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Pechstein schockt Friesinger in Inzell
Pechstein gewinnt Olympia-Revanche über 1500 m (vom Samstag)

Weltcup-Gesamterfolge waren ihr nicht mehr streitig zu machen:

Pechstein schockt Friesinger beim Heimspiel

Inzell - Mit den ersten beiden Weltcup-Siegen der Saison hat Claudia Pechstein der großen Rivalin Anni Friesinger einen gehörigen Schock vor den Weltmeisterschaften in Heerenveen versetzt. Ausgerechnet bei den geplanten "Friesinger-Festspielen" vor heimischer Kulisse in Inzell stoppte die Doppel-Olympiasiegerin aus Berlin die seit Dezember 2000 anhaltende Siegesserie ihrer Konkurrentin auf deren "Schokoladen-Strecke" über 1500 m, auf der Anni Friesinger vor mehr als zwei Wochen das Olympia-Rennen noch deutlich dominiert hatte. Am Sonntag ließ die Berlinerin über 3000 m in 4:15,71 Minuten gleich den zweiten Streich folgen und brachte sich damit für die WM in eine klare Favoritenstellung.

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Claudia Pechstein läuft zum Tagessieg über 3000m: "Das ist ein schönes Gefühl."

"Das ist ein schönes Gefühl. Ich empfinde zwar keine Genugtuung über den Sieg hier in Inzell, aber stolz macht er mich doch", verkündete Claudia Pechstein, nachdem sie nach dem 1500-m-Erfolg die Siegerfaust geballt und eine Standwaage auf dem Eis als Triumph-Pose vollbracht hatte. In 2:01,14 Minuten bezwang die 30-Jährige "Gastgeberin" Friesinger um 0,26 Sekunden und verhinderte deren zwölften 1500-m-Sieg hintereinander.

Die Weltcup-Gesamterfolge konnte sie der Weltmeisterin aber nicht mehr streitig machen. "Es sind so viele Bekannte und Schulfreunde hier, denen wollte ich natürlich einen Sieg bieten. Insofern bin ich schon enttäuscht, es ist ein bisschen Wehmut drin", gestand die Olympiasiegerin mit dem Pokal im Arm und einer Träne im Auge. "Claudia schwebt zur Zeit auf Wolke 7, da war nichts auszurichten", gratulierte sie der Rivalin. Von 3000 Fans war sie stürmisch angefeuert worden, während sich Pechstein mit vereinzelten Pfiffen konfrontiert sah. Als schlechtes Omen für die WM wollte die "Gold- Anni", wie sie auf vielen Transparenten in Inzell gefeiert wurde, die Niederlage aber nicht werten.

"Kräfte für die WM gespart"

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Anni Friesinger (l) gewann den Weltcup über 3000 Meter, Sabine Völker den Weltcup über 1000 Meter.

Die 14.000 Dollar Preisgeld hatte die Bayerin im Vorfeld aber nicht nur für die 1500 m, sondern auch für den vorzeitigen Gewinn des Langstrecken-Cups unter Dach und Fach gebracht, so dass sie am Sonntag auf weitere Starts verzichtete, um "Kräfte für die WM zu sparen". Den dritten von vier Weltcups und damit den 50. Gesamt- Triumph deutscher Eisschnellläufer hatte sich Sabine Völker auf der 1000-m-Strecke vorzeitig gesichert. Jedoch gestand die Erfurterin, nach der langen Saison am Ende ihrer Kräfte zu sein. Sie verzichtete daher auf das "Schaulaufen" am Sonntag und kam nur noch ins Schwabl- Stadion, um sich ihren ersten "Pott" abzuholen.

Den 500-m-Cup gewann zum vierten Mal Olympiasiegerin Catriona LeMay-Doan, doch musste auch die Kanadierin das Ende einer langen Serie quittieren. Nach 20 Siegen seit Januar 2001 setzte es die erste Niederlage gleichfalls durch eine Berlinerin: Die Olympia-Zweite Monique Garbrecht-Enfeldt nutzte im letzten 500-m-Rennen die Chance auf ihren Premieren-Erfolg in dieser Saison. In 38,43 Sekunden verbesserte die 33-Jährige ihren Bahnrekord um 0,15 Sekunden, nachdem sie tags zuvor nur 1/100 hinter LeMay geblieben war. "Die Serie musste ja mal zu Ende gehen. Nach dem Gewinn des WM-Titels im Vorjahr wollte ich ihr mal wieder zeigen, wer hier zu Hause ist", strahlte Monique Garbrecht nach dem 21. Weltcup-Streckensieg ihrer Karriere. Am Sonntag revanchierte sich LeMay-Doan mit dem Erfolg über 1000 m in 1:17,39, während Garbrecht in 1:18,00 Dritte wurde.

Kleiner Trost für Olympia-Pleiten

Als kleinen Trost für seine Olympia-Pleiten empfand der Kanadier Jeremy Wotherspoon seine Gesamt-Erfolge über 500 und 1000 m. Mit nunmehr neun Triumphen (4 x 500 m/5 x 1000 m) ist er nach Gunda Niemann-Stirnemann (19 Gesamtsiege) der erfolgreichste Läufer der Weltcup-Historie. Dem Norweger Adne Söndral gelang mit seinem 1500-m-Erfolg in 1:49,56 zum Abschluss seiner Karriere der dritte Weltcup-Triumph auf seiner Spezialstrecke. Jan Friesinger (Inzell) sicherte sich als Elfter (1:53,25) das einzige deutsche WM-Ticket.

dpa - Fotos: AP, dpa


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Zuletzt geändert am 10. Maerz 2002 17:40 von aj

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