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Fr 05.04.2002
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Buch-Tipp: Martin Suters neuer Krimi - "Ein perfekter Freund"Die Sache mit der Erinnerung
Wer ist diese Frau? Was war so brisant an seinem Artikel, dass er dafür einen gewaltigen Schlag auf den Schädel bekam? Der Journalist Fabio Rossi hat seine Erinnerung verloren, muss nun mühsam 50 Tage seines Lebens wiedergewinnen und erlebt einige böse Überraschungen. Gedächtnisschwund ist ein so wiederkehrendes Thema in Literatur und Film (wie derzeit etwa in "Memento"), dass es ermüdend sein könnte. Doch der Schweizer Autor Martin Suter ist ein eleganter Unterhalter, und wer die Krimis von Bernhard Schlink mag, wird auch das Suter-Buch "Ein perfekter Freund" gern lesen. Hat der Autor in "Small World" noch einfühlsam beschrieben, wie sein an Alzheimer erkrankter Held Konrad Lang seine Erinnerung verliert, so geht er nun gleichsam den umgekehrten Weg. Schritt für Schritt erschließt sich Fabio Rossi und dem Leser, welcher Skandal da lauert - überflüssigerweise spricht der Klappentext von einem "bedrohlich aktuellem Thema", so dass der Leser allzu schnell ahnt, worum es geht. Fesselnd: Fabios Reise ins Ich Dennoch: Fabios Reise ins Ich liest sich fesselnd. Vor seinem Gedächtnisschwund hat er sich verändert, kündigte seinen Job und freundete sich mit einem ehemaligen Mitschüler an, den er früher verachtete. "In jedem von uns steckt das Gegenteil seiner selbst", sagt der Psychiater zu Fabio. So gibt es auch eine neue Frau in seinem Leben, die ihm seltsam fremd ist, und sein Freund Lucas wird von Fabio misstrauisch beäugt. Wem kann er in seiner Umgebung trauen? Wer hat Fabios elektronische Daten manipuliert? "Ein perfekter Freund" wäre auch ein perfekter Film Suter hat alle paar Seiten eine überraschende Wendung für den Leser parat. Gekonnt spielt er mit den Regeln des Genres, schafft Ungewissheit, wo gerade noch Gewissheit war, und gibt seinen Figuren neue Facetten, wenn der Leser sie gerade zu kennen meint. Als Drehbuchautor und ehemaliger Werbetexter spickt er zudem seinen Krimi mit ein paar treffenden Beobachtungen aus der Medienwelt - "Ein perfekter Freund" wäre auch ein perfekter Film. Martin Suter aber mit Patricia Highsmith zu vergleichen, wie zu lesen war, ist denn doch unangemessen. Caroline Bock , dpa |
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Zuletzt geändert am 5. April 2002 12:12 von tea |
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