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Bayer-Trainer Toppmöller kehrt am Samstag auf den Betzenberg zurück

"Große Liebe" muss für 90 Minuten ruhen

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Zwei Rückkehrer: Michael Ballack und Klaus Toppmöller wollen am Samstag gegen ihren Ex-Klub punkten.

Leverkusen - Er ist mit 108 Toren in 204 Bundesligaspielen der Rekordtorschütze, er steht als Mitttelstürmer noch vor Weltmeister Ottmar Walter in der "Mannschaft des Jahrhunderts" und seine "große Liebe" ist der 1. FC Kaiserslautern:

Doch Trainer Klaus Toppmöller, einst Publikumsliebling am Betzenberg, vergisst am Samstag für 90 Minuten all seine Sympathien für die "Roten Teufel". "Toppi" kennt nur ein Ziel: Er will mit Bayer Leverkusen das Spitzenspiel am Samstag beim FCK unbedingt gewinnen.

"Ich freue mich wahnsinnig auf das Spiel am Betzenberg, auf die Atmosphäre, auf das fantastische Publikum und Freunde, die ich treffen werde", erklärt der 50 Jahre alte Coach vor der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Doch am Samstag sitzt dem Erfolgscoach "das Hemd näher als der Rock": Wir müssen drei Punkte holen, werden voll auf Sieg spielen und alles investieren, was wir haben."

Bastürk und Ze Roberto fehlen

Toppmöller muss zwar am Betzenberg auf die "Gelbsünder" Ze Roberto und Yildirim Bastürk verzichten, dafür steht ihm der Ex-Lauterer Michael Ballack wieder zur Verfügung. Der Superstar dürfte in seiner alten Heimat besonders motiviert sein.

Akribische Vorbereitung

Wie Toppmöller. Er bastelt akribisch an seiner Taktik für das Lautern-Spiel und sagte: "Ich glaube, ich habe einen überraschenden Schachzug parat, wie ich den Ausfall von Ze und Bastürk kompensieren kann." Denn der Bayer-Coach weiß nur zu gut, dass das Gastspiel im Fritz Walter-Stadion ein richtungweisendes Spiel auf dem Weg zur Meisterschaft für den Werksverein werden kann.

"Mit 72 Punkten wird man Meister"

"Der 29. Spieltag ist ein ganz wichtiger, vielleicht ein vorentscheidender für die großen Fünf", meint Toppmöller und blickt gespannt auf die Auswärtsspiele der Dortmunder in Stuttgart, der Bayern beim HSV, der Berliner in Gladbach und der Schalker in Köln. "Mit 72 Punkten wird man in dieser Saison Meister", lautet Toppmöllers persönlich Hochrechnung, "Bayer hat momentan einen mehr auf dem Konto als ich vorher getippt habe."

"Toppi" tanzt zwar mit Bayer noch in der Bundesliga, Champions League (3. und 9. April im Viertelfinale gegen den FC Liverpool) und DFB-Pokal (Endspiel am 11. Mai in Berlin gegen Schalke 04) noch auf drei Hochzeiten, doch für ihn und den Verein hat die Meisterschaft "absolute Priorität".

Vertragsverlängerung bis 2005 angedacht

Dafür wird unter'm Bayer-Kreuz alles zurückgestellt. Auch die Vertragsverlängerung von Toppmöller. Sein Kontrakt bis 2003 soll wahrscheinlich bis 2005 verlängert werden. "Im Moment gibt es Wichtigeres. Wenn es soweit ist, geht das mit der Unterschrift ruckzuck." Topmmöller will seine Tätigkeit bei Bayer gern fortsetzen: "Denn auf die Leute in der Führungsetage kann man sich hundertprozentig verlassen, hier arbeiten tolle Typen, alles passt und die Arbeit macht riesigen Spaß."

Wechsel nach Kaiserslautern kam nicht zu Stande

Vor seinem Wechsel nach Leverkusen war Toppmöller fast schon einig über ein Engagement bei seiner "großen Liebe" FCK. Er war nach der Trennung von "König" Otto Rehhagel der Wunschkandidat. Doch "Toppi" stand beim 1. FC Saarbrücken bis 2004 unter Vertrag und erhielt keine Freigabe. Obwohl der Deal damals nicht zustande kam, hat sich nichts an seiner Verbundenheit zu den Pfälzern geändert: "Ich hatte beim FCK als Spieler eine tolle Zeit. Als ich 1984 den Trainerschein gemacht habe, war es immer mein Traum, dort einmal als Trainer zu arbeiten. Jetzt will ich aber Bayer den Traum von der ersten deutschen Meisterschaft erfüllen."

Von Joachim Neußer, sid - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 27. Maerz 2002 16:04 von sab

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