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Di 30.04.2002

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Das zeitgeschichtliche Vermächtnis der Traudl Junge:

Zeugin der "Götterdämmerung" im Nazi-Bunker

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Traudl Junge war in den letzten Kriegsjahren Hitlers Sekretärin. Andre Heller gelang ein faszinierender Dokumentarfilm über die Geschichte dieser Frau.

Adolf Hitler treibt die Deutschen, und nicht nur diese, auch bald 60 Jahre nach seinem Tod um. Immer geringer wird die Zahl der Menschen, die den Dämon aus Braunau noch selbst erlebt haben; noch weniger sind es, die den Nazi-Diktator auch gekannt haben. Die knapp 100-jährige Filmemacherin Leni Riefenstahl gehört dazu, auch Wolfgang Wagner, der Patriarch auf dem Grünen Hügel in Bayreuth. Und bis zum 11. Februar 2002 zählte Traudl Junge zum Kreis jener, die einer der schrecklichsten Gestalten der Geschichte über längere Zeit ganz nah waren.

Von 1943 bis zur "Götterdämmerung" im Bunker der Reichskanzlei 1945 war die 1920 in München geborene Junge eine der Privatsekretärinnen des "Führers". Ihr hat er kurz vor seinem Selbstmord am 30. April sein "Politisches Testament" diktiert. Bereits 1947/48, also noch in frischer Erinnerung, hat Junge ihre Erlebnisse an diesem ganz besonderen Arbeitsplatz zu Papier gebracht. Doch erst in diesem Jahr ist das als Buch erschienen.

Geschichte einer geistig hellwachen Frau

Noch spektakulärer aber ist der Dokumentarfilm "Im toten Winkel", den Andre Heller und Othmar Schmiderer mit der bereits schwer kranken alten Frau erstmals bei der diesjährigen Berlinale präsentiert haben und der nun ab dem 2. Mai in die Kinos kommt. Traudl Junge kann das nicht mehr erleben, denn sie ist wenige Stunden nach der Uraufführung des faszinierenden Films, in dem sie ihre Geschichte erzählt, gestorben - wie befreit von einer Last, die Jahrzehnte auf ihrer Seele gelegen hatte. Es ist die Erzählung einer alten, geistig hellwachen und intelligenten Frau, die mit 22 Jahren einzig auf Grund ihrer Perfektion an der Schreibmaschine ins engste Machtzentrum des Hitler-Reiches gelangt.

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Zuletzt geändert am 30. April 2002 19:18 von mwege

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