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Zu fünf Jahren wegen Anstiftung zum Mord verurteilt:

Wolf setzte Killer auf seine Ehefrau an

Potsdam - Wegen eines Mordauftrags gegen seine Ehefrau muss der frühere brandenburgische Bauminister Jochen Wolf für fünf Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Potsdam verurteilte den einstigen SPD-Politiker am Mittwoch wegen versuchter Anstiftung zum Mord. Die Richter sahen als erwiesen an, dass der 60-Jährige im Jahr 2000 einen ehemaligen Fremdenlegionär gegen 20.000 Mark mit der Tötung seiner vierten Frau beauftragte, um finanziellen Forderungen aus der bevorstehenden Scheidung zu entgehen.

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Heuerte einen vermeintlichen Killer an, um seine Frau ermorden zu lassen: Jochen Wolf.

Der Angeklagte nahm das Urteil ohne sichtliche Regung entgegen. Die Staatsanwaltschaft hatte am Ende des seit sieben Wochen laufenden Verfahrens sieben Jahre Haft, Wolfs Verteidiger Freispruch gefordert. Die Anklage stützte sich vor allem auf die Aussagen des für den Mord gedungenen Ralf M., der sich nach einer Festnahme wegen anderer Straftaten der Polizei offenbart und mit den Ermittlern zusammengearbeitet hatte. In deren Auftrag hatte er sich danach mehrmals erneut telefonisch bei Wolf gemeldet und das Verbrechen zum Schein angekündigt.

Ende Juli 2001 erklärte er dem Angeklagten dann, er habe dessen Frau ermordet. Bei einem anschließenden Treffen auf dem Berliner Bahnhof Zoo wollte Wolf Beweise. Stattdessen wurde er festgenommen. Gegenüber einem Psychiater gestand er in der Untersuchungshaft das Komplott und bekannte sich nach Aussage des im Prozess auftretenden Sachverständigen als juristisch schuldig. Während der insgesamt 13 Verhandlungstage hatte der ehemalige Politiker dagegen geschwiegen.

Verteidiger: Schuld nicht bewiesen

Verteidiger Stefan Waldeck sah die Schuld seines Mandanten im Prozess nicht bewiesen. Der als Hauptbelastungszeuge vor Gericht erschienene vermeintliche Killer habe nicht glaubwürdig darlegen können, dass Wolf ihn tatsächlich mit dem Mord beauftragt habe, sagte der Anwalt. In den von der Polizei mitgehörten Telefonaten habe sein Mandant das Verbrechen nie angesprochen. Zudem habe immer Ralf M., nie aber Wolf angerufen. Der Verteidiger erklärte, auch andere Angaben des Zeugen seien widersprüchlich.

Einen Anklagepunkt fallen gelassen

Die Staatsanwaltschaft hatte den ehemaligen Minister zunächst wegen zweifacher versuchter Anstiftung zum Mord angeklagt. Schon 1997 habe er erfolglos nach einem Killer für seine Frau gesucht, hieß es. Nachdem ein Mittelsmann jedoch die Aussage verweigert hatte, ließ Staatsanwalt Peter Mitschke diesen Punkt fallen.

Nach Immobilienskandal zurückgetreten

Der Angeklagte hatte 1990 die SPD in Brandenburg mitgegründet und der ersten Landesregierung als Bauminister angehört. 1993 musste er nach einem Immobilienskandal zurücktreten. Ein Jahr später gab er auch sein Abgeordnetenmandat zurück und trat aus der SPD aus. Bis zu seiner Festnahme war er im brandenburgischen Wirtschaftsministerium für Kontakte nach Osteuropa zuständig. Bereits 1998 war Wolf in die Schlagzeilen geraten, nachdem sich seine 25-jährige ukrainische Geliebte in seinem Haus mit seiner Pistole erschossen hatte.

AP - Archivfoto: dpa


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Zuletzt geändert am 27. Februar 2002 16:41 von aj

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