht, sagte Rheinhard Vogt von der Hochwasserschutzzentrale am Mittwoch in Köln. Auch die Pegel-Stände anderer Flüsse stiegen. Meteorologen zufolge sollte sich Orkantief "Anna" im Laufe des Tages weiter abschwächen und in Richtung Osten ziehen.

dpa - Fotos: dpa


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Zuletzt geändert am 27. Februar 2002 08:09 von aj

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