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Unbekannte töten Hindu-Fundamentalisten:

50 Tote nach Brandanschlag auf Zug

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Neu Delhi - Bei einem Brandanschlag auf einen Zug mit Hindu- Fundamentalisten an Bord sind am Mittwoch in Indien in einer überwiegend von Moslems bewohnten Stadt mindestens 50 Menschen getötet worden. Vor dem Verbrechen sollen Passagiere Hindu-Slogans gerufen haben. Der Anschlag drohte die Spannungen zwischen Hindus und Moslems zu verschärfen. Ob die Täter Moslems waren, blieb zunächst unklar. Nach dem Anschlag wurde bei einem Angriff wütender Hindus auf Moslems ein Mensch erstochen.

Unbekannte verübten den Brandanschlag auf den Sabarmati-Express in Godhra im westlichen Bundesstaat Gujarat. Vier Waggons brannten aus. Die Türen eines Waggons waren versperrt, die Fenster vergittert. "Wir sind durch die Hölle gegangen", sagte ein Überlebender. In dem Zug waren 2500 Anhänger des "Welt-Hindu-Rats" Vishwa Hindu Parishad (VHP) unterwegs, die in Ayodhya im Norden des Landes für den Bau eines Tempels für den Hindu-Gott Ram auf den Trümmern einer zerstörten Moschee demonstriert hatten.

Augenzeugen: Moslems mit Hindu-Slogans provoziert

Regierungschef Atal Behari Vajpayee rief den VHP zur Mäßigung auf. Der VHP wies den Appell zurück und kündigte an, bei den Bauplänen zu bleiben. Der Konflikt um Ayodhya hatte 1992 Unruhen mit bis zu 2000 Toten ausgelöst. Reporter berichteten, Hindu-Fanatiker riefen schon seit Tagen bei der Durchreise auf den Bahnhöfen in Gujarat Hindu-Slogans, von denen sich Moslems provoziert fühlen. Die Züge seien mehrfach mit Steinen beworfen worden. Eine solche Auseinandersetzung soll auch der Attacke vom Mittwoch vorausgegangen sein.

"Mit Steinen beworfen"

"Als der Zug in Godhra ankam, wurde er mit Steinen beworfen. Nach der Abfahrt hielt er erneut. Einige Leute hatten Feuer gelegt", sagte ein Passagier. 2000 Menschen hätten den Zug mit Benzin in Brand gesteckt, sagte Harshad Gillettwalla von der radikalen Hindu-Gruppe Bajrang Dal. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre in Godhra und wiesen die Polizei an, zu schießen, wenn sie gebrochen werde. Als der intakte Teil des Zugs weiterfuhr und in Vadodara ankam, griffen VHP- Anhänger Moslems an. Ein Mensch starb an Stichwunden.

Vajpayee: Frieden nicht zerstören

Regierungschef Vajpayee und Innenminister Lal Krishna Advani von der Hindu-Partei BJP riefen die Hindu-Fundamentalisten auf, den inneren Frieden in Indien nicht zu zerstören. Mit Blick auf die Pläne für den Tempelbau sagte Vajpayee: "Ich appelliere an den VHP, die Kampagne zu beenden und mit der Regierung für Frieden und Brüderlichkeit im Land zu arbeiten."

Hindu-Fanatiker hatten 1992 in Ayodhya die Babri-Moschee aus dem 16. Jahrhundert zerstört, weil sie ihrer Meinung nach auf den Trümmern eines Ram-Tempels errichtet worden war. Danach war es in verschiedenen Teilen Indiens zu Unruhen gekommen. Der VHP hat die Bauteile für den geplanten Tempel inzwischen herstellen lassen und angedroht, trotz eines Verbots der Regierung und eines noch nicht entschiedenen Gerichtsverfahrens Mitte März mit dem Bau zu beginnen.

In Indien machen die Moslems eine Minderheit von 12 Prozent aus. 82 Prozent der gut eine Milliarde Inder sind Hindus. Die große Mehrheit beider Religionsgruppen lebt friedlich zusammen. Prozessionen und öffentliche Feierlichkeiten führten allerdings schon häufig zu Ausbrüchen von Gewalt.

dpa


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Zuletzt geändert am 27. Februar 2002 10:53 von aj

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