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So 10.03.2002

 Sport

   vom 10.03.02

Nur noch Dreikampf
um den Meister-Titel

Deutschland erstmals Hockey-Weltmeister
Hannawald bleibt
"König der Lüfte"

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Zweiter Tag abgesagt - Malysz entschuldigt sich für Schneeballwerfer

Sven Hannawald verteidigt Skiflug-Titel

Harrachov - Sven Hannawald bleibt der "König der Lüfte" und Martin Schmitt ist sein Kronprinz. Der 27 Jahre alte Gewinner der Vierschanzentournee hat im tschechischen Harrachov als erster Springer seinen Titel als Skiflug-Weltmeister verteidigt und dafür 25 000 Euro Preisgeld vom Deutschen Skiverband sowie einen 120 Zentimeter hohen Kristallpokal von den tschechischen Organisatoren erhalten.

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Siegerehrung: Goldmedaillen- Gewinner Sven Hannawald (M) mit Martin Schmitt (l, Silber) und dem Finnen Matti Hautamaeki (Bronze).

Der drei Jahre jüngere viermalige Weltmeister vom SC Furtwangen komplettierte als Zweiter den überragenden Erfolg der deutschen "Adler". Schmitt gewann seine erste WM-Medaille im Skifliegen und machte den ersten Doppelerfolg für eine Nation in der Geschichte der Skiflug-WM perfekt.

Die Entscheidung bei der 17. Skiflug-WM auf dem Riesenbakken am Teufelsberg fiel wie vor zwei Jahren im norwegischen Vikersund nach nur einem Flugtag, weil Schneegestöber mit Windböen von bis zu 25 Meter pro Sekunde am Sonntag das Fliegen verhinderten. Am Mittag entschied die Jury, die weiteren Wertungsflüge abzusagen. "Die Absage war die einzige richtige Entscheidung", urteilte Bundestrainer Reinhard Heß.

Konkurrenz regelrecht deklassiert

Sven Hannawald erfuhr davon im Mannschafts-Hotel, wo er seine Knieverletzung behandeln ließ. Beim Jubeln war er am Samstag im Auslauf weggerutscht und hatte sich das Knie verdreht. "Es könnte eine Quetschung des Außenmeniskus sein. Wir haben das Knie über Nacht mit Salben behandelt. Sven hätte ohne größere Probleme, aber nicht hundertprozentig fit springen können", erläuterte Mannschafts-Arzt Ernst Jakob.

Am Samstag hatte Hannawald die Konkurrenz regelrecht deklassiert. Er war bei guten äußeren Bedingungen zwei Mal auf 202 m gesegelt und hatte dafür jeweils die besten Haltungsnoten kassiert. Mit 396,3 Punkten betrug sein Vorsprung vor Schmitt exakt 28 Zähler, was 23,5 Metern entspricht. Der "Martinator" steigerte sich auf seinen seit den Olympischen Winterspielen benutzten Tigerski nach 182 m und dem sechsten Platz nach dem ersten Durchgang auf 202 m im zweiten Flug. Dritter wurde der Finne Matti Hautamäki (363,4/ 202,5 + 182).

"Die so genannten polnischen Fans habe ich abgehakt"

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Alter und neuer Skiflug-Weltmeister am Boden: Beim Jubeln war Sven Hannawald am Samstag im Auslauf weggerutscht und hatte sich das Knie verdreht.

Hannawald war bei seinem Erfolg auch nicht durch die Schneeball- und Flaschen-Würfe einiger polnischer Zuschauer unter den mehr als 40 000 Besuchern zu stoppen. "Die so genannten polnischen Fans habe ich abgehakt. Das war noch eine Steigerung gegenüber dem Weltcup in Zakopane, ist extrem nervig und muss nicht sein. Mit dem Volk bin ich fertig", schimpfte "Hanni" in Richtung der "Schanzen-Hooligans" nach der Schneeball-Kanonade während seiner Fahrt mit dem Sessellift. Für Sonntag hatte das deutsche Team bereits die Fahrt für Hannawald mit einer Pistenwalze über den alpinen Hang neben der Schanze zum Anlaufturm organisiert.

Malysz: "Das schmerzt mich sehr"

Während Hannawald beide Male bei Windstille sprang, beendete Rückenwind den zweiten Flug von Weltcup-Spitzenreiter Adam Malysz bereits nach 142 m. "Die Jury hat mich zu lange warten lassen. Allerdings war mein Sprung auch nicht gut", bemerkte der Pole und entschuldigte sich für die Schneeballwerfer bei Hannawald. "Das schmerzt mich sehr, dass einige so eine Aggressivität gegen Sven entwickeln. Das sind Fußball-Fans, aber keine Freunde des Skispringens. Vielleicht haben sie zu viel Wodka getrunken, ehe sie an die Schanze gekommen sind. Sven ist ein fantastischer Springer und hat verdient gewonnen", sagte Malysz, der nur auf Platz 18 landete.

Gefallen konnten neben den beiden "Vorfliegern" des deutschen Teams auch Christof Duffner (Schönwald) als guter Achter und Michael Uhrmann (Rastbüchl) auf Platz 13. Damit rundeten sie das auch mannschaftlich überzeugende Auftreten des deutschen Teams ab.

dpa - Fotos: AP


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Zuletzt geändert am 10. Maerz 2002 12:42 von aj

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