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Di 16.04.2002
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Bollywood meets Hollywood: Mira Nairs Komödie "Monsoon Wedding"Eine Hochzeit wie im Zirkus
In Deutschland hatten Seifenopern Made in India bislang keinen guten Ruf. Zu viel schwülstige Musik, zu viele vollschlanke Tänzerinnen, und dann noch diese Liebhaber mit dem Gel in den Haaren. Jetzt zeigt die indische Starregisseurin Mira Nair ("Salaam Bombay"), dass auch die Stilmittel von "Bollywood" für das westliche Publikum einiges zu bieten haben. "Monsoon Wedding" heißt ihr neuer Streifen, ein spielerisch-ironischer Film über die Hochzeitsvorbereitungen in einer "globalisierten" Oberklassen-Familie in Neu Delhi. "Eine Hochzeit, die rasch zur Zirkusvorstellung gerät", bekennt die 44-jährige Regisseurin. Bunt und chaotisch geht es zu, "ganz wie in meiner eigenen Familie".
Aus Sydney und Dubai werden die Gäste eingeflogen, das Handy gehört zur festen Ausstattung, und der Bräutigam ist natürlich ein indischer Computerspezialist aus Houston. Das Ganze ist mit so viel Witz und Humor erzählt, dass Kritiker, die ansonsten eher schwere Kost bevorzugen, beim vergangenen Filmfestival in Venedig spontan Beifall klatschten - die Inderin erhielt denn auch den Goldenen Löwen. Braut knutscht mit einem anderen, Papa schwitzt über Rechnungen Vier Tage der Festvorbereitungen werden gezeigt, mehrere Handlungsstränge miteinander verwoben. Während die Eltern auf Tradition samt Ehrerbietung für die Ahnen nicht verzichten wollen, gerät einiges gründlich aus den Fugen. Da ist etwa die junge Braut, die kurz vor dem Fest mit ihrem Ex-Freund in einem Auto noch Mal zur Sache kommt. Da ist der rührende Vater der Braut, der wegen der Ausgaben für die Festivitäten schwer ins Schwitzen gerät. Und es gibt ein verzogenes Söhnchen, das sich statt für Cricket für Kochkurse und Tanzen interessiert. Auch der smarte Onkel fehlt nicht, der sich an kleinen Mädchen vergreift - sexueller Kindesmissbrauch galt bislang eher als Tabuthema im indischen Kino. Zusammenprall von Tradition und Moderne, von Handy und Hinduismus
"Ich bin heute älter, weiser, glücklicher und habe gelernt, mir Lebensräume zu schaffen, wo ich Harmonie herstellen kann", sagt die Regisseurin. Manche Kritiker meinen, der Film zeichne vom Segen der Globalisierung ein allzu rosiges Bild. Der Zusammenprall von Tradition und Moderne, von Handy und Hinduismus werde eher geschönt. "Es gibt zu viele Personen, als dass die Charaktere richtig entwickelt werden könnten", monierte ein Kritiker. Das möchte der Streifen aber auch gar nicht. "Das ist ein echt indischer Film", meint Mira Nair. "Monsoon Wedding" ist zwar ein Kassenschlager in indischen Städten, doch zugleich ist der Streifen kein reines "Bollywood"-Produkt, denn in Wirklichkeit zielt er auf das internationale Publikum. Höhepunkt und Schluss ist eine wilde Tanzszene unter Monsun-Regen - mit aufreizender indischer Musik und vollschlanken Tänzerinnen, doch das Gedränge und Geschiebe auf der Tanzfläche kommt auch dem Zuschauer im Westen irgendwie ziemlich vertraut vor. Peer Meinert, dpa |
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Zuletzt geändert am 16. April 2002 10:13 von to |
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